Geht so früh wie möglich mit eurer Idee an die Öffentlichkeit und sprecht mit eurer Zielgruppe.

holzgemacht: CasaMuta 100% ökologisches, leimfreies Massivholzhaus

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Dirk Rombach und Andreas Schaible, 39 und 33 Jahre alt und Gründer der Karlsruher Firma holzgemacht-naturrein bauen GmbH. Wir kennen uns schon seit längerem und haben uns durch einen Zufall wieder getroffen. Dirk hatte die Idee eines flexiblen, ökologischen Massivholz-Systemhauses schon seit längerem. Wir haben uns dann zusammengesetzt, die Idee diskutiert und zwei Wochen später losgelegt.

Andreas Schaible:Ich habe meine erste Firma 2007 mit 24 Jahren gegründet. Das war eine handwerkliche Bio-Backwaren-Manufaktur. Diese Firma habe ich dann Ende 2015 verkauft. Vorher war ich als Key Account Manager für eine Hotelmanagementgesellschaft in Frankfurt tätig. Da ich schon früher immer wieder kleine Geschäftsideen ausprobiert habe, war mir schon früh klar dass ich Unternehmer werden will. Ich liebe das Unbekannte, Dinge voran zu treiben, neue Erfahrungen zu machen undmeinepersönlichen Grenzen immer weiter zu verschieben. Ich liebe einfache, natürliche Dinge. Dazu kommt meine Vorliebe für puristisches Design und unkompliziertes, benutzerfreundliches Handling. Das alles lasse ich in die Entwicklung unseres CasaMuta Massivholzhauses einfließen.

Der Leistungssport ist meine zweite große Leidenschaft: ich fahre Mountainbike-Rennen für das toMotion Racing-Team aus Lindau. Wir treten für dessen TNT-Nachwuchsteam in der kommenden Saison auch als Sponsor auf. Da unsere Zielgruppe ebenfalls sehr outdoor-affin und sportbegeistert ist, können wir diese beiden Leidenschaftensomit perfekt miteinander verbinden.

Dirk Rombach: Für Räume und Gebäude konnte ich mich schon immer begeistern, das Studium der Architektur war daher naheliegend. Meine Grundlagen habe ich mir in einer Schreinerlehre vor dem Studium angeeignet. Die Begeisterung für Holz war also auch schon früh für mich zu spüren.
Ich habe dann neben dem Studium für die Mercedes-Benz Niederlassung Rhein-Ruhr gearbeitet und so meinen Grundstein für die Selbständigkeit gelegt.
Seit 2004 bin ich als Freiberufler tätig, zunächst neben dem Studium. Nach Beendigung des Studiums 2009 dann mit eigener Firma, seit 2014 mit einer GmbH als Ingenieurgesellschaft im Bereich Generalplaner und Projektsteuerer vorwiegend in der Gebäudesanierung tätig.

Wie so oft hat mich eine persönliche Krise dann dazu gebracht Fragen zu stellen. In meinem Alltag war ich viel zu oft gefangen im Wirrwarr von Informationen, Terminen, und Abhängigkeiten von anderen. Back to Basic war sozusagen dann das Ausschlaggebende für mich. Mit meiner Arbeit bei holzgemacht – naturrein bauen möchte ich dabei meine Leidenschaft für Holz auf die Architektur übertragen. Naturreines Bauen bedeutet für mich einfaches Bauen. Purismus in der Gestaltung und die Einstofflichkeit sind mir dabei besonders wichtig. Und es gibt keinen besseren Baustoff für unsere Häuser als Holz, ein Stück Natur in gebauter Form. Einfach und effizient.

Ich liebe die Natur in ihrer Gesamtheit. Fernweh und eine tiefe Wanderlust begleiten mich schon ein Leben lang. Ich reise sehr gerne und Neuseeland gehört dabei zu meinen Lieblingszielen. Denn dort zeigt sich die Natur ineiner Vielfalt, wie kaum woanders auf unserer Erde.“

Wie ist die Idee zu holzgemacht entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wie kann man ökologisches Bauen einfacher, schneller und dabei auch preiswerter machen? Und wie kann man die vielen bekannten Probleme lösen, die beim Bauen alltäglicher Begleiter vieler Bauherren sind. Das waren die Ausgangsfragen um die sich bei uns alles dreht.

Wir als Team haben uns schon vor einigen Jahren kennen gelernt und hatten auch geschäftlich miteinander zu tun. Wir haben uns dann immer mal wieder getroffen und sind im Gespräch geblieben. Anfang 2016 kamen wir dann wieder durch einen Zufall in Kontakt und entschlossen uns spontan,die Idee mit den Massivholzhäusern zu diskutieren. Zwei Tage später haben wir uns dann für einen langen Tag in einem kleinen Hotel in der Südpfalz zum Brainstorming eingeschlossen und die Geschäftsidee ausgiebig diskutiert. Danach war unsere Begeisterung groß und die Entscheidung klar: wir starten sofort! Was wir dann zwei Wochen später auch getan haben. Seitdem sind wir Vollgas, mit viel Spaß und neuen Ideen unterwegs.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war es, ein so komplexes Produkt wie ein Wohnhaus und den Prozess des Bauens, in seine Einzelteile zu zerlegen und komplett neu und innovativ zu denken. Das ist ja nicht nur das Haus als Bauwerk an sich, sondern umfasst den kompletten Prozess des Bauens. Wir greifen die Idee Leonardo da Vincis aus dem 15. Jhd. wieder auf: ein gutes Haus zu bezahlbarem Preis in Serie zu fertigen. Wir setzen diese Idee mit unserem CasaMuta-Haus sehr konsequent um, was einerseits einen langen Atem und sehr viel Arbeit bedeutet. Was die Finanzierung angeht, sind wir sind seit dem ersten Tag komplett Eigenkapital finanziert unterwegs.

