Dienstag, November 30, 2021

Man lernt das allermeiste on-the-job

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

HeyJobs Recruiting Plattform bringt Unternehmen und Fachkräfte zusammen

Stellen Sie sich und HeyJobs doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Marius Luther, Gründer und CEO von HeyJobs, einem Recruiting-Tech Unternehmen aus Berlin. Gemeinsam mit meinem Co-Gründer und unserem Team helfen wir unseren über 1.500 Kunden durch Performance Marketing und selbstlernende Algorithmen dabei, offene Stellen zu besetzen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt den Fachkräftemangel in Deutschland, eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte, zu lösen. So helfen wir Firmen dabei Einstellungen zu tätigen und Menschen dabei den richtigen Job zu finden, der ihnen ein erfülltes Leben ermöglicht. Wir tun dies indem wir modernste Technologie nutzen, um die richtigen Talente mit den richtigen Firmen zu “matchen”.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben 2016 gemerkt, dass sich die Arbeitswelt fundamental ändert. Babyboomer gehen in Rente und immer weniger junge Fachkräfte kommen auf den Arbeitsmarkt, was dazu führt, dass das Arbeitskräfteangebot in Deutschland in den nächsten 10 Jahren um Millionen von Menschen schrumpft. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass es großen Unternehmen extrem schwer fällt, modernes Recruiting zu betreiben. Wie erreiche ich KFZ-Mechatroniker auf Instagram? Wie sieht eine moderne Candidate-Experience aus? Je mehr wir mit Kunden gesprochen haben, desto klarer wurde es: Hier können wir mit Tech, Machine Learning, Online Marketing extrem viel erreichen und dabei noch ein Riesenproblem für die deutsche Wirtschaft lösen.

Ich glaube daran, dass Unternehmertum der Schlüssel dafür ist, die großen Herausforderungen der Welt zu lösen. Ob das Elon Musk ist, der mit Elektroautos versucht den Klimawandel aufzuhalten, ob das BioNTech ist mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs oder ob wir das sind, die versuchen den Fachkräftemangel mit Technologie zu lösen, immer sind es unternehmerische Initiativen die sehr viel Kraft entfalten. 

Welche Vision steckt hinter HeyJobs?

“Help everyone find the right job to live a fulfilling life”, ist die Vision von HeyJobs.

Spezieller für die Unternehmensseite: Wir wollen den Fachkräftemangel lösen

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Den richtigen Product-Market-Fit zu knacken: Wir haben mal als mobile App angefangen mit einer Art “Tinder für Jobs”. Das hat aber gar nicht funktioniert, weil die Jobsuche eben nicht wie das Dating visuell funktioniert sondern vor allem faktenbasiert. Und wir haben gelernt, dass die größere Herausforderung auf Unternehmensseite liegt: in einem immer knapperen Arbeitsmarkt die richtigen Mitarbeiter zu finden. Wir haben dann auf unsere Kunden gehört und eine Plattform entwickelt, die es Unternehmen ermöglicht, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und Kandidaten, im Umkehrschluss, den passenden Job. Seit Anfang 2017 sind wir mit dem jetzigen HeyJobs-Konzept im Markt. Und das ist ein sehr guter Product-Market-Fit.

Selber die richtigen Mitarbeiter zu finden – einen Software Developer oder guten Seller in Berlin zu finden ist vergleichbar schwierig wie einen Mechatroniker auf dem Land zu finden. Deshalb haben wir vor einem Jahr unser erfolgreiches in-house Graduate Programm, den Master in Business Development (MBD), gelaunched. In zwei Jahren kann man zwei verschiedene Rollen im Sales-Bereich bei uns durchlaufen, wird gecoached, hat einen C-Level Mentor und erhält Experten-Trainings. Das ganze bei sehr guter Bezahlung – Zielgehalt 4500 Euro Brutto. Wir suchen übrigens gerade wieder – falls jemand Interesse hat?

Finanzierung: Der britische Kapitalgeber Notion Capital investierte 2019 gemeinsam mit Creathor Ventures, GFC und Heartcore Capital 10 Millionen Euro in HeyJobs. Anfang Juli wurde das in HeyJobs investierte Kapital auf insgesamt 20 Millionen € erhöht.

