Healing Garden: Superfood aus Teneriffa

Curro Cachinero stellt sein Startup Healing Garden in der Doku-Reihe Vom Spinner zum Gewinner vor

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Healing Garden doch kurz vor!
Curro Cachinero/Healing Garden: Wir produzieren Pflanzenextrakte. Im amerikanischen Sprachraum würde man ‹Superfood› dazu sagen. Pflanzen also, die sich irgendwo zwischen Nahrungsmittel, Medikament und Nahrungsergänzungsmittel befinden. Da unsere ‹Superfoods› neu sind, also bisher kaum bekannt, gibt es auch keine klaren Gesetze dazu bzw. die Gesetze der EU verbieten so ziemlich alles als Lebensmittel zu verkaufen, was nicht ausdrücklich erlaubt ist und das sind nur sehr wenige Pflanzen. Also haben wir beschlossen einfach ‹Nicht zum Verzehr geeignet› auf unsere Flaschen zu schreiben. Wir hätten auch «Trink es nicht, Boris!» schreiben können, denn zuerst wollten wir unseren Testosteronbooster als ‹Panzerfaustputzmittel› vermarkten. Gleichzeitig arbeiten wir natürlich daran, wo es geht, die Zulassung als Lebensmittel zu bekommen. Mit Artemisia Annua – Nobelpreis für Medizin 2015–, unserem Immunbooster wird das auch gelingen, wir sind gerade mittendrin, bis dahin bleibt es ein ‹Raumduft› oder was auch immer. Denken bzw. Verantwortung für die eigenen Gesundheit übernehmen muss man als Konsument dann selbst.

Was noch? Ja, ich baue alle Pflanzen selbst an, natürlich ökologisch, wobei ich auch hier bisher bewusst auf die ganzen Zertifikate verzichtet habe. Bei mir kommt es darauf an, was drin ist und nicht was draufsteht. Ich hudle also ein paar mal die Woche in meinem Heilpflanzengarten rum oder sammle wilde Heilpflanzen, parallel dazu jette ich zwischen Teneriffa – super Klima für Heilpflanzen – und Deutschland hin und her und sehe zu, dass die Vermarktung voran kommt. Bis jetzt verkaufen wir nur online aber nach und nach wollen wir auch an Menschen verkaufen, die ihrerseits dann an den Endkunden liefern, so entsteht einfach ein breiterer Absatz. In ein paar Worten zusammengefasst – auch wenn das EU-Technisch nicht politisch korrekt ist– : Natürliche Medizin und Adaptogene – Das Gesunde fördern statt Symptome bekämpfen.

Wie ist die Idee zu Healing Garden entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Curro Cachinero/Healing Garden: Nach mehreren Jahren innerer und äußere Weltreise landete ich zunächst in der Landwirtschaft, natürlich biodynamisch. An der Kunstakademie fand ich nicht, was ich unter Kunst verstehe und an der Uni Witten/Herdecke im Philosophiestudium gab es dann nur Futter für den Kopf. Ich dachte damals noch ‹Geist› wäre gleichzusetzen mit ‹Intellekt›, wie es die deutsche Sprache nahelegt. Schwachsinn! Im Kopf sind wir so getrennt von der Welt, wie wir nur irgend sein könnten. Im Kuhstall schwebt der Geist – aber Hallo! Naja, und dann fand ich es blöd den Bimbo für Andere zu spielen oder einfach nur Gemüse anzubauen, dass dann die Ratten wegfressen und habe aus meinem Interesse an Bewusstseinsforschung und einem umfassenderen Verständnis von Gesundheit – Salutogenese – mein eigenes Unternehmen gezimmert. Gegründet habe ich allein.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Curro Cachinero/Healing Garden: Geduld lernen, Bürokratie als notwendig akzeptieren und sogar wertschätzen – als das Vishnu-Prinzip – Bewahren und Pflegen. Hier und da gab es ein paar Pannen, einmal hatte der Mitarbeiter, der für den Versand verantwortlich war mal eben eine zweiwöchige Depression während sich die unbearbeiteten Bestellungen in meinem Postfach türmten und ich konnte von hier aus nichts machen als ständig seine Mailbox vollzulabern. Aber die Kunden haben nicht gemeckert und brav weiterbestellt, Danke!

