Verliere nie dein Ziel aus den Augen!

HiMate kostenlose Gutscheine für  Kultur- und Freizeitangebote

Stellen Sie sich und das Startup HiMate doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Thomas Noppen, Mitgründer und Geschäftsführer von HiMate! Mit HiMate! schaffen wir Situationen des Austauschs zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller und finanzieller Hintergründe. Das tun wir über eine Online-Plattform, auf der Unternehmen aus den Bereichen Kultur und Freizeit kostenlose Gutscheine für Events und Angebote bereitstellen. Zu unseren Partner zählen u.a. Konzertveranstalter, Kinos, Sportvereine oder Theater. Diese geben wir dann an Geflüchtete weiter, um ihnen die Tür in das deutsche Gesellschaftsleben zu öffnen und zu helfen, sich zu integrieren.

HiMate! gibt es seit 2015 und erreicht in Berlin derzeit etwa 15.000 „Newcomer“ wie wir sie nennen.

Wie ist die Idee zu HiMate entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zur Gutscheinplattform entstand zur Hochphase der Flüchtlingsströme im Herbst 2015 als wir unzählige Geflüchtete sahen, die oft erfolglos nach Kontakt- und Integrationsmöglichkeiten suchten und andererseits viele Unternehmen kannten, die schnell und einfach Menschen in ihrer Notlage helfen wollten. Mit unserem Ansatz konnten wir dann nicht nur die Vermittlung von Spenden vereinfachen, sondern auch effektiv Menschen zusammenbringen.

Unser Gründerteam besteht aus einigen erfahrenen Unternehmern, die durch vorherige Gründungen schon bestens vernetzt waren. So hatten wir nicht nur schnell einen tatkräftigen Unterstützerkreis, sondern auch starke Unternehmenspartner mit an Bord.

Welche Vision steckt hinter HiMate?
Mit HiMate! wollen wir Integration und kulturellen Austausch leichter machen. Beides ist Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, den wir in Deutschland zunehmend bedroht sehen. Warum? Weil sich viele Menschen nie begegnen und so auf allen Seiten Vorurteile entstehen. Begegnung scheitert aber leider für viele Menschen an finanziellen Hürden; der Konzert- oder Kinobesuch ist schlicht zu teuer. Indem wir diese Hürden abbauen, ermöglichen wir mehr Menschen gesellschaftliche Teilhabe und sorgen dafür, dass mehr Austausch stattfindet. Die Vision hinter HiMate! beschränkt sich also nicht auf Geflüchtete.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung als Social Startup ist sicher, sowohl finanziell eine Grundlage zu schaffen, als auch am Ende des Tages noch die Welt wirklich ein Stückchen besser zu machen. In unserem Bereich kommt hinzu, dass wir eine Zielgruppe ansprechen, zu der es zuvor nicht viele Erfahrungswerte gab. Das sind wir angegangen, indem wir von Beginn an viel mit Nutzern geredet haben, Feedback eingeholt haben und irgendwann angefangen haben, Geflüchtete ins Team zu holen. So wussten wir immer sehr gut Bescheid darüber, wie sich die Bedürfnisse der Angekommenen verändern – und inwiefern wir uns verändern müssen, um weiter relevante Wirkung zu haben.

HiMate! finanziert sich als gemeinnütziges Unternehmen bislang ausschließlich aus Spenden. Wir haben zwei erfolgreiche Crowdfunding-Runden hinter uns und haben Ende 2017 eine weitere Spendenkampagne gestartet, mit der wir vor allem auf kleine Dauerspenden setzen: https://www.betterplace.org/de/projects/51744-deine-spende-fur-austausch-und-integration-unterstutze-himate

Wer ist die Zielgruppe von HiMate?
Unsere kostenlosen Angebote richten sich an die Menschen, denen wir damit finanziell auch wirklich unter die Arme greifen. Die meisten Nutzer sind derzeit Geflüchtete aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, dem Irak, uvm. Zudem veranstalten wir allerdings jede Woche eigene Community-Events, die offen sind für jeden, der Interesse an kulturellem Austausch hat. Ein Anreiz für engagierte Locals: Ausgewählte Angebote stellen wir mittlerweile auch Tandems aus Newcomern und Locals zur Verfügung. Wer sich also auf einem unserer Events kennenlernt und auch danach noch etwas zusammen unternehmen möchte, kann sich als Gutschein-Tandem bei HiMate! registrieren.

Wie funktioniert HiMate?
Über www. himate.org können Nutzer Gutscheine reservieren. Geht bei unserem Team eine Reservierung ein, kümmern wir uns um die gesamte Kommunikation mit dem Partner. Bei Konzerten werden dann in der Regel die betreffenden Namen auf die Gästeliste geschrieben, bei anderen Events geben wir ganz klassisch Tickets heraus. Der Nutzer erhält dann eine Reservierungsbestätigung mit allen Infos. Bei Erstnutzern überprüfen wir die Identität um sicherzustellen, dass das Angebot auch wirklich von Bedürftigen genutzt wird.

Wie ist das Feedback?
Sehr gut! Das Angebot wird von unserer Zielgruppe sehr gut angenommen und wir erfahren auch von öffentlicher Seite sowie Unternehmerkreisen viel Zuspruch. Was uns aber besonders freut: Bis heute stehen hinter HiMate! rund 40 ehrenamtlicher Unterstützer. Das spricht wohl für sich.

HiMate, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
HiMate! will in ganz Deutschland Integration und Austausch einfacher machen. Wir wissen nun, wie es in Berlin funktioniert und sind überzeugt, auch anderswo gebraucht zu werden. Deshalb gehen wir 2018 weitere deutsche Städte an; im März starten wir in Düsseldorf. Ziel ist es, vor Ort Teams aufzubauen, die die Idee dann dort selbst vorantreiben – in 5 Jahren dann mindestens deutschlandweit.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
– Verliere nie dein Ziel aus den Augen und verliebe dich nicht zu sehr in deine Idee
– Immer weiter! Gründen ist kein Sprint, sondern ein Marathon
– Done is better than perfect

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thomas Noppen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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