Wer ist die Zielgruppe von holzgemacht?
Unsere Zielgruppe sind Familien zwischen 30-50 Jahren, mit hoher Affinität zu den Themen Outdoor & Natur, die in einem gesunden, ökologischen Massivholzhaus leben wollen. Zudem wollen Sie, ganz pragmatisch, Leben und nicht Bauen. Genau das bieten wir mit unserem Produkt: ein exakt kalkulierbares, flexibles und schnell zu errichtendes Haus. Unsere Kunden wollen nur einen verantwortlichen Ansprech- und Vertragspartner für ihren Hausbau und haben keine Lust zig verschiedene Firmen und Dienstleister selbst zu koordinieren. Das kann nach unserer Erfahrung nur durch ein intelligent und präzise geplantes Systemhaus mit einem hohen Vorfertigungsgrad erreicht werden.

Aus welchem Holz werden die Fertighäuser gefertigt? Auf was achten Sie bei der Holzauswahl?
Die Wände unseres CasaMuta-Massivholzhauses werden komplett aus dem Holz100-System der österreichischen Firma Ing. Erwin Thoma GmbH gefertigt. Sie bestehen ausschließlich aus Holz und werden ohne Leim oder Metall produziert. Durch die sehr exakte Vorfertigung und unsere detaillierte Planung, sind wir in der Lage unser Haus ab Bodenplatte in 4-6 Wochen komplett wohnfertig inklusive Innenausbau unserem Kunden zu übergeben. Das Holz für unsere Häuser ist sogenanntes Mondholz. Das bedeutet dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt geerntet wird und im Anschluss daran, zwei Jahre im Freien getrocknet wird. Dieser Prozess sorgt für eine optimale Verarbeitungsfähigkeit und macht das Holz unempfindlich gegenüber Schädlingen.

Was ist das Besondere an dem Massivholzhaus von holzgemacht?
Das CasaMuta ist ein zu 100% ökologisches, leimfreies Massivholzhaus, das mit seinem optimierten Grundriss für alle Lebensphasen geeignet ist. Durch Flexibilität und Funktionalität haben wir ein Massivholz-Fertighaus entwickelt, das sich den unterschiedlichen Grundstücksverhältnissen unserer Kunden perfekt anpassen kann. In der Länge bzw. Breite variabel, befinden sich die Wohnräume rechts und links eines Erschließungs- und Sanitärbereichs. Schwer nutz- und einsehbare Gangflächen werden somit vermieden und die Wohnfläche wird entsprechend erhöht. Das statische System ermöglicht uns zusätzlich große und offene Räume, mit denen wir qualitativ hochwertigen Wohnraum erschaffen können. DieseOffenheit und Wandelbarkeit ist uns ein besonderes Anliegen. Wir möchten, dass sich unser Haus an seine Bewohner anpasst, nicht umgekehrt. Die Bewohner und ihr Leben bestimmen die Raumaufteilung, Luftraum und Wintergarten lassen sich auch im Nachhinein noch zu Zimmern umbauen und somit demLebenszyklus anpassen.

Durch die einfache Bauweise, den hohen Grad an Vorfertigung und die Einstofflichkeit der Gebäudehülle ist das CasaMuta hocheffizient und für Baufehler sehr unempfindlich. Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiges Thema, dem wir mit der Verwendung des Holzbausystems Holz100 der österreichischen Firma Thoma und einer Luftwärmepumpe (Stichwort: Plus-Energiehaus) gerecht werden.

Wie ist das Kundenfeedback?
Wir sind sehr überrascht, dass bereits früh in der Entwicklungsphase, als wir nichts weiter als unsere Idee hatten, schon erste interessierte Kunden auf uns zukamen und Interesse hatten mit uns das CasaMuta Haus zu entwickeln. Das bedeutet, wir beziehen unsere Kunden laufend in die Entwicklung mit ein. Diese Neuerungen findet unser Kunde dann später auch in seinem eigenen CasaMuta-Haus.Ansonsten sind die Rückmeldungen unserer Kunden und Partner, die das Projekt maßgeblich mit nach vorne bringen, sehr positiv.

holzgemacht, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir konzentrieren uns darauf, das bestmögliche und flexibelste Massivholz-Systemhaus zu einem unschlagbaren Preis für unsere Kunden zu entwickeln. Unser Ziel ist es, das unsere Kunden auf ihren Hausbau mit einem Lächeln zurückschauen und sich jedes Mal freuen, wenn sie nach Hause kommen. Das ist unser Ziel, dafür brennen wir.
In fünf Jahren wollen wir Marktführer für ökologische System-Massivholzhäuser inder von uns definierten Zielgruppe für die DACH-Region sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Konzentriert euch kompromisslos auf die Kundenbedürfnisse. Wobei die Betonung auf kompromisslos liegt! Lasst euch eure Ideen nicht von Experten, oder Leuten die „das schon immer so machen“ verwässern.

2. Hinterfragt Aussagen und Meinungen anderer, wenn ihr eine bessere Idee habt, setzt sie durch.

3. Geht so früh wie möglich mit eurer Idee an die Öffentlichkeit und sprecht mit eurer Zielgruppe. Dadurch bekommt ihr viele Denkanstöße, neue Ideen und seid nah an eurem Markt. Das ist auch wichtig für eure Motivation, denn so habt ihr das Ziel vor Augen und werdet immer wieder angespornt euer Bestes zu geben.

Foto: Arita Cimermane

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Andreas Schaible für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

 

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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