Hohe Finanzierung für Plattform für Arzneimittelsicherheit

Das Münchner Startup Medikura Digital Health GmbH sammelt eine hohe sechsstellige Summe von Privatinvestoren ein und erhält zusätzlich Fördergelder der Europäischen Union für die Innovationskraft der Online-Plattform Nebenwirkungen.de. Partner wie die Krankenkasse IKK BB sorgen für die Verbreitung des Services.

Nebenwirkungen von Arzneimitteln sind ein gesellschaftliches Problem. Denn bislang werden pro Jahr nur 28.000 Fälle von Nebenwirkungen in Deutschland gemeldet, geschätzt leiden jedoch sechs Millionen Menschen darunter. Durch diese Diskrepanz werden die Unverträglichkeiten häufig gar nicht oder mit zu wenigen Daten an den Arzneimittelhersteller übermittelt. Bei jedem dritten Medikament werden sogar noch bis 12 Jahre nach Marktzulassung schwerwiegende Nebenwirkungen aufgedeckt. Die Geschäftsführer der Medikura Digital Health GmbH, Dr. Friderike Bruchmann und Dr. Philipp Nägelein aus München, möchten dieses Problem lösen – mit Nebenwirkungen.de, einer einfachen und digitalen Online-Plattform, die den Meldeprozess von Nebenwirkungen automatisiert. Dieses Konzept hat nun auch einige strategische Investoren überzeugt, die eine hohe sechsstellige Summe in das Startup investieren. Darüber hinaus erhalten Bruchmann und Nägelein eine Förderung durch die Europäische Union im Rahmen des Horizon-2020-Programms sowie eine finanzielle Förderung durch die Bundesregierung und den Freistaat Bayern.

Medikura überzeugt Privatinvestoren und die Politik

Die Pharmabranche digitalisieren – das ist eine große Herausforderung, der sich Bruchmann und Nägelein stellen. Die beiden Geschäftsführer kennen sich vom gemeinsamen Studium am CDTM (Center for Digital Technology and Management der LMU und TU) in München. Doch die Gründungsidee kam Friderike Bruchmann nachdem sie selbst unter starken Nebenwirkungen eines Antibiotikums litt, die noch nicht im Beipackzettel aufgeführt waren. „Ich wollte meinen Fall damals behördlich melden, empfand den Prozess jedoch als äußerst umständlich und langwierig“, erklärt Bruchmann. Nach einem Jahr intensiver Marktrecherche und Gesprächen mit Experten aus medizinischen Fachkreisen, Patientenorganisationen sowie Vertretern der Pharmaindustrie trieb sie zusammen mit Tobias Nendel und Philipp Nägelein das Konzept für die Plattform voran.

Bereits Ende 2017 erhielten sie dafür eine Förderung durch die Bundesregierung und den Europäischen Sozialfonds. Neben der erfolgreich abgeschlossenen Finanzierungsrunde mit privaten Investoren, die teilweise selbst erfolgreiche Unternehmen in der Pharmabranche führen und einen hohen sechsstelligen Betrag in das Healthcare-Startup fließen lassen, konnte sich Medikura beim Horizon-2020-Programm der Europäischen Union durchsetzen, bei dem in der ersten Phase nur 13 andere Unternehmen aus Deutschland aufgenommen wurden. Kurz zuvor wurden sie mit dem Gründerpreis des Bundeswirtschaftsministeriums sowie dem Bayerischen Innovationspreis Gesundheitstelematik ausgezeichnet. „Unsere nächsten Ziele sind die Ausweitung unserer Plattform in Österreich und der Schweiz, um uns dann ab Mitte 2019 auf den europäischen Roll-Out fokussieren zu können“, erklärt Nägelein.

Kooperationen mit Krankenkassen und Partnern aus dem Gesundheitssystem

Um sich fest im Gesundheitssystem zu etablieren, setzt Medikura auf Kooperationen mit Krankenkassen, Gesundheitsplattformen und Patientenorganisationen. Die Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin (IKK BB) zum Beispiel ist einer der ersten Gesundheitspartner, welche den Meldeservice von Nebenwirkungen.de ihren Kunden zur Verfügung stellen. Der Online-Service für Nebenwirkungen wird von der Krankenkasse auf deren Webauftritt www.ikkbb.de zugänglich gemacht. Geplant ist auch die Einbindung in die IKK BB-App für Versicherte. So können Nebenwirkungen noch komfortabler gemeldet werden. Weitere Kooperationen mit weiteren Partnern aus den verschiedensten Bereichen des Gesundheitswesens sind bereits in Planung.

Bild:©blende11

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Quelle: Startup Communication e.K.

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