Digitalisierung für unternehmerisches Handeln

Informationsvorsprung, Orientierungsgrundlage, Entscheidungshelfer

Informationstechnologie kann Entscheidungszyklen verbessern. Von Digitalisierung profitieren bedeutet: Informationsvorsprünge, bessere Orientierungsgrundlagen, Umsetzung der richtigen Entscheidungen.

Hilfreiche Managementtechnik: OODA-Loop

Obige vier Großbuchstaben stehen für die Schritte „Observation“, „Orientation“, „Decision“ und „Action“. Anschließend beginnt der Entscheidungs-Kreislauf von Neuem bei „Observation“. Durch schnelleres Durchlaufen des OODA-Loops kann ein Individuum oder eine Organisation einen Vorteil erlangen: Dann nämlich wird der „Gegner“ vor eine neue Gesamt-Situation gestellt. Er muss den OODA-Loop von Neuem durchlaufen oder sein Vorhaben komplett aufgeben.

Nutzen Sie die Digitalisierung für bessere OODA-Loops. Erkennen Sie durch Einsatz von Software Zusammenhänge besser als andere. Spielen Sie hierzu nachfolgende Situation gedanklich durch.

Produkt vom Wettbewerber besser, zum gleichen Preis. Was tun?

Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Konkurrent stellen Universalreiniger her. Verbraucherportale haben Schulnoten vergeben: Ihrem Produkt „Solidity“ eine 2,3, dem Herausforderer-Produkt „Quality“ eine 1,8. Preislich liegen Sie gleich. Die Produktqualität ist kaufentscheidend.

Ihr Betrieb ist gut digitalisiert. Die Mitarbeiter – darunter Datenanalysten – sind OODA-Loop-Experten.

Observation: Gut digitalisierter Betrieb beschafft zügig Informationen

Voraussetzung ist eine breit aufgestellte Software, etwa für Produktentwicklung, Vertrieb, Logistik, innerbetriebliche Verwaltung. Diese simuliert bestimmte Entscheidungen besser als die des Mit-Anbieters.

Data Capturing und Data Analysis arbeiten fließend zusammen: bei der Bereitstellung möglichst vieler relevanter Informationen. „Datensammlern“ und Datenanalysten ist hierbei klar: Informationen sind nie vollständig. Zu langes Daten-Sammeln verlangsamt den OODA-Loop.

Orientation: Mit Smartphone rumspielen ist kein Wettbewerbsvorteil

Alois Weimer ist Gesamtschullehrer in Finnland, dem Primus in Sachen Digitalisierung. Er bemerkt kritisch: „Ich sehe viele Kids, die auf dem Smartphone nur rumspielen. Ob die später mal Zusammenhänge kapieren?“

Genau solche Menschen sind für Ihr Unternehmen jedoch erfolgsentscheidend. Beim zweiten Schritt in unserem Beispiel, der Orientation, verdichten Datenanalysten Informationen. Und stellen fest:

  • Die Konkurrenz ist auf das Produkt fokussiert. Sie besitzt große Datenmengen zu Reinigungs-Flüssigkeiten. Deren Forschung und Entwicklung ist Ihrer überlegen.
  • Bei Marktforschungsdaten liegen Sie gleich auf. Der Wettbewerber benutzt diese wiederum, um seine Reinigungs-Flüssigkeit weiterzuentwickeln.
  • Ihr Betrieb muss handeln, um die angespannte Ertragslage zu beenden.
  • Ein hoher Kredit für zusätzliche Forschung und Entwicklung ist für Sie zu riskant.
  • Ihre  Pluspunkte: „Solidity“ wird zügig ausgeliefert. Mit gutem Service.
  • Über die „Quality-Mitarbeiter“ spricht sich herum: „Die haben keinen Kundenservice nötig. Haben halt ein tolles Produkt.“

Sie überlegen sich trotzdem Ihr unternehmerisches Handeln gut.

Decision: Qualität der Entscheidung beeinflusst Output

Die letzten fettgedruckten Letter sind Ihre Maxime. Mittels Software simulieren Sie anhand obiger Orientierungsgrundlagen verschiedene Handlungs-Szenarien, um sich für das aussichtsreichste Vorgehen zu entscheiden. Sie fragen sich u. a. Folgendes:

  • Welchen OODA-Loop durchläuft der Wettbewerber, wenn ich eine bestimmte Entscheidung umsetze?
  • Welche Risiken existieren bei einem angestrebten Output?

