Das Wichtigste ist: An sich und seine Idee glauben

Holidu: Vergleichsportal für Ferienhäuser

Stellen Sie sich und das Startup Holidu doch kurz unseren Lesern vor!
Holidu ist ein Vergleichsportal für Ferienhäuser. Als Metasuchmaschine prüft Holidu Millionen Ferienunterkünfte von über hundert Partnerseiten und ermöglicht Nutzern eine Preisersparnis von bis zu 55 % für dieselbe Unterkunft im selben Reisezeitraum.

Wie ist die Idee zu Holidu entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee für Holidu kam uns bei der eigenen Suche nach einem Ferienhaus in Portugal, wo wir als Brüder einen Familienurlaub geplant hatten. Wir hatten damals auf verschiedenen Ferienunterkunfts-Portalen recherchiert und dabei festgestellt, dass auf fast allen Webangeboten ähnliche Häuser abgebildet sind, aber zu unterschiedlichsten Preisen. Erst als wir uns die Bilder dann näher angeschaut und miteinander verglichen haben, war klar, dass es sich tatsächlich oft um identische Objekte gehandelt hat. Wir haben uns daher die Frage gestellt, ob es nicht möglich ist, ein Portal anzubieten, das den Nutzern eine transparentere und einfache Suche ermöglicht. So, wie man es eben auch von Vergleichsportalen für Flugverbindungen oder Hotels kennt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine große Herausforderung war, schnell ein hochkarätiges Team aufzubauen. Am Anfang, wenn man nur wenig‚ vorweisen‘ kann und potenzielle Mitarbeiter davon überzeugen muss, mit anzupacken und darauf zu vertrauen, dass sich das Unternehmen erfolgreich entwickelt, ist das nicht so einfach. Insbesondere wenn es darum geht, gute Entwickler zu finden. Aber auch hier waren wir erfolgreich und haben ein Team von über 70 reise- und techbegeisterten Mitarbeiter auf die Beine gestellt.

Für die Entwicklung der Bilderkennungstechnologie haben wir 2014 das EXIST-Gründerstipendium erhalten. Kurz darauf haben wir Holidu gegründet und Rasmus Porsgaar stieg als Co-Founder ein. Seitdem investierten EQT Ventures, Venture Stars und Senovo gemeinsam mit den bisherigen Angel-Investoren um den australischen Entrepreneur Chris Hitchen in unser Start-up.

Wer ist die Zielgruppe von Holidu?
Alle Urlauber, die schnell und einfach das beste Ferienhaus oder eine Ferienwohnung zum günstigsten Preis finden möchten. Holidu ist derzeit in 15 Ländern verfügbar: Deutschland, Belgien, Dänemark, England, Italien, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und USA.

Im Bereich B2B arbeiten wir mit über hundert Partnern zusammen, darunter die „Großen“ der Branche wie z. B. Fewo-Direkt, Booking.com und Tripadvisor, aber auch mit vielen kleineren, lokalen Anbietern.

Wie funktioniert Holidu? Wie findet man das passende Ferienhaus?
Um bei den verschiedenen Anbietern die identischen Objekte zu finden und den besten Preis zu zeigen, nutzt Holidu eine selbst entwickelte Bilderkennungstechnologie. Ein transparenter Vergleich ist bei Ferienwohnungen besonders hilfreich, da Preisunterschiede häufig und auch erheblich sind. Viele Vermieter stellen ihre Ferienwohnung oder ihr Ferienhaus auf mehreren Portalen zur Verfügung, um eine größtmögliche Buchungsauslastung zu erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen Gebührenstrukturen der Vermittler entstehen dabei Preisdifferenzen von bis zu 55 %.

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung des Vergleichsportals Holidu war es, zuverlässig zu erkennen, wenn dieselbe Ferienwohnung gleichzeitig auf verschiedenen Internetseiten angeboten wird. Denn anders als bei Flügen oder Hotels gibt es im Ferienwohnungsmarkt keine standardisierten Identifikationsnummern. Auch die Beschreibungstexte, Lageinformationen und Fotos sind bei einem Ferienhaus nicht einheitlich bei den jeweiligen Anbietern aufgeführt.

Wir lösten dieses Problem mit einer eigens entwickelten Bilderkennungstechnologie, die zum Beispiel dasselbe Wohnzimmer erkennt, auch wenn es zu einem anderen Zeitpunkt und aus einem anderen Winkel fotografiert wurde. In Kombination mit weiteren Datenpunkten können so dieselben Objekte auf unterschiedlichen Plattformen identifiziert und ein verlässlicher Preisvergleich erstellt werden.

Wie ist das Feedback?
Sehr gut. Wir sehen, dass Holidu ein echtes Kundenbedürfnis erfüllt: Der stark nachgefragte Ferienhausmarkt war bisher völlig intransparent und für Reisende schwer zu durchschauen. Hier schließt Holidu als Metasuchmaschine definitiv eine Marktlücke.
Für die Website wie auch für die App verzeichnen wir kontinuierlich steigende Nutzerzahlen.

Holidu, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir bauen unser internationales Wachstum weiter aus: Portugal, unser jüngster Zuwachs, macht uns persönlich besonders stolz. Dort wurde die Idee für Holidu schließlich geboren. Der Launch in Portugal macht uns zudem wieder bewusst, dass ein transparenter Preisvergleich von Ferienhäuser alles andere als selbstverständlich ist. Denn: Holidu ist in Portugal nun die erste und einzige Suchmaschine für Ferienhäuser.

Zudem werden wir auch in Zukunft technische Innovationen entwickeln, um mit neuen Funktionen und Produkten Trends zu setzen, erfolgreich zu sein sowie schnell und flexibel auf Veränderungen im Reisemarkt und auf neue Bedürfnisse der Reisenden eingehen zu können. Denn wir wissen: die Tourismusindustrie ist volatil und hoch kompetitiv.

Das betrifft vor allem die mobilen Dienste. Die Holidu-App ist derzeit die einzige mobile Metasuche mit einer Voting-Funktion am Ferienhausmarkt, und wir gehen damit einen Schritt in Richtung soziales Netzwerk. Wer mit Freunden oder Familie einen Ferienhausurlaub plant, kann mit der App gemeinsam nach Unterkünften suchen und über die Favoriten abstimmen. Solche Features und Services werden wir ausbauen und weiterentwickeln.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Das Wichtigste ist: An sich und seine Idee glauben. Zudem hilft es, stets den Austausch zu suchen, aber es ist auch wichtig, das Feedback dann auch richtig einschätzen zu können.

Und: Man darf und sollte groß denken! Wenn man versucht große Probleme zu lösen, ist es leichter, Geld einzusammeln, Mitarbeiter zu finden und zu begeistern und am Ende dann auch eine erfolgreiche Firma aufzubauen.

Bild: BLENDE11 FOTOGRAFEN

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Johannes und Michael Siebers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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