Wer ist die Zielgruppe von HeyJobs?

Unsere Zielgruppe sind Unternehmen jeglicher Größe, die (vor allem) Fachkräfte und gewerbliches Personal suchen. Das geht Querbeet durch sämtliche Branchen: Handel, Logistik, Gastronomie, Hotellerie, Kundenservice, Dienstleistung, Gesundheitswesen, Handwerk und Produktion.

Wie funktioniert HeyJobs? Wo liegen die Vorteile und was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Im Vergleich zu anderen Anbietern liefern wir nicht nur Impressionen oder angefangenen Bewerbungen, sondern qualifizierte “Gold-”Kandidaten.

Unternehmen teilen uns mit welche und wieviele Mitarbeiter sie benötigen. Daraufhin erstellt unsere “Maschine” eine Budgetempfehlung. Danach starten Performance-Marketing-Kampagnen auf über 50 Kanälen parallel – für jeden einzelnen Job.Die Anzeigen werden auf aktiven Kanälen (Stellenbörsen) und auf passiven Kanälen (z.B. Social Media) ausgespielt, um aktiv Jobsuchende und wechselwillige Kandidaten zu erreichen. Interessierte Kandidaten können sich dann, auch mobil, über die HeyJobs-Plattform bewerben und beantworten direkt online vom Unternehmen hinterlegte Auswahlfragen. Die “Maschine” lernt, über welche Kanäle qualifizierte Kandidaten kommen und über welche nicht. Das Budget wird täglich und vollautomatisch auf die besten Kanäle verteilt, so dass immer für jeden Job die höchste Anzahl an qualifizierten Kandidaten generiert werden. Wir nennen sie Goldkandidaten. Diese Goldkandidaten geben wir dann an das Unternehmen weiter.

Wie hat sich Ihr Unternehmen durch Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben Homeoffice Plätze für unsere über 120 Mitarbeiter geschaffen, inklusive Transport von Bildschirmen und Bürostühlen nach Hause. Wir sind zwar physisch auseinander gerückt, aber versuchen durch ehrliche und regelmäßige Kommunikation sowie Initiativen für die Gesundheit der Mitarbeiter und für das Teamgefühl den besonderen Zusammenhalt des HeyJobs Teams  aufrecht zu erhalten (Trainings für Team-Leads, Mental-Health-Hotline, virtuelle Mittagessen, Online-Yoga, Online Escape Room, etc.).

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Das ehrliche Zusammenhaltsgefühl stärken, nicht nur im Team, sondern auch mit Kunden. Wir sitzen alle im selben Boot und sind verletzlicher geworden. Unsere Bindungen sind dadurch stärker geworden.Es hat sich in der Krise gezeigt, dass viele Entscheidungen, die wir bei HeyJobs getroffen haben, richtig waren und gleichzeitig hatten wir noch mal die Chance zu evaluieren, welche Initiativen wirklich die allerwichtigsten sind und auf die konzentrieren wir uns jetzt.

HeyJobs, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir die führende Plattform sein, die Fachkräfte und Unternehmen zusammenbringt. Wir möchten aber nicht nur effizienter sein, sondern den Fachkräftemangel auch wirklich lösen. Dazu werden wir auch versuchen Talente aus dem Ausland zu gewinnen und Talente, die bereits in Deutschland sind, zu Fachkräften weiterzubilden

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1) Einfach anfangen. Man lernt das allermeiste “on-the-job”.

2) Nimm ein Problem und einen Markt, für den du brennst. Nur dann hast du das nötige Feuer, um die nächsten 20 Jahre etwas großes auf die Beine zu stehen.

3) Baue ein starkes Team auf. Alleine kann ich maximal 14 Stunden am Tag arbeiten. Momentan arbeiten wir aber bei 120 Mitarbeitern und 8 Stunden fast 1000 Stunden am Tag an der Weiterentwicklung von HeyJobs. Nur ein starkes Team bringt einen wirklich voran. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Marius Luther für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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