Healthcare in der Zukunft: 5 Herausforderungen, denen sich jedes Startup stellen muss

Um die Welt zu verändern, müssen Startups im Gesundheitsbereich nicht nur gesundheitliche Probleme angehen, die der Menschheit heute drohen, sondern auch bereits für Herausforderungen von morgen planen. Im folgenden Text fasst der Merck Accelerator die Trends zusammen, die die Gesundheitsbranche in den nächsten Jahrzehnten herausfordern werden.

Weltweit große Landbevölkerung

Obwohl die ländliche Bevölkerung jährlich zurückgeht, lebt immer noch fast die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung auf dem Land. In weniger entwickelten Ländern und Regionen, wie zum Beispiel in vielen Teilen von Südasien und Subsahara-Afrika, leben sogar durchschnittlich 68% der Menschen auf dem Land. Dort gibt es oft keine Internetverbindung und auf Strom ist in den abgelegenen Gebieten kein Verlass. Der fehlende Zugang zu und der Mangel an Vertrautheit mit digitalen Technologien kann neuen Innovationen entgegenstehen. Trotzdem stellt eHealth gerade in diesen Regionen ein großes Potential dar, weil der Mangel an logistischer Infrastruktur zu Abgeschiedenheit vieler Gemeinschaften führt und häufig kein Zugang zu Gesundheitsversorgung besteht. Die Landbevölkerung erfolgreich in das Gesundheitssystem zu integrieren, stellt in den kommenden Jahrzehnten eine Herausforderung dar.

Startups werden immer einfachere und intuitivere Geräte und Produkte für diese Gemeinschaften erstellen müssen. Zudem gilt es auch Methoden zu entwickeln, die hochspezialisierte und technisch fortschrittliche Behandlungen günstig und effektiv zur Verfügung stellen. Digitale Dienste müssen auch in den abgelegensten Gebieten mit extremen Klimata funktionieren. Die mangelhafte Verbreitung des Strom- und Internetzugangs verstärken diese Herausforderungen der Gesundheitsversorgung für die Landbevölkerung – eHealth auf dem Land muss auch offline und abgekoppelt funktionieren, falls eine Verbindung ausfällt.

Großes Bevölkerungswachstum

Auf Grund der Verbesserung der Lebenserwartung und der Rückgang der Kindersterblichkeitsrate ist zu erwarten, dass das Bevölkerungswachstum weiter steigen wird. Bis zum Jahr 2050 soll die Weltbevölkerung auf knapp 9.7 Milliarden steigen. Beides sind positive Entwicklungen. Aber gleichzeitig auch eine Bürde für das Gesundheitssystem, da die Weltbevölkerung immer älter wird und daher eine effiziente und frei zugängliche Gesundheitsversorgung benötigt.

Zudem führt das Weltbevölkerungswachstum zu einer niedrigen Arzt-Patienten-Dichte in vielen Ländern. Der Fachkräftemangel im Gesundheitssektor wird zu einem immer größeren Problem. Auf der einen Seite führt das Internet mit seinem fast unbegrenzten Zugang zu Informationen dazu, dass viele Personen für eine Diagnose ihrer Krankheitssymptome nicht mehr den analogen ärztlichen Rat, sondern Auskunft in digitalen Foren suchen. Ärzte gewinnen hierdurch theoretisch mehr Zeit, um sich auf Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen zu konzentrieren. Auf der anderen Seite ist diese Entwicklung besorgniserregend, da viele Menschen keinen Arzt mehr aufsuchen und somit Symptome falsch gedeutet werden können. Um dieses Problem zu lösen könnten Routine-Tests und Diagnostik immer öfter automatisiert und/oder ferngesteuert werden. Aufstrebende Technologien wie AI ermöglichen personalisierte und intelligente Ferndiagnosen.

Bevölkerungsalterung

Obwohl die junge Bevölkerung in einigen Weltteilen, wie Subsahara-Afrika, wächst, bedeutet die abnehmende Geburtenraten und verbesserte Gesundheitsversorgung, dass die ältere Bevölkerung in Zukunft um 4.5 % bis zum Jahre 2030 steigen wird. Eine alternde Bevölkerung steht mit höheren Risiken von physischen und psychischen Gesundheitsproblemen sowie einem Anstieg von chronischen Erkrankungen in Zusammenhang. Damit einhergehend steigt die Nachfrage nach Innovationen gegen Altersbeschwerden, wie Demenz und Arthritis sowie Lösungen für das steigende Bedürfnis nach Gesundheitsmanagement und Altenpflege.

Verstädterung

Die Hälfte der Weltbevölkerung wohnt bereits in Städten – und die Verstädterungsrate steigt. Dieser demographische Wandel ist jedoch nicht gleich verteilt. Ab 2030 werden 96% der Verstädterung in Entwicklungsländern stattfinden. Das belastet die schon überlasteten Gesundheitssysteme in Stadtgebieten und führt zu einer schnelleren Ausbreitung übertragbarer Krankheiten. Große Stadtgebiete sind verbunden mit logistischen Problemen, wie zum Beispiel dem Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Auch die Themen Umweltschutz und ökologische Nachhaltigkeit werden in den nächsten Jahrzehnten für mehr Bedenken sorgen und Lösungen fordern. Die Nachfrage nach Innovationen, die sich mit der Verbesserung von Überwachungssystemen und einer Effizienzsteigerung in allen Bereichen des Umweltschutzes beschäftigen, wird in den nächsten Jahrzehnten steigen. Besonders gefragt sind zentralisierte Data-Sharing-Angebote für bessere strategische Planungen sowie Innovationen, die den Ausbrüchen von Infektionskrankheiten entgegenwirken. Der Sektor erneuerbare Energien bleibt auch zukünftig wichtig.

Veränderte Frauenrolle

Die Zahl an Frauen, die arbeiten gehen, steigt weltweit immer weiter an. Berufstätige Frauen haben weniger Kinder und bekommen ihr erstes Kind später. Demzufolge gibt es eine steigende Nachfrage an Dienstleistungen und Produkten, die sich an ältere Mütter richten. Darüber hinaus häufen sich innovative Entwicklungen und Verbesserungen bei Verhütungsmitteln, mobilen Menstruationsmanagement und Sexualhygiene.

Merck Accelerator Programm

Der demografische und kulturelle Wandel einer rasch industrialisierten und digitalisierten Welt wird die Healthcare-Startup-Branche in den kommenden Jahrzehnten verändern. Der Merck Accelerator sucht aufstrebende Startups, die sich diesen Herausforderungen stellen. Dies in den Bereichen Healthcare, Life Sciences und Performance Materials. Das Accelerator Programm ‚Herbst 2017‘ läuft vom 4. September 2017 bis zum 15. December 2017 in Kenia und Deutschland. Die Bewerbungsfrist ist der 26. Juni 2017. Hier geht’s lang zur Bewerbung für Deutschland: http://bit.ly/2pxkYIm. Für Bewerbungen in Kenia bitte hier klicken: http://bit.ly/2q6rEkn.

redaktion

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