Lernt aus den Fehlern!

hiMoment Gründer Christoph Schnedlitz war in der StartUp Show 2 Minuten 2 Millionen wie es nach der Show weiterging erzählt er im Interview

Wie ist die Idee zu hiMoment entstanden, wann wurde die Firma gegründet und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammen gefunden?
Das ist einge lange Geschichte (lacht). Ich war mit 27 Jahren als Expat in Indien und habe dort eine Fabrik mitaufgebaut. Damals hatte ich alle Ziele erreicht, die ich geglaubt habe zu haben. Und war dennoch nicht sehr glücklich. Ich wollte dann einen Heimaturlaub in Österreich nutzen, um dieser Frage nachzugehen, und bin in die Berge gegangen um zu meditieren. Dort kam ich in ein Unwetter. Zwei Stunden lang spürte ich den Boden bei jedem Donner vibrieren. Als ich heil vom Berg runterkam, war mir irgendwie klar, dass ich was ändern möchte.

Ich habe dann begonnen, mich mit der Glücksforschung zu beschäftigen, habe auf dieser Basis die hiMoment Methode entwickelt, und schließlich meinen Job gekündigt, um mich der Wiener Startup Szene anzuschließen. Dort fand ich dann nach längerer Suche in Jan Hrubý meinen ersten CoFounder (CXO – Chief Experience Officer). Gemeinsam haben wir uns dann Hermann Ziak geangelt, einen Experten für künstliche Intelligenz.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen? Welche Vision steckt hinter hiMoment?
Es dauerte wirklich lange, bis ich mit Jan und Hermann Partner fand, die an hiMoment glaubten. Gute Softwareentwickler bekommen jede Woche eine CoFounder Position angeboten. Und die falschen Personen will man sich auch nicht an Board holen. Das Projekt hing deshalb einige Male am seidenen Faden, bis ich endlich das Team zusammen hatte.

Unsere Vision: Der „Markt für Glück“ ist milliardenschwer, doch er ist analog (Coaching- und Therapieleistung) und daher sehr elitär.
Wir wollen, dass jede und jeder mit hiMoment die Möglichkeit hat, zur besten Version von sich selbst zu werden. Uns treibt vor allem das Bewusstsein, dass glückliche Menschen länger leben, produktiver und kreativer sind, mehr spenden und für die Gemeinschaft tun, und auch andere Menschen glücklicher machen können. Das wäre doch was…

Wer ist die Zielgruppe von hiMoment?
Glücklich sein wollen eigentlich fast alle. Wir richten unser Angebot aber erstmals an Menschen aus Westeuropa, die zwischen 25 und 45 Jahre alt sind.

Wie funktioniert hiMoment?
Wie beginnst du deinen Tag? Viele von uns stehen auf, frühstücken, putzen sich die Zähne, ziehen sich an, und dann geht’s raus in den hektischen Alltag. Und irgendwann kommt man dann nach einem langen Tag geschlaucht nach Hause und fragst sich: „wieso eigentlich?“. Mit hiMoment brechen wir das auf. hiMoment gibt dir morgens einen happiness boost, indem es dir von komplexen Algorithmen behutsam ausgewählte Momente aus deinem Lebens zeigt – Momente, die dich für den Tag öffnen. Ein nettes Kompliment, das du letztens bekommen hast, einen kleinen Arbeitserfolg, den du längst schon wieder vergessen hättest, oder einen besonders schönen Moment mit deiner besten Freundin. Das hat einen ziemlich großen Impact auf deine Wahrnehmung und du wirst ganz anders durch den Tag gehen. Und wenn du dann nach Hause kommst, fragt dich die App eine einfache Frage, die dein Leben verändern wird: „Was war dein bester Moment heute?“

Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Menschen ist ganz einfach die Wahrnehmung. hiMoment bringt dir bei, deine auf die guten Dinge im Leben zu richten, und gibt dir wenn du es brauchst (zB wenn du nervös vor einem wichtigen Pitch bist) einen happiness boost.

