Geht mit euren finanziellen Ressourcen sehr sparsam um

HelpShops Online-Einkaufen und für gemeinnützige Zwecke spenden

Stellen Sie sich und Ihr Startup HelpShops doch kurz unseren Lesern vor!
Ich heiße Harald Meurer, bin seit 17 Jahren in der Internetbranche tätig und betreibe mehrere Unternehmen in der Onlinewelt. Die HelpShops wurden in Synergie zwischen meinen beiden Firmen Creative Shopping GmbH und HelpMundo GmbH sowie dem von mir gegründeten ersten deutschen Spendenportal HelpDirect.org entwickelt. Die HelpShops sind eine Charity-Shopping-Plattform, die es ermöglicht, durch Online-Einkäufe Prämien zu erhalten und diese für gemeinnützige Zwecke zu spenden.

Wie ist die Idee zu HelpShops entstanden?
Charity Shopping ist ein bekanntes Konzept, aber bisherige Portale konnten die zwei wichtigsten Anforderungen nicht erfüllen: 1. Nutzer hatten den Nachteil, dass sie ihre Shopping-Spenden steuerlich nicht geltend machen konnten. Mit den HelpShops ist das nun möglich – und die Spender werden voll und ganz in den Prozess eingebunden. 2. Organisationen waren bisher gezwungen, Charity Shopping ausschließlich über externe Portale zu betreiben, wo auch ihre Mitbewerber um Spenden vertreten sind. Die HelpShops geben ihnen erstmals die Möglichkeit, individualisierte SaaS-Lösungen direkt in ihre Website zu integrieren und sich die Shoppartner auch selbst auszusuchen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Mit der Creative Shopping GmbH betreiben wir bereits erfolgreich die Social-Selling-Community Getmore.de. Wir konnten unsere Investoren davon überzeugen, die Technologie weiter zu entwickeln und gemeinsam mit HelpMundo in die HelpShops zu investieren. So verfügten wir über genügend Kapital für den Launch. Die größte Herausforderung war es sicherlich, das Geschäftskonzept rechtlich sicher zu machen. Ohne diese rechtliche Grundlage wäre unser Geschäftsmodell in Deutschland gar nicht möglich.
Betreiber von Charity-Shopping-Plattformen behalten sich bis zu 50 Prozent der Abschlussprämien der User bei den Partnershops zur Refinanzierung ein. Da wir als Betreiber auf einen Teil der üblichen Erlöse verzichten, werden bei den HelpShops rund 25 Prozent der Prämien für den Betrieb und die gesamte Abwicklung benötigt. HelpDirect selbst erbringt seine Leistungen rein ehrenamtlich.

Wie funktioniert HelpShops?
Über HelpDirect.org kann der Nutzer in den HelpShops bei über 1.000 Händlern einkaufen. Bei Kaufabschluss bekommt er dafür bis zu 30 Prozent des Kaufpreises als Prämie auf seinem HelpShop-Konto gutgeschrieben. Danach entscheidet er, welchem gemeinnützigen Projekt das Geld zu Gute kommen soll. Um die Spenden beim Finanzamt geltend zu machen, stellt die empfangende Organisation dem Nutzer eine steuerabzugsfähige Spendenquittung aus.
Organisationen können sich mit einfachen Schritten auch ihre eigene HelpShop-Welt gestalten und direkt in ihre Website integrieren, um gezielt ihre Förderer und Spender anzusprechen.

Warum sollte man HelpShops nutzen?
Mit HelpShops soll der Kunde nicht nur die Möglichkeit haben, unkompliziert und ohne Aufwand zu spenden, sondern seine “Shopping-Spenden” auch steuerlich absetzen können. Uns ist es ein Anliegen, dass gemeinnütziges Engagement noch mehr Einzug in den Alltag der Menschen findet.

Wie ist das bisherige Feedback?
Der offizielle Startschuss für die HelpShops fällt erst am 1. September. Wir sind aber optimistisch, dass das Projekt ein Erfolg wird: Der deutsche Spendenmarkt wird auf 7 Milliarden Euro geschätzt. Jeder dritte Deutsche spendet mindestens einmal im Jahr. Das Konzept des Charity Shopping ist noch nicht so bekannt in der Bevölkerung – wir haben es nun weiterentwickelt und verbessert und werden damit sicherlich erheblich mehr Interesse erzeugen als die bisherigen Marktteilnehmer.

HelpShops, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das Thema E-Commerce wächst unaufhörlich zweistellig pro Jahr. Immer mehr Menschen tätigen ihre Einkäufe über das Internet. Darüber hinaus gibt es 600.000 gemeinnützige Vereine in Deutschland. Hier engagieren sich Menschen, die ihrem Verein auch Gutes zukommen lassen wollen. Warum nicht seine Einkäufe ohne Mehrkosten über die HelpShops tätigen und gleichzeitig für die verdiente und gespendete Prämie noch einen Steuervorteil erhalten? Die Wachstumschancen sind hier hier riesig. In fünf Jahren werden wir das Thema hoffentlich erfolgreich internationalisiert haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Bleibt realistisch und bodenständig und träumt nicht von der Weltherrschaft! Sorry, aber in den letzten 17 Jahren habe ich von dieser Art Gründern zu viele gesehen. Euer Ziel sollte es sein, als Unternehmer langfristig erfolgreich zu sein und nicht nur nach drei Jahren zu verkaufen, egal ob das Unternehmen überhaupt Substanz hat oder nicht. Was uns inzwischen immer mehr fehlt, sind “echte” Unternehmer und nicht nur Gründer, die als Glücksritter versuchen, mit ein paar Ideen in sechs Monaten Millionär zu werden.
2. Geht mit euren finanziellen Ressourcen sehr sparsam um. Zum einen zeigt das Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Investoren, zum anderen verschafft ihr euch damit auch Puffer für schwierigere Zeiten.
3. Erstellt euch Teilziele, die es zu erfüllen gilt, optimiert ständig eure Planung und KPIs an Hand eurer Ergebniszahlen und reflektiert diese auf einen Fünfjahresplan. Seid selbstkritisch und stellt euch und euer Projekt auch frühzeitig in Frage, wenn die Zahlen sich nicht in die richtige Richtung entwickeln.

Wir bedanken uns bei Harald Meurer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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