Man muss nicht immer alles alleine schaffen

Der Gründer von Holzkitz war in der StartUp Show 2 Minuten 2 Millionen wie es nach der Show weiterging erzählt er im Interview

Wie ist die Idee zu Holzkitz entstanden?
Ich bin schon seit mehreren Jahren in der Sonnenbrille-Branche tätig und habe mir die Frage gestellt „Muss denn jede Sonnenbrille immer aus Kunststoff oder Metall sein? Gibt es da vielleicht nicht eine nachhaltigere Variante?“. Nach monatelangen Vorbereitungen ist dann aus dieser Idee im Frühjahr 2016 das Baby „Holzkitz“ entstanden.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen? Welche Vision steckt hinter Holzkitz?
Nachdem wir ein neues Produkt auf den Markt bringen wollten, war die Anfangsschwierigkeit auf jeden Fall die Suche nach einem kompetenten Partner, der unsere Idee genau so spannend findet, wie wir selbst. Die zweite Hürde war es den Mut zu finden mit dem Projekt auch an den Start zu gehen. Man stellt sich halt die Frage, ob es die Investition wert ist und ob wir auch die zukünftigen Kunden von unserer Idee begeistern können. Die Vision ist es einen Schritt zurück zur Natur zu gehen. Weg von der Massenfertigung, weg von der Fließbandfertigung, hin zu einem Naturprodukt mit österreichischem Charme.

Wer ist die Zielgruppe von Holzkitz?
Die Zielgruppe ist für mich ein jeder Österreicher und eine jede Österreicherin, egal welchen Alters. Wir versuchen mit unseren Sonnenbrillen ein breites Spektrum zu erreichen. Egal ob eher naturbelassen oder doch lieber etwas bunter. Ich glaube, dass in unserem Portfolio für fast jeden etwas dabei ist.

Welche Produkte findet man auf Holzkitz?
Wir produzieren einerseits klassische Sonnenbrillen aus verschiedensten Holzarten, anderseits unsere neue entwickelten elastischen Sonnenbrillen. Gleichzeitig zur Ausstrahlung haben wir mit unserer ersten optischen Brillenserie gestartet. Als zusätzliches Accessoire findet man auch noch Holzfliegen in unserem Shop.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback war vor der Fernsehausstrahlung bereits sehr positiv, aber was danach kam, hat uns wirklich sprachlos gemacht. Über alle Kanäle kamen Komplimente für unsere Produkte. Und ganz nebenbei ging unser Postkorb mit Anfragen, Kooperationen und Bestellungen über. Ein schöneres Kompliment kann man fast nicht bekommen.

Sie waren mit Holzkitz in 2 Minuten 2 Millionen die Startup Show. Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet?
Der Pitch wurde geübt, geübt und nochmals geübt. Ich habe mir vor der Ausstrahlung nahezu alle alten Folgen angesehen und den Aufbau von guten und schlechten Pitches analysiert. Zusätzlich habe ich mir alle möglichen Fragen und Szenarien überlegt und mir dazu eine Antwort einfallen lassen. Umso besser man vorbereiten ist, umso lockerer ist man dann auch wenn man dann wirklich vor den Investoren steht.

Wie ist das Medien Echo nach der Show?
Im ersten Moment ungewohnt. Normalerweise ist es nicht so einfach (kostenlose) Präsenz in Print, Web oder Radio zu bekommen. Daher war es nach der Ausstrahlung umso spannender, dass diverse Medien ein Interview mit mir wollten.

Wie ist das Feedback der Kunden nach dem Auftritt in der Startup Sendung 2 Minuten 2 Millionen? Wie hat sich die Nachfrage entwickelt?
Im Normalfall bekommt man von einem Kunden erst Feedback sobald etwas NICHT passt. Nach der Ausstrahlung war dies natürlich anders. Wir haben sehr viele Nachrichten per Mail, Facebook und Instagram bekommen, dass sie die Show im Fernsehen gesehen haben und vom Auftritt und dem Produkt begeistert waren. Die Nachfrage war natürlich in den ersten Tagen enorm. Während der Show gingen trotz Vorbereitungen unsere Server kurzzeitig in die Knie. Selbst Stunden später waren noch hunderte Kunden gleichzeitig auf unserer Webseite. Wir konnten in den letzten 14 Tagen ein Plus von 2000% verzeichnen und mussten sogar neue Mitarbeiter einstellen um die Bestellungen abarbeiten zu können.

Welchen Investor hatten Sie im Auge?
Ehrlich gesagt hätte ich mir alle fünf Investoren sehr gut vorstellen können. Auch wenn der Sonnenbrillenmarkt ein Bereich ist, der vielleicht nicht für jeden interessant ist, hätte ich gut vom wirtschaftlichen Denken und der Expertise eines jeden einzelnen lernen können.

Würden Sie anderen Startup Unternehmen die Teilnahme an der Sendung empfehlen?
Auf jeden Fall!

Holzkitz, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten uns stätig weiter entwickeln. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung unserer optischen Brillen, da diese für den Fachhandel sehr interessant sind. In naher Zukunft möchten wir einen Online Konfigurator für unsere Sonnenbrillen implementieren. Das heißt, dass ein Kunde eine bestimmte Brillenform, eine Holzsorte und die Farbe des Glases auswählt und diese Brille dann individuell gefertigt wird. In den nächsten Jahren wollen wir weiter wachsen und den stationären Handel erobern. Von aktuell 25 Handelspartnern möchten wir auf über 100 österreichweit anwachsen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Zuerst nicht zu viel und zu lange überlegen, sondern einfach probieren, starten und mit dem Projekt beginnen. Am Anfang evtl. nur mit einem Pilotprojekt um den Markt zu erkunden und verstehen zu können. Und falls man sich sicher ist, dass es funktioniert heißt es durchhalten, durchhalten, durchalten! Viele Projekte werfen in den ersten 2-3 Jahren nicht genug Geld ab, um davon leben zu können. Damit muss man rechnen. Und falls man einmal vor einem scheinbar unüberwindbaren Problem steht: Man muss nicht immer alles alleine schaffen. Manchmal ist es hilfreicher einen guten Partner oder ein gutes Netzwerk zu haben.

Foto Credit: Ulrich Aydt Photography

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Michael Thurner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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