Sich nicht entmutigen lassen

High5Films mit einem individuellem Erklärfilm für Wiedererkennung sorgen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen High5Films doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind eine Filmproduktion aus Berlin und haben in der Vergangenheit Spiel- und Dokumentarfilme, aber auch Commercials produziert. Im Frühjahr 2016 haben wir ein neues Department eröffnet und seitdem stellen wir auch Animationen, zum Beispiel für Erklärfilme her.

Wie ist die Idee zu High5Films entstanden?
Ursprünglich von den beiden Brüdern Mike und Georg Dehghan gegründet, wollten beide ihre Talente in Regie und Kreation auf der einen Seite, sowie Zahlenverständnis auf der anderen Seite bündeln, um gemeinsam Filme zu produzieren, die sich durch hohe Qualität und kosteneffiziente Produktion auszeichnen. Neben Filmprojekten haben wir immer auch Werbespots produziert. In letzter Zeit wurde auf Kundenseite die Frage nach Animationen immer lauter, entweder als Ergänzung zum Realfilm oder als eigenständiges Produkt. Eine kurze Marktanalyse ergab, dass hier durchaus Potential liegt, das vorhandene Know-How einer Filmproduktion zu nutzen um auch in diesem Sektor eigene Dienstleistungen anzubieten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Gründung wurde aus eigenen Mitteln finanziert. Die größte Herausforderung besteht in der Filmproduktion anfangs darin, ein umfangreiches Netzwerk aus verlässlichen Partnern und Freelancern aufzubauen, mit denen man gern zusammenarbeitet. Vor dieser Situation standen wir Anfang des Jahres erneut, als wir unseren Pool um Illustratoren und Motion Designer erweitert haben.

Wer ist die Zielgruppe von High5Films?
Wir arbeiten sowohl mit Kommunikationsagenturen als auch direkt mit Unternehmen zusammen, in letzterem Fall meistens mit der Marketing- oder PR- Abteilung. So ein Erklärfilm funktioniert branchenübergreifend, wir haben zum Beispiel Animationen für Software-Unternehmen, Tierschutzverbände oder Banken realisiert. Uns erreichen Anfragen aus dem Bildungssektor ebenso wie aus der Touristikbranche.

Warum sollte man einen Erklärfilm für sein Unternehmen haben?
Mit der Flut an Infos, die jeden Tag auf uns einströmt, müssen wir erst einmal umgehen. Für Unternehmen ist es nicht leicht, eine bestimmte Aufmerksamkeitsschwelle zu erreichen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Immer mehr Unternehmen nutzen Social Media um bekannt zu werden und ihr Angebot vorzustellen. Das hat viele Vorteile: Man tritt in direkten Kontakt mit seiner Zielgruppe, erhält Feedback und im besten Fall werden gute Inhalte weiter verbreitet. Gerade hier nimmt Video Content immer mehr zu, weil es einfacher die Aufmerksamkeit bindet als ein Text oder ein Bild. Wenn man beispielsweise ein neues Produkt oder eine erklärungsbedürftige Dienstleistung auf den Markt bringt, gelingt es mit einem Film häufig leichter, es zu erklären, weil der Zuschauer eher dranbleibt und bereit ist, sich der Information auszusetzen, Die Absprungrate bei einem längeren Text ist deutlich höher, als bei einem zweiminütigen Erklärfilm. Aber auch im B2C Bereich werden Erklärfilme immer häufiger genutzt, weil sie Präsentationen auflockern und oder zum Beispiel den Vertriebskanal ansprechend begleiten.

Was macht einen guten Erklärfilm aus?
Das ist natürlich ein wichtiger Punkt. Niemand schaut sich einen Film an, nur weil sich die Bilder bewegen. Mit einem Erklärfilm hat man nur begrenzt Zeit, seine Botschaftzu vermitteln, und das ist gerade der Vorteil. Man ist gezwungen auf den Punkt zu kommen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wenn man das schafft, hat man schon die halbe Miete. Dazu kommt ein zweiter sehr wichtiger Faktor: Ein guter Film braucht eine gute Story, auch wenn er nur zwei Minuten lang ist. Und die muss man erzählen. Individuell entworfene Illustrationen sorgen für Wiedererkennung, und damit hat man eigentlich die drei wichtigsten Punkte.

High5Films, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen in Zukunft noch etwas mehr experimentieren, neue Formate entwickeln, es tut sich ja recht viel im Bereich Animation und Erklärfilm. Wir setzenauf einen individuellen Stil, unseren Filmen sieht man an, dass sie hand-made sind. Für unsere Kunden ist es wichtig, dass ihre Filme nicht nach Vektordateien aus dem stock library aussehen. So etwas kann man auch mit einer Software programmieren, dazu braucht man keine Filmproduktion. In fünf Jahren wollen wir immer noch gute Geschichten erzählen, egal ob mit Realfilm oder mit animierten Spots.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ganz wichtig: sich nicht entmutigen lassen. Wenn möglich, lean starten und bootstrappen um unabhängig zu bleiben. Und auch mal eine Pause machen.

Bild: Mike Dehghan

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Anja und Mike Dehghan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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