Das Fällen einer Entscheidung an sich bringt Kraft.

Hangbird: Wäsche platzsparend schnell und schonend trocknen

Stellen Sie sich und das Startup Hangbird kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Samuel Kutter, Gründer und Inhaber von Hangbird. Über den „Umweg“ einer naturwissenschaftlichen Ausbildung und Stationen in Wirtschaft und Industrie habe ich die bisher beste und vielfältigste berufliche Aufgabe meines Lebens mit der eigenen Unternehmung gefunden: Hangbird.

Wer kennt’s nicht? – Der Wäscheständer steht im Weg! – Wir räumen ihn weg, indem wir ihn an die Decke hängen: Hangbird ist ein Wäsche“ständer“ oder eben ein Wäsche“hänger“, mit dem man die Wäsche platzsparend, schnell und schonend trocknen kann. Es gibt den Hangbird in verschiedenen Größen, Holzfarben und Seilfarben passend für jeden Stil.

Wir produzieren hauptsächlich lokal und in Zusammenarbeit mit Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und mit mittelständischen Unternehmen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Es ist natürlich eine alte Idee: In meiner Studienzeiten in England bin ich einem hängenden Wäschetrockner begegnet. Viel später, also vor ein paar Jahren vor Geburt meines Kindes habe ich ein Modell für mich gebaut. Freunde waren beim „Blick nach oben“ begeistert, und so entstand die Idee, daraus ein Produkt zu entwickeln und zu gründen.

Welche Vision steckt hinter Hangbird?
Ich möchte dem Wäscheständer als „hässlichem Entlein“ der Inneneinrichtung ein pfiffiges Dasein geben und ihn zum Möbel machen. Das Produkt soll optisch ansprechend sein und aus hochwertigen und langlebigen Materialien bestehen, die ein langes Leben garantieren. Hangbird soll helfen, auf den elektrischen Trockner zu verzichten und so Ressourcen zu schonen.

Auch nach Jahren des Gebrauchs freue ich mich selbst immer noch am Gebrauch von Hangbird. So steht an erster Stelle die Motivation, meinen Kunden ein kleines, praktisches Glück in den Alltag zu bringen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Bei der Selbständigkeit und beim eigenständigen, unternehmerischen Handeln ist die größte Herausforderung die eigene Person: sich immer wieder aufzumachen, sich selbst an der Hand zu nehmen und den nächsten Schritte zu machen, sich mit dem Erreichten nicht zufrieden zu geben.

Ich habe bewusst und aus vielen Gründen einen organischen Weg gewählt. Das erlaubt, schnell zu agieren und relativ schnell an den Markt zu kommen, die Produktionsgrößen schrittweise zu erhöhen, dabei Risiken zu verringern und das Produkt in kleinen Details laufend zu verbessern. Diese Herangehensweise erlaubte auch, Hangbird aus Eigenmittel zu finanzieren, was vor allem für die Vorbereitung der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter 2016 nötig war.

Wer ist die Zielgruppe von Hangbird?
Die Theorie sagt: Paare oder junge Familien in innerstädtischen Wohnungen – vorzugsweise Altbau in einer größeren Stadt – mit Vorliebe für außergewöhnliches und hochwertiges Design und Bewusstsein für nachhaltige Produkte und Lebensweise.
Die Praxis sagt: alles falsch! – Ich habe Bestellungen aus ganz Deutschland durch alle Altersklassen, sofern ich davon erfahre, aus Stadt und Land, für Neubauten und für alleinstehende Villen mit Umschwung und Bergblick, für Friseure, Werkstätten, Wohngemeinschaften, Hotels und kürzlich auch für die Modeabteilung einer Uni.

Die gute Nachricht für Hangbird: Schlussendlich müssen alle ihre Wäsche waschen und trocknen!

HangbirdWie funktioniert Hangbird? Wo liegen die Vorteile?
Hangbird besteht aus einem Holzrahmen, in dem die Wäscheleinen gespannt sind. Dieser hängt an vier Seilen an einem Flaschenzugsystem, mit dem man den Rahmen einfach und stabil an die Decke hochziehen kann.

