Samstag, April 17, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Holidu Suchmaschine für Ferienwohnungen und Ferienhäuser

Stellt euch doch kurz unseren Lesern vor

Johannes: Als Geschwister haben wir schon lange den Plan gehegt, selbst ein Unternehmen zu gründen. Michaels technischer Hintergrund und meine Erfahrungen aus dem Venture-Capital-Bereich ergänzen sich sehr gut. Manche denken vielleicht: Wie kann man bloß mit seinem Bruder gründen? Wir denken: Wie könnte man nicht!

Wie ist die Idee zu Holidu entstanden?

Michael: Die Idee für Holidu kam uns bei der Suche nach einem Ferienhaus für einen gemeinsamen Urlaub in Portugal. Während der Recherche hatten wir festgestellt, dass oft ein und dasselbe Ferienhaus auf mehreren Buchungsplattformen auftaucht – jedoch zu unterschiedlichen Preisen und Verfügbarkeiten. Wenn ein transparenter Preisvergleich für Flüge und Hotels schon lange möglich ist, warum dann nicht auch für Ferienhäuser und -wohnungen? Uns war klar: Diese Marktlücke müssen wir schließen. 

Habt ihr Investoren an Bord?

Johannes: Wir freuen uns sehr, großartige Partner gefunden zu haben, die unsere Vision teilen. Im Herbst 2019 hat Holidu eine Series-C-Finanzierungsrunde über 40 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Prime Ventures. Neu eingestiegen sind außerdem die Kapitalgeber coparion und MairDuMont Ventures. Alle bestehenden Investoren, darunter EQT Ventures, Venture Stars, Senovo und Business Angel Chris Hitchen, investierten ebenfalls erneut in der Runde. Die Series C wurde im August 2020 um 5 Millionen Euro erweitert, davon 4 Millionen als privates Investment von Kees Koolen, ehemaliger Booking.com-CEO. 

Das Investment von Kees Koolen zeigt uns, dass erfolgreiche Investoren weiterhin an Travel-Tech-Start-ups mit guten Strategien glauben. Seine Investition sowie seine kontinuierliche Beratung und Unterstützung als Beiratsmitglied sind für uns ein großer Vertrauensbeweis, sowohl in unser Unternehmen als auch in die Branche. Auch andere Investoren sind durch unser Wachstum im Krisenjahr 2020 auf uns aufmerksam geworden.

Wie hat sich euer Unternehmen in der Coronakrise entwickelt?

Michael: In Summe: sehr gut, aber es war auch eine Achterbahnfahrt. Im April letzten Jahres gingen die Buchungen gegen Null und in den nächsten Wochen folgten zahlreiche Stornierungen. Als dann im Frühsommer der Lockdown aufgehoben wurde und Reisen wieder erlaubt war, stieg das Buchungsvolumenen explosionsartig an. Dank unseres großartigen Teams und unseren eigenen Technologien waren wir in der Lage, schnell zu reagieren und so Millionen von Reisenden einen langersehnten Urlaub im Sommer und Herbst 2020 zu ermöglichen. Aufgrund des erneuten Lockdowns ging die Nachfrage nach Ferienhäusern im Winter wieder zurück, aber aktuell sehen wir wieder stark wachsende Buchungszahlen und viel Zuversicht, dass Reisen im Sommer 2021 möglich sein wird.

Was ist euer USP?

Johannes: Die Mission von Holidu ist es, das Suchen und Buchen von Ferienwohnungen endlich einfach zu machen. Mit einem synergetischen Zusammenwirken zweier Geschäftsmodelle deckt Holidu die komplette Wertschöpfung ab: Die gleichnamige Suchmaschine für Ferienhäuser und -wohnungen ermöglicht Reisenden, Ferienhäuser auf mehr als tausend Portalen weltweit zum niedrigsten Preis zu finden. 

Unter der Marke Bookiply bietet das Unternehmen eine Software- und Servicelösung für Ferienhausvermieter an und unterstützt diese, indem Ferienhäuser auf den größten Reise-Internetseiten inseriert, Kalender synchronisiert und mehrsprachige Beschreibungstexte sowie professionelle Fotos erstellt werden.  

Wie wichtig ist das Gründerteam für den Erfolg?

Michael: Wenn man uns fragt, was das wichtigste bei der Gründung war, sind wir uns einig: das Vertrauen zueinander. Etwas Eigenes auf die Beine zu stellen hat uns schon immer fasziniert. Und wir wussten, dass wir das zusammen machen wollen. Als Brüder vertrauen wir uns blind und wissen, wir können uns 100%-ig aufeinander verlassen. Im Wagnis der Unternehmensgründung ist das nicht zu unterschätzen.

Johannes: In einem Start-up kommt es ständig zu komplizierten und unvorgesehenen Problemen, die in kurzer Zeit gelöst werden müssen. Festes Vertrauen sowie eine schnelle und direkte Kommunikation sind da sehr hilfreich. Als Brüder sind wir immer und zu jeder Zeit sehr ehrlich. Wir verstehen schnell, was der andere meint – und wie er es meint.

In welchen Ländern seid ihr aktiv?

Johannes: Holidu hat 21 Länderdomains. Wir sind also aktiv in 21 Märkten mit lokalen Websites. Zu 95 Prozent sind wir bisher auf dem europäischen Markt aktiv. In diesem Jahr wollen wir ausgehend von New York und einem Mitarbeiter dort mit der Ferienhaus-Suchmaschine Holidu auf dem US-amerikanischen expandieren. 

