Donnerstag, Dezember 2, 2021

Pausen und Auszeiten sind wichtig

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Home digitaler Vermietungs- und Hausverwaltungsservice

Stellen Sie sich und das Startup Home doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Thilo Konzok, Co-Founder und CEO von Home. Gemeinsam mit Moritz von Hase habe ich 2016 das Unternehmen gegründet, um das Wohnerlebnis für Mieter*innen und Vermieter*innen nachhaltig zu verbessern. Als digitaler Vermietungs- und Hausverwaltungsservice vermitteln und verwalten wir Wohnungen privater Eigentümer*innen und übernehmen dabei sämtliche Aufgaben. Private Vermieter*innen müssen sich dank Home keine Sorgen mehr um die “perfekten Mieter*innen” machen. Mieter*innen wiederum profitieren von einer großen Auswahl an Wohnungen, kontaktlosen Besichtigungen und einem Mietvertragsabschluss mit ein paar Klicks. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wie viel Arbeit in der Vermietung und Verwaltung einer privaten Eigentumswohnung steckt, vor allem, wenn sie nicht in der Nähe des eigenen Wohnortes liegt. Zusätzlich habe ich schon lange den Mietmarkt in deutschen Großstädten beobachtet – veraltete Prozesse und fehlende Digitalisierung sind nur zwei der zahlreichen Herausforderungen, die sich hier stellen. Daher wollten wir mit einem neuen Geschäftsmodell ansetzen, um nicht nur die private Vermietung zu vereinfachen, sondern das Wohnerlebnis für alle Beteiligten langfristig und nachhaltig zu verbessern. 

Welche Vision steckt hinter Home?

Unsere Vision ist, dass Wohnungen Wohlbefinden für die Mieter*innen und gleichzeitig Wohlstand für die Vermieter*innen schaffen. Dafür arbeiten wir zum einen daran, dass das Besitzen von Wohnungen einfacher wird und versuchen die Komplexität von Wohnungsbesitz so zu reduzieren, dass mehr Menschen Zugang dazu haben. Zum anderen wollen wir auch das Miet- sowie Wohnerlebnis der Mieter*innen verbessern.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die sich ändernden Regularien am Wohnungsmarkt stellen uns regelmäßig vor Herausforderungen. Zum einen müssen wir unser Geschäftsmodell an diese Regularien anpassen, zum anderen müssen wir uns als Wohnungsexperten mit der zunehmenden Komplexität des Wohnungsmarktes auskennen, um fortlaufend sämtliche Aufgaben für unsere Kund*innen übernehmen und den Full-Service bieten zu können. 

Mit unserer jüngsten Serie-A-Finanzierung konnten wir unser Kapital auf über 14 Millionen Euro erhöhen, Investoren sind EQT Ventures, Redalpine, Capnamic, FJ Labs, VitoOne und Tim Schumacher.

Wer ist die Zielgruppe von Home?

Wir richten uns primär an private Eigentümer*innen –   und solche die es in Zukunft sein möchten. Wir möchten Menschen dabei unterstützen, in privates  Eigentum zu investieren. Da wir die angemieteten Wohnungen als Teil unseres Services weitervermieten, zählen aber auch Wohnungssuchende und zukünftige Miete*innen zu unserer Zielgruppe. 