So trocknet die Wäsche platzsparend, ohne wertvolle Wohnfläche in Anspruch zu nehmen. Auch mit normaler Deckenhöhe funktioniert das gut, da der Rahmen sehr dicht bis auf ca. 10 cm an die Decke gezogen werden kann und lange Teile wie eine Hose ja gefaltet werden. Doch meist hat man nur kurze Wäschestücke, die nur wenig Platz brauchen, so dass Hangbird bei normalen Decken auch sehr gut funktioniert.
Das Trocknen geht an der Decke sehr viel schneller, da oben die Luft warm ist und durch die Verdunstung gekühlt wird. So sinkt sie ab und zieht neue, trockene Luft nach oben: Ein Luftaustausch kommt in Gang, der die Trocknung beschleunigt.

Dabei ist das Trocknen auf der Wäscheleine für Umwelt und Kleider wesentlich schonender als mit dem elektrischen Trockner, der bei regelmäßiger Benutzung für über Hundert Euro im Jahr Strom frisst.

Wie ist das Feedback?
Das beste Feedback ist die Nachfrage der Kunden nach dem Produkt und eine sagenhaft geringe Retourenquote, meist aus praktischen Gründen mit unglücklichen Kunden – weil sie auf einen Hangbird schweren Herzens verzichten müssen. Und natürlich freue ich mich immer über Rückmeldungen, dass Hangbird gefällt, zum Beispiel als Text bei einer Überweisung „Wir sind sehr zufrieden mit dem Hangbird. Tolle Sache. Danke.“ oder auch einfach unaufgefordert per Email:

„Ihr Produkt ist eine wirkliche Verbesserung für unseren Haushalt und unser Leben.“ oder „Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht überglücklich sind, dass wir die beiden Hangbirds haben.“

Hangbird, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Es gibt ein paar Hausaufgaben zu erledigen: Hangbird befindet sich immer noch in der Skalierung, um eine wirtschaftlich sinnvolle Größe zu erreichen, wobei ich schon Mengen erreicht habe, die die Beschaffung von Holz, Beschlägen, Seilen und Kleinteilen effizient machen. Dazu gehört auch die Internationalisierung in Europa dazu.

In die Zukunft gedacht möchte Hangbird das Thema Wäsche“hänger“ an der Decke umfassend anbieten und weitere Accessoires, Hilfen und Erweiterungen anbieten.

So steht die Einführung eines vierfachen Flaschenzuges statt des bisherigen zweifachen Flaschenzuges kurz bevor. Die Produktpalette lässt sich einfach in zwei Dimensionen erweitern: Was lässt sich sonst noch an die Decke hängen? Und was kann man mit den quadratischen Latten sonst noch anstellen?

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Bei Entscheidungen frage ich mich oft, ob ich noch mehr relevante Informationen brauche, und wenn nicht – was oft der Fall ist – dann entscheide ich sofort bzw. halte ich mich an, sofort zu entscheiden. Das beschleunigt den einzelnen Schritt und energetisiert mich. Das Fällen einer Entscheidung an sich bringt Kraft.

2. Im Zweifel und an richtiger Stelle entscheide ich mich für Pragmatismus und Einfachheit und mache eher Abstriche bei der Perfektion zugunsten von Schnelligkeit und Experimenten. Zum Beispiel führe ich Abläufe zuerst noch händisch aus, bevor ich sie „perfekt“ automatisiere, oder nehme auch kleine Imperfektionen z. B. auf der Webpage in Kauf, wenn das eine schnellere Umsetzung verspricht. – Bei Qualität des Produktes für den Kunden gilt das natürlich nicht!

3. Bei wichtigen und auch kostenrelevanten Entscheidungen, besonders bei neuen Aspekten, hat es mir schon oft geholfen zu vergleichen. Erst im Vergleich zeigen sich dann die Unterschiede, die zum Beispiel bei Preisen beträchtlich sein können, und dabei offenbaren sich auch die eigenen Vorstellungen und Vorlieben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Samuel Kutter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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