Finde heraus, wonach du in deinem Leben strebst

Hilo Cafe nachhaltiger und fairer Kaffee verbindet dich direkt mit den Kaffeebauern

Stellen Sie sich und das Startup Hilo Cafe doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Martín Rojas Arboleda und komme aus Kolumbien. Ich kam nach Deutschland, um nachhaltige Entwicklung im Master zu studieren. Mein Herzensthema ist Nachhaltigkeit und ich denke, dass es die Verantwortung unserer Generation ist nachhaltiger zu werden. Hilo ist ein alternatives System für den konventionellen Kaffeehandel. Es ist ein Projekt, das wissenschaftliche, wirtschaftliche und soziale Initiativen kombiniert, um Nachhaltigkeitsprozesse im Kaffeesystem anzustoßen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich denke, dass im Zeitalter der Nachhaltigkeit systemische Veränderungen die Regel sein sollten und nicht die Ausnahme. Ich habe es zu meiner beruflichen Entscheidung gemacht danach zu streben. Hilo ist ein langfristiges Experiment sowie der Versuch einen systemischen Wandel auszulösen, der die Akzeptanz der dahinterstehenden Komplexität voraussetzt. 

Welche Vision steckt hinter Hilo Cafe?

Wir möchten einen neuen Standard im Kaffeehandelssystem festlegen: Wir treten für Werte ein, die langfristige Nachhaltigkeitsprozesse anstoßen und aufrechterhalten.

Warum braucht Kaffee eine systemische Veränderung? 

Normalerweise wird der Kaffee, den wir trinken, in einem System hergestellt, das im 19. Jahrhundert entstanden ist. Ein System, das auf niedrigen Preisen basiert, die von den internationalen Märkten festgelegt werden. Es gleicht niedrige Preise durch große Mengen aus. Für große Mengen werden billige Arbeitskräfte benötigt und es geht mit sozialer Ungleichheit und Umweltzerstörung einher. So werden beispielsweise jedes Jahr 100.000 Hektar Tropenwald für Kaffeeplantagen abgeholzt. In 2019 ist der internationale Preis für Kaffee so niedrig wie seit 14 Jahren nicht mehr. Unter 0,5 EUR/500g, was nicht einmal die Produktionskosten deckt. 

Das muss sich ändern. 

Mit Hilo schlagen wir ein alternatives System vor, das den Kleinbauern ein monatliches Einkommen bietet. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Nachhaltigkeit. Die Bauern, die diesen Kaffee produzieren, erhalten seit Mai 2019 ein monatliches Einkommen, und wir wollen dies weiterhin ermöglichen. Deshalb machen wir eine Crowdfunding-Kampagne.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung bestand darin, herauszufinden, wie wir uns weiterentwickeln können, während wir dezentral und aus intrinsischer Motivation arbeiten: In der Tat eine sehr steile Lernkurve! Bisher haben wir freiwillig gearbeitet und einige Investitionen getätigt, um die Grundlage für unser Projekt zu schaffen: Ein engagiertes Team, eine Wertschöpfungskette und eine Kommunikationsinfrastruktur sind bereits etabliert. Die größte Herausforderung besteht nun darin, eine Finanzierung der Arbeitskräfte hier in Deutschland zu ermöglichen. Das ist ein weiterer Grund unsere Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen. 

Wer ist die Zielgruppe von Hilo Cafe?

Viele Menschen konsumieren Kaffee, viele Menschen machen sich Sorgen über den Klimawandel und wollen, dass sich Systeme ändern. Einige Menschen glauben, dass die Lösung des Klimawandels viel mehr bedeutet, als die Reduzierung der CO2-Emissionen und dass er komplex und systemisch ist. Wir sprechen mit jedem von ihnen und motivieren sie, sich unserem Netzwerk anzuschließen! Daher sagen wir Join the weave!

Was ist das Besondere an dem Kaffee? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Hilo zielt darauf ab eine Kompensation für die Kaffeeproduktion auf Grundlage eines universellen monatlichen Grundeinkommens und durch gemeinschaftlich-soziale Landwirtschaft zu erreichen. Wir glauben, dass es das erste Mal sein könnte, dass es ein System gibt, das Erzeuger und Verbraucher so integriert.

Hilo Cafe, wo geht der Weg hin? 

Nachdem wir unser Konzept mit der jetzt laufenden Crowdfunding-Kampagne in Startnext erfolgreich bewiesen haben, werden wir unsere Infrastruktur fertig ausbauen, um so die kritische Masse zu erreichen: Ein großes Projekt mit großer Wirkung. Wir etablieren eine Organisation, an der sowohl Produzenten als auch Verbraucher beteiligt sind und bewegen uns vom Handel zur Erhaltung eines neuen nachhaltigen Systems. Das bedeutet: Ein regelmäßiges Einkommen für unsere Kaffeebauern-Familien im Austausch für die Kaffeeernte 2020 sowie die Finanzierung unseres Bildungsprojektes sind jeweils für ein ganzes Jahr gesichert. Es bedeutet auch, dem Ziel, ein geregeltes Einkommen für die Kaffeeindustrie zum Standard zu machen, einen Schritt näher zu sein.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchte ich nach dem Aufbau des ersten Hilo-Fokusteams drei weitere Hilo-Fokusteams coachen. Gerne würde ich auch weitere Produkte in das Hilo System integrieren. Mit Hilo hoffen wir in fünf Jahren ein Netzwerk von Tausenden Menschen entlang unserer nachhaltigkeitsorientierten Wertschöpfungskette zu bilden, inspirieren und verbinden. Hilo soll ein stabiles System sein, das parallel zum konventionellen Kaffeehandel funktioniert und den Break-even-Punkt erreicht hat und mindestens 9 bis 12 kleine Kaffeeanbau-Familien unterstützt. Wir hoffen die ersten Ergebnisse unseres Bildungsprojektes Jardín Municipio Lector sehen zu können, das im besten Falle viele weitere ländliche Schulen in der Region erreicht hat. Die finanzielle Stabilität und ein stärkeres soziales Gefüge sollen geschaffen sein, so dass wir einen fruchtbaren Boden haben, um Projekte zur ökologischen Nachhaltigkeit anzukurbeln. Letztendlich hoffe ich ein Best-Practice-Vorbild für andere Waren gesetzt zu haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Finde heraus, wonach du in deinem Leben strebst (In meinem Fall ist es Nachhaltigkeit).
  2. Ermutige die Menschen zu verstehen, was sie in ihrem Leben wollen (mit Hilo schaffen wir die Voraussetzungen dafür).
  3. Arbeite mit denen zusammen, die auf das ausgerichtet sind, was du anstrebst (In Hilo sagen wir: Join the Weave!).

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martín Rojas Arboleda für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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