Action: Wettbewerber reagiert zu spät. Und panisch.

Sie gehen ein angemessenes Risiko ein: Zunächst mit einer temporären Rabatt-Aktion, anschließend mit verbessertem Service und einer Public-Relations-Kampagne. Das können Sie sich leisten im Gegensatz zur Investition in Forschung und Entwicklung.

Ihre Rabatt-Aktion ist durchschnittlich, aber glaubwürdig: 20 Prozent Rabatt bis 31. Oktober auf „Solidity“.

Die Reaktion des „Quality-Herstellers“ haben Sie richtig simuliert: Er interpretiert den Rabatt auf Solidity als Eingeständnis einer unterlegenen Qualität. Und pumpt, nochmals verstärkt, alle Ressourcen in Forschung und Entwicklung. Er serviert am Markt „Quality Plus“:

5 Prozent teurer, Schulnote 1,7.

Er rechnet nicht mit Ihrem Vorgehen: Dass Sie ihn in seinem Alleinstellungsmerkmal angreifen werden der Qualität.

Folgendes haben Sie gemacht, was während Ihrer Rabatt-Aktion und der Einführung von „Quality Plus“ nicht im Fokus der Öffentlichkeit stand: Service-Schulungen für Mitarbeiter. Logistik-Dienstleister gewechselt, Zustellung nochmals beschleunigt. Gute PR-Kampagne aufgesetzt, basierend auf Ihrem erlangten Informationsvorsprung „außerhalb der Reinigungsflüssigkeit selbst“: Sie führen „Servality“ ein, zum ursprünglichen Preis von „Solidity“, und nehmen Letzteres sukzessive vom Markt. Via Facebook und Youtube wird vermittelt: „Qualität ist Service. Servality.“ Das Kernprodukt kriegt von den Verbraucherportalen wieder eine 2,3.

Indes hat die Konkurrenz bei Logistik und Service gespart. Die geringfügige Verbesserung der Reinigungs-Substanz hat viele Gelder für Forschung und Entwicklung verschlungen. Der Volksmund hatte recht: Die haben keinen Service nötig.

Die Quittung hierfür: Zustellbarkeit und Service bei Quality Plus – dem an sich besseren Produkt – verschlechtern sich. Lieferschwankungen vergraulen wichtige Schlüsselkunden. Das gute Servicepersonal Ihres Unternehmens ist nur sehr schwer imitierbar.

Die produktverliebten „Quality-Plus-Manager“ reagieren panisch: räumen exorbitante Rabatte ein, entlassen Personal, machen ihr Reinigungsmittel grün statt blau. Stopfen Lücken und haben kein Gesamtkonzept. Nachdem der Umsatz 6 Monate in Folge rückläufig ist, müssen sie sich etwas Neues einfallen lassen.

Fazit & Tipps

  • Fragen Sie sich: Wie hängen Digitalisierung und OODA-Loop zusammen?
  • Bieten Sie Neues: Produkte, Verfahren, Vermarktungswege. Apple kapierte im letzten Jahrhundert: Neues Design bei Hardware macht Speicherkapazität auf einmal uninteressanter.
  • Spielen Sie Obiges gedanklich weiter: Was müssen die Quality-Menschen nun machen? Womit rechnen die Servality-Erfinder am wenigsten?
  • Fahren Sie „Täuschungsmanöver“ wie Obiges, überschreiten Sie allerdings keine moralischen Grenzen. Der Wettbewerber könnte davon profitieren.

Machen Sie Ihre Organisation agiler – nicht nur durch Trainieren des OODA-Loops. Schauen sie immer mal wieder auf:

www.digi-news24.de

Profitieren Sie so von weiterem Input aus Blogs & News zum Thema Digitalisierung.

Anselm Dönhoff

Anselm Dönhoff, Dipl.-Betriebswirt (FH), ist Client Manager bei einem weltweit tätigen Dateninformationsdienstleister. In dieser Funktion unterstützt er Unternehmen bei der Neukundengewinnung. Während seines nebenberuflichen Fernstudiums sammelte er umfangreiche Akquise-Erfahrung bei der Direktvertriebstochter einer bayerischen Großbank. Dönhoff betreibt folgenden Blog zum Thema Digitalisierung: https://digi-news24.de/

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