Wie funktioniert Home? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Home ist zum einen ein digitaler Vermietungs- und Hausverwaltungsservice. Wohnungseigentümer*innen unterzeichnen bei Home innerhalb von wenigen Minuten einen Mietvertrag und erhalten dann jeden Monat ihre Miete. Für die angemieteten Wohnungen übernehmen wir im Anschluss sämtliche Vermarktungs-, Verwaltungs- und Reparaturarbeiten sowie den Bewerbungs- und Vermietungsprozess. Mieter*innen wiederum können mittlerweile per App jederzeit einen individuellen Besichtigungstermin buchen und die Wohnungen aus dem Portfolio alleine und ungestört angucken. Im besten Fall wird die Wohnung anschließend direkt per App mit einem Klick angemietet.
Home’s Geschäftsmodell ist in dieser Form einzigartig in Deutschland. Zwar haben andere Anbieter teilweise ähnliche Angebote, jedoch differenziert sich Home durch den breiten Umfang unseres Services und die Verbindung von Vermieter*innen und Mieter*innen als Kunden.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Die Coronakrise beeinflusst die Wirtschaft stark und auch die Immobilienbranche bleibt davon nicht verschont. Auffällig ist, dass Menschen seit Beginn der Pandemie weniger umziehen. Das kann einerseits an der ungewissen Jobsituation liegen, jedoch spielen auch Massenbesichtigungen und der Kontakt mit fremden Menschen eine Rolle, da Kontakte möglichst vermieden werden wollen. Insbesondere in Großstädten ist dies ein großes Problem. Massenbesichtigungen ohne Hygienekonzept finden weiterhin statt und schrecken viele potenzielle Interessent*innen ab. Durch den generell angespannten Mietmarkt und die verminderte Fluktuation, sind Mieter*innen jedoch auch gezwungen, die wenigen freien Wohnungen zu besichtigen – auch wenn sie nicht ihren Anforderungen gerecht werden. Mit unserem neuen Self-Tour-Feature wollen wir dieser Entwicklung entgegenwirken und Mieter*innen die Möglichkeit bieten, auch in Zeiten von Corona ihre Wunschwohnung sicher und ohne Zeitdruck besichtigen zu können. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir haben – wie viele andere Technologiefirmen auch – das Gefühl, dass die Krise die Nachfrage nach digitalen Lösungen erhöht. Dadurch haben innovative Lösungen einen Schub bekommen. Anders hätten wir unser neues Self-Tour-Feature niemals so schnell etablieren können. Mieter*innen können mit Home jetzt Wohnungen aus dem gesamten Portfolio aussuchen, per App jederzeit einen individuellen Termin buchen und die Wohnung alleine und ungestört besichtigen. 

Home, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zunächst fokussieren wir uns auf die Expansion im deutschen Markt. Zum Frühjahr 2021 planen wir das Rundum-Sorglos-Vermieten und Mieten von Wohnungen in zehn weiteren deutschen Städte anzubieten sowie die Eröffnung des ersten internationalen Marktes im Anschluss. 

Außerdem haben wir gerade unseren Service erweitert: Ab sofort bieten wir auch die Verwaltung bereits vermieteter Wohnungen an. Das ist bereits seit Gründung unseres Startups in Planung und auch von den privaten Eigentümer*innen gewünscht. Durch einen Wechsel der Vertragsstruktur können wir in Zukunft als Sondereigentumsverwaltung agieren und so auch vermietete Wohnungen verwalten – das eröffnet uns einen attraktiven neuen und deutlich größeren Markt! 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Es gibt zahlreiche neue Startup-Gründungen im Immobilienbereich. Leider setzen sich nicht alle mit den bereits angesprochenen Regularien auseinander. Wer plant in dieser Branche ein Unternehmen zu gründen, sollte den Markt gut kennen und sich auch mit den herrschenden Regularien und gesetzlichen Anforderungen auseinandersetzen. Es handelt sich um einen alteingesessenen Markt, dementsprechend hoch sind der Innovationsdruck und das Potenzial. 

Mein zweiter Tipp ist nicht immobilienspezifisch. Man sollte sich nicht scheuen, nach Hilfe zu fragen oder sie anzunehmen. Erfahrene Partner*innen, wie zum Beispiel Business Angel, können wertvolle Tipps geben und geben ihre Erfahrungen in den meisten Fällen gerne an junge Gründer und Gründerinnen weiter. 

Und last but not least: Pausen und Auszeiten sind wichtig. Als Gründer*in tendiert man dazu, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zu arbeiten. So kann man kein erfolgreiches Unternehmen aufbauen. Man muss eine gute Work-Life-Balance schaffen, um ein Unternehmen langfristig weiterzubringen. Dazu gehört auch, sich aktiv Pausen und kleine Auszeiten einzuplanen. 

Bildrechte: Home HT GmbH 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thilo Konzok für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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