Kenne deine Zielgruppe besser als sie sich selbst

Herr Westermann belohnt das Händewaschen in Büros, Universitäten oder Gyms

Stellen Sie sich und das Startup Herr Westermann doch kurz unseren Lesern vor!

Wir (Tobias und Sebastian) sind die Gründer des Startups Herr Westermann aus Köln.

Unsere App belohnt das Händewaschen in Büros, Universitäten oder Gyms. Nach jedem Händewaschen erhalten App-Nutzer Punkte und können sich anschließend mit einer anderen Person (im Büro, in der Uni oder im Gym) vernetzen. Aktuell waschen sich nur etwa 40% der Menschen die Hände regelmäßig. Das wollen wir ändern, denn regelmäßiges Händewaschen ist eine einfache aber effektive Möglichkeit die Verbreitung von Viren zu reduzieren. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir hatten eine Idee, die es auf dem Markt nicht gibt und dachten uns, wenn es keiner macht, dann machen wir es. Und der Verlust der nicht wahrgenommenen Chance schien größer als es zu probieren und zu scheitern.  

Welche Vision steckt hinter Herr Westermann?

Menschen verbessern ihr Verhalten von sich aus lieber, wenn gutes Verhalten belohnt wird, als wenn schlechtes Verhalten bestraft wird. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Am Anfang wurden wir ins kalte Wasser geschmissen. Das Boot und notwendige Ressourcen wurden uns von der EU und vom Bund zur Verfügung gestellt. Zunächst sind wir wild rumgepaddelt. Dann haben uns Mentoren einen Kompass gegeben und sagen Bescheid, wenn wir dennoch vom Weg abkommen. Durch die Entwickler müssen wir auch nicht mehr paddeln, sondern fahren mit einem 180PS Motor deutlich schneller. Hohe Wellen und Stürme sind noch reichlich vor uns. Aber auch diese Herausforderungen nehmen wir an. 

Wer ist die Zielgruppe von Herr Westermann?

Aktuell fokussieren wir uns auf Unternehmen (und dessen Mitarbeiter), Gyms (und dessen Mitglieder) und Hochschulen (und dessen Studenten). 

Wie funktioniert Herr Westermann? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Beispiel Hochschule: Wäscht sich ein Student die Hände, bekommt er Punkte als Belohnung auf die App. Diese erhält der Student, indem er sein Handy an unseren Sensor hält, der am Desinfektionsständer oder am Waschbecken angebracht wird. Die Punkte kann der Student sammeln und kann nach jedem Händewaschen einen anderen Studenten über ein kurzes „Schnick-Schnack-Schnuck“ Spiel auf der App herausfordern. Der Gewinner erhält die Punkte vom Verlierer. Optional können Studenten Preise gewinnen, wenn sie genügend Punkte gesammelt haben. Z.B. einen Kaffee in der Kantine.

Niemanden kann man dazu zwingen sich die Hände zu waschen. Eigentlich schade, wenn man im Fitnessstudio daran denkt, dass sich mehr als die Hälfte der Mitglieder nach der Toilette nicht die Hände wäscht. Wir entwickeln das einzige Hygienekonzept, welches das Händewaschen unmittelbar belohnt.

Herr Westermann, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben vor zwei Jahren mit einer Toilettenspiel-App für Bars und Veranstaltungen begonnen. Nun haben wir eine App fürs Händewaschen für Hochschulen. Dass Herr Westermann schneller erwachsener wird als die Erschaffer, konnte bisher keiner ahnen. Dennoch freuen wir uns über die Entwicklung. Richtiges Pivoting und ein passender Marketfit wird auch in Zukunft Herr Westermanns Weg ebnen. An Kreativität und Ideen mangelt es uns nicht.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Kritik an deinem Konzept ernst nehmen. Kritik ist meistens wertvoller als Lob. 
  2. Kenne deine Zielgruppe besser als sie sich selbst.
  3. Wenn du eine verrückte Idee hast mach es erst recht. Verlasse deine Komfortzone so oft es geht. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Tobias und Sebastian das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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