Was ist das Besondere an der Pflanze?
Curro Cachinero/Healing Garden: Pinienpollen enthalten Testosteron. Kanarische Pollen sind nochmals besonders, jedenfalls keine Chinaware, alles selbst gesammelt. Artemisia ist eine Pflanze aus der Medikamente gegen Krebs, Aids, Malaria, Borreliose etc. hergestellt werden. Das besondere an der Pflanze ist, dass die GANZE Pflanze viel günstiger und auch gesünder – behaupte ich jetzt einfach, auch wenn ich damit riskiere, dass mich Novartis verklagt, aber dann rufe ich die Bildzeitung an, das wäre auch gut als Werbung – ist als die Medikamente, die daraus hergestellt werden und die sich da, wo sie wirklich gebraucht werden – nämlich in Schwarzafrika – kein Mensch leisten kann. Abgesehen davon, dass die Medikamente Resistenzen erzeugen, weil sich die Malariaerreger auf isolierte Stoffe einstellen und sich adaptieren – siehe das Riesenproblem der Antibiotikaresistenz. Falls es wirklich nochmals zu so einer globalen Pandemie wie Ebola kommen sollte, könnte es sein, dass wir Artemisia, ebenso wie die Zistrose – auch wenn sie gerade von der EU verboten wurde – als Nahrungsmittel jedenfalls, als Raumduft noch nicht –, die übrigens zur europäischen Arzneipflanze des Jahres 1999 gekürt wurde, noch einmal brauchen werden. Wir laufen Gefahr von einer Politik, die von Innen durch Pharmalobbyisten ausgefressen ist entmündigt zu werden. Einige scheinen vor dem Gesetzt gleicher zu sein als andere, nur weil sie stink- (wirklich stink-) reich sind. Artemisia Annua wird in Europa und in den USA nun immer bekannter, weil sich langsam herumspricht, dass sie in einigen Fällen wirklich hilft, gerade bei Krebs. Unsere Produkte heilen nichts. Es geht eher um Prävention und darum, die natürlichen Selbtsheilungskräfte zu aktivieren. Die Bill-Gates-Stiftung hat inzwischen mehr als eine Billionen Dollar in die Erforschung von Artemisia Annua investiert um daraus Medikamente herzustellen, aus reiner Nächstenliebe, versteht sich.

Wo wird das Produkt hergestellt?
Curro Cachinero/Healing Garden: Haha! Gute Frage. Nächste Frage. Ne, ernsthaft, da ich für 100% Transparenz bin, sage ich hier einfach mal, dass ich bisher alles in meiner Wohnküche am Strand in Candelaria zusammengemixt habe. Herrgottnochmal, Alle großen Unternehmen wurden in der Garage gegründet! Ich hatte bisher weder Zeit noch Geld dafür, mir eine Industriehalle mit sechs Notausgängen und was es sonst noch für hirnrissige Vorschriften gibt, zu mieten. Aber wir arbeiten gerade daran, einen vom Gesundheitsamt zugelassenen Arbeitsraum einzurichten und dann kann ich – zumindest Artemisia Annua – auch ohne Augenzwinkern im großen Stil verkaufen. Angebaut wird alles in meinem Garten.

Healing Garden ist eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Doku „ Vom Spinner zum Gewinner „ geschafft hat. Wie motivierend ist das und welche Erwartungen haben Sie?
Curro Cachinero/Healing Garden: Das ist natürlich SEHR motivierend. Vielen Dank an dieser Stelle an das tolle Kamerateam, die haben echt super Arbeit geleistet! Wie soll ich sagen? ‹Mein Leben ist ein Film.› Ich schaue eigentlich kein Fernsehen, aber wenn ich selbst darin vorkomme mache ich eine Ausnahme. Ich übe seit einigen Jahren waches Träumen, die Fähigkeit also, im Traum für das Träumen aufzuwachen und den Traum selbst zu steuern. Das ist nicht einfach zu lernen und braucht viel Geduld aber es führt dazu, dass die Welt – von der die Tibeter ja beispielsweise sagen, dass sie nichts als ein Traum sei – anfängt, sich ähnlich zu verhalten wie ein luzider Traum. Ich weiss, das klingt voll nach Spinner! Aber als Gewinner darf ich das, ich gehe auch im Jogginganzug einkaufen – beim Chinesen gegenüber. Erwartung? Naja, wenn von einer Millionen Zuschauern 3000 auf meine Shopseite gehen und da bestellen wird das natürlich lustig bei einem durchschnittlichen Bestellwert von 30€. Aber sowas kann man vorher nicht wissen. Ich lasse es einfach mal geschehen und hoffe, das die Webseite nicht abraucht. Es wäre natürlich Klasse, wenn mehr Menschen anfangen über die Themen die ich angerissen habe nachzudenken und sich dafür zu engagieren, dass die Welt von Morgen noch lebenswerter sein wird als die Welt von Heute. Es ist doch am Ende alles nur ein großes Spiel – ganz im Sinne Friedrich Schillers, den ich sehr verehre. Lass uns doch zusehen, dass ALLE Menschen, die heute auf der Welt leben die gleichen Chancen bekommen wie wir paar Wohlstandskinder im ‹Fort Europa›. Es ist doch alles da, wir müssen nur wollen!