Sie waren mit hiMoment in 2Minuten 2 Millionen die Startup Show. Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet?
Ich habe pitchen trainiert, mich selbst dabei mit der Videokamera aufgenommen und vor allem an meiner Gestik gearbeitet. Und natürlich viel Feedback eingeholt. Jan und Hermann haben inzwischen geschaut, dass unsere Website und App den Ansturm der ZuseherInnen aushält.

Wie ist das Medien Echo nach der Show?
Wir sind überwältigt. Glück geht alle was an, deshalb hat man unsere Geschichte nicht nur in den Startup Medien, sondern auch in den großen Tageszeitungen aufgegriffen. Wir bekommen jetzt noch Interviewanfragen am laufenden Band.

Wie ist das Feedback der Kunden nach dem Auftritt in der Startup Sendung 2 Minuten 2 Millionen? Wie hat sich die Nachfrage entwickelt?
Die Downloadzahlen und Zugriffe während der Show waren enorm und haben unsere Erwartungen noch übertroffen. Wir hatten zuvor Probleme mit österreichischen UserInnen, weil wir keine deutschsprachige Version hatten und die Leute hier aus Datenschutzbedenken Facebook Login ablehnen. Dafür haben wir einiges an hate bekommen. Deshalb haben wir extra für die Show eine deutschsprachige Version der App gemacht und unseren Login geändert. Jetzt passts und wir bekommen viel Zuspruch. Einige schreiben uns sogar persönlich an und erzählen uns aus ihrem Leben. hiMoment gibt einigen Menschen viel Hoffnung, das rührt uns.

Welchen Investor hatten Sie im Auge?
Michael Altrichter war unser klarer Favorit. Er ist nicht nur Startup Experte, Business Angel of the Year, und Aufsichtsratsvorsitzender des startup300 Netzwerks (Anm: ein Business Angel Netzwerk mit Sitz in Linz); er hat auch einen unglaublichen Lebenslauf: Promovierter Physiker, Offizier beim Jagdkommando, und selbst ein Entrepreneur, wie er im Buche steht – 5 Monate nach Gründung seines Unternehmens payolution hat er es um Millionen verkauft.

Würden Sie anderen Startup Unternehmen die Teilnahme an der Sendung empfehlen?
Die Show ist eine Riesenchance, die man nicht ungenutzt lassen darf: Es geht um viel Geld und natürlich auch um mediale Aufmerksamkeit. Zudem zwingt die Show dich zu Höchstleistungen in der Vorbereitung – mehr noch als ohnehin schon

hiMoment, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Zuerst wollen wir uns in Europa durchsetzen – im Vergleich zu unserer Konkurrenz sind wir die einzigen, die ohne Menschen und ohne Content auskommen. Kein Coaches, keine Meditationsanleitungen, und keine Coachingvideos – hiMoment verwendet die Kraft deines eigenen Lebens, um dir einen happiness boost zu geben. Dadurch sind wir nicht nur deutlich persönlicher, sondern können auch rascher über Sprach- und Kulturbarrieren skalieren. Sobald wir soweit sind, greifen wir den US Markt an. Der ist hart umkämpft und teuer. Aber wir haben einen großen Vorteil. Und schließlich kommen wir aus Wien – einst die Stadt von Sigmund Freud.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Sucht euch eure CoFounder so gewissenhaft aus wie eure Ehepartner.
Lasst euch nicht durch Misserfolge abschrecken – die gehören dazu, Lernt aus den Fehlern, konzentriert euch aber vor allem auf eure Erfolge. Jeder kleine Schritt nach vorne, jedes gute User Feedback, jeder gelungene Pitch – Erfolg, Selbstbewusstsein, und Ausdauer sind wie Glück davon abhängig, worauf wir unsere Wahrnehmung richten.

Bild: hiMoment Gründer v.l.n.r. Jan Hrubý, Christoph Schnedlitz und Hermann Ziak

Copyright: © Michael Beck

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Wir bedanken uns bei Christoph Schnedlitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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