Unser Hauptsitz ist in München, daneben haben wir mit unserer Tochtergesellschaft Bookiply auch acht lokale Niederlassungen, beispielsweise in Bozen, Hamburg und Tirol, aber auch auf Mallorca, Teneriffa und in Portugal. Im Frühjahr kommen drei weitere Büros in Mailand, auf Sardinien und in Malaga hinzu. Mit diesen Büros betreuen wir die Gastgeber vor Ort und stellen so sicher, dass wir die schönsten Häuser vor Ort akquirieren und auf unserer Plattform anbieten können.

Wie hat sich euer Unternehmen seit der Gründung verändert?

Michael: Seit der Gründung 2014 rasant. Wir beschäftigen mittlerweile über 220 Mitarbeiter aus mehr als 40 Nationen. 2016 ging die Tochtergesellschaft Bookiply an den Start, die sich mit Software und Service an Ferienhausvermieter richtet. 

Wie kommen die Kunden zu euch?

Johannes: Wir setzen auf Suchmaschinen-Marketing, TV-Werbung und PR. Zudem haben wir viele wiederkehrende Kunden und Empfehlungen. Monatlich verzeichnet die Suchmaschine Holidu jeden Monat über 25 Millionen Besucher. 

Für Bookiply setzen wir zusätzlich auf regionales Offline-Marketing und persönlichen Kontakt mit unseren Ansprechpartnern vor Ort, um unsere Zielgruppe bestmöglich zu erreichen. Selbstverständlich nutzen wir auch Social-Media-Kanäle für unsere Marken und Unternehmenskommunikation. 

Welche sozialen Medien nutzt ihr für euer Geschäft?

Michael: Wir sind auf allen wichtigen Kanälen aktiv: Instagram, Facebook, LinkedIn und Twitter. Auf Instagram haben wir sogar zwei verschiedene Accounts: Holidu richtet sich mit Reisetipps an Urlaubsinteressierten, mit lifeatholidu geben wir spannende Einblicke in die Arbeitswelt bei Holidu. Auch auf Youtube kann man uns folgen, hier sind wir Spots und Erklärvideos online, wie etwa zur neuen Filtersuche “Kostenlose Stornierung”.   

Wie wichtig sind Messen, Events und Workshops für den persönlichen Erfolg?

Johannes: Unser HR-Team ist regelmäßig auf Messen und Career-Events unterwegs, auch international. Derzeit nutzen wir Online-Formate. In unserem Office hatten wir vor Corona auch regelmäßig Hackathons veranstaltet. Networking ist auch wichtig, etwa auf der Reisemesse ITB. 2020 waren wir als Speaker bei der Bits & Pretzel dabei, die erstmals virtuell stattfand. 

Welche Bücher kannst du persönlich für die Weiterbildung empfehlen?

Michael: Management-Bücher helfen uns zu reflektieren, zu lernen und auf neue Ideen zu kommen. Als Start-up muss man innovativ sein, aber man sollte nicht versuchen, an jeder Stelle das Rad neu zu erfinden. Wir haben uns bei unseren Unternehmensprozessen an erfolgreichen Beispielen orientiert. So konnten wir viele der typischen Probleme schnell wachsender Start-ups vermeiden. 

Diese Bücher kann ich persönlich empfehlen:  Trillion Dollar Coach, The Hard Thing About Hard Things, The Five Dysfunctions of a Team Principles, 21 Lessons for the 21st Century

Welche 3 Tipps hast du für junge Unternehmen?

Johannes: Wenn man zusammen gründet, muss man in dieselbe Richtung blicken. Vor dem Launch der Suchmaschine haben wir Michael und ich uns quasi ein Jahr lang eingesperrt und am Konzept gearbeitet. Das funktioniert nur mit einem Geschäftspartner, mit dem man sich auf allen Ebenen verbunden fühlt. 

Wer in der Tourismusbranche gründen möchte: Das ist eine millionenschwere und emotional überaus positiv besetzte Branche. Doch sie ist auch sehr volatil. Da steht man schnell vor Problemen, mit denen man nie gerechnet hat. Besonders für eine Herausforderung wie die Corona-Pandemie gibt es kein Playbook. Da heißt es: Schnell und richtig reagieren. Oft ist es sinnvoll, Kontakt zu den Behörden oder Stakeholdern vor Ort aufzunehmen – oder im besten Fall schon aufgebaut zu haben. Ein starkes, internationales Team mit lokalem Know-how ist hier unverzichtbar.

Michael: Die Branche ist auch unglaublich kompetitiv. Da ist ein technologischer Vorteil essentiell. Seien es der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die stetige Optimierung der Such-Algorithmen oder die Kommunikation via Chatbots – die gesamte Branche ist technologisch im Aufbruch. 

Wo seht ihr euch in den nächsten fünf Jahren? 

Johannes: Was Corona angeht: Mit den Impfungen sehe ich Licht am Ende des Tunnels und bin auch zuversichtlich, dass es keinen dritten Lockdown geben wird. Falls doch: Wir sind finanziell gut aufgestellt und sind optimistisch, dass wir im Sommer und Herbst bei Holidu wieder Rekordzahlen bei den Buchungen verzeichnen werden. Wir glauben und sind optimistisch, dass viele Menschen auf den Geschmack gekommen sind auf Ferienhausurlaub. Wir möchten unseren Nutzern das bestmögliche Suchergebnis bieten. Und mit Bookiply Gastgebern den bestmöglichen Vermietungsservice. 

Michael: Es macht Spaß, zu wachsen. Aber das ist zweitranging. Für uns ist es wichtig, eine gute Firma aufzubauen und einen Mehrwert zu schaffen für Reisende und Gastgeber. Dabei ist es uns auch enorm wichtig, dass sich die die Firma für Investoren und Mitarbeiter auszahlt. Wir möchten einen tollen Arbeitsplatz bieten, wo das Team an spannenden Projekten arbeiten kann. Und dass wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeiten geschaffen haben. 

Wir bedanken uns bei Johannes und Michael Siebers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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