Wie wichtig ist dieser Schritt für euch als Jungunternehmer? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf euch aufmerksam werden?
Curro Cachinero/Healing Garden: Ja, das ist natürlich der ‹Big Bang› für uns, gerade weil wir ja auch als Aushängeschild ausgewählt wurden. Mir hat die Arbeit mit der Kamera sehr viel Spass gemacht, wie gesagt, das ist genauso wie luzides Träumen, wo man anfängt, zu spielen und neue Möglichkeiten zu erproben. Ich bin sehr gespannt auf die Zukunft. Ich hätte Bock mal in einem Kinofilm mitzuspielen oder vielleicht mit dem Rap aufzutreten, an dem ich seit meinem vierzehnten Lebensjahr bastle. Naja. Weiss nicht ob das dann irgendwann so geht: «Hey, dich kenne ich doch aus dem Fernsehen!» Man soll ja nie zu klein denken! Da oben ist wenig Konkurrenz, die meisten Menschen träumen nicht mehr und geben sich mit dem Mittelmaß zufrieden. Mein ehemaliger Nachbar Robin Schulz ist heute der bestbezahlte DJ der Welt. Damals, als wir zusammen unsere ersten Zigaretten geraucht haben hat er noch meine Graffity-Skizzen für die seinen ausgegeben, der Schlingel (;

Healing Garden, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Curro Cachinero/Healing Garden: In diesem Jahr werden wir vor Allem Bryophyllum anbauen, die sogenannte ‹Goethepflanze›. Goethe erkannte in dieser Pflanze damals die ‹Ur-Pflanze› also den Archetypus des Pflanzlichen schlechthin. Kein Wunder also, dass diese extrem lebenskräftige Pflanze – die auch ‹Brutblatt› genannt wird, weil sie sich einfach dadurch fortpflanzt, dass an ihren Blatträndern ständig neue Blätter entstehen, die dann auf den Boden fallen und einfach weiter wachsen – eine Riesenklonmaschine – kein Wunder also, dass die Firma Weleda daraus ein Heilmittel herstellt, das für die Geburtshilfe sehr wichtig ist. Einerseits, weil es bei Kinderwunsch nachhelfen soll, andererseits, weil es in der Naturheilkunde auch als ‹pflanzliches Valium› bezeichnet wird und somit schmerzlindernd und beruhigend wirkt, auch bei Depressionen und psychotischen Zuständen.

Na, das ist gerade der Fokus. Darüber hinaus… klar, internationale Expansion, dank Amazon heute ein Kinderspiel, Anbau vergrößern, mehr Menschen ins Boot holen und kräftig weiterspielen. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wo es hingeht. Ich bin jetzt im zweiten Jahr seit mir die Idee kam, ein Unternehmen zu starten und manchmal frage ich mich: Donnerwetter, wenn da Level 2 ist, was ist dann Level 3?

Meine Freundin, die nun endlich mit dem Wirtschaftsstudium fertig ist hat nun auch begonnen, mir Vollzeit zu helfen. ich wünsche mir, dass ich in fünf Jahren verheiratet bin und mindestens zwei Kinder habe. Und dass das Unternehmen Millionen von Menschen hilft. Wenn einmal genug Geld da ist gründe ich die ‹Barbara-Goetze-Stiftung› für Spinner wie mich. Meine 2013 verstorbene Mutter Barbara war selbst ständig, ich meine selbstständig. ich verdanke ihr sehr viel, gerade jetzt, wo ich ihr näher stehe als je zuvor, ich weiss, ich Spinne, kein Kommentar (;

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Curro Cachinero/Healing Garden: Scheiss auf das Geld, folge der Freude.

Bild: Mit „Baum-Sperma“ zum Selfmade-Millionär? Der 29-jährige Startupper Curro Cachinero versucht, mit seinem „Superfood“, einem Mix aus nährstoffreichen Pflanzen und Alkohol, bei deutschen Festivalbesuchern zu punkten. Bildquelle@ Kabel1

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Curro Cachinero für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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