Motivation, Willensstärke und Durchhaltevermögen

Hampley Fashionlabel aus Frankfurt: Rucksäcke aus Hanf

Stellen Sie sich und das Startup Hampley doch kurz unseren Lesern vor!

Wir, also Björn, Gabriel und Marvin, sind die Gründer von Hampley. Wir sind ein Fashionlabel aus Frankfurt am Main und haben uns auf die Herstellung von Rucksäcken aus Hanf spezialisiert. Mit unseren Rucksäcken wollen wir eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Modellen aus Polyester und konventioneller Baumwolle anbieten. 

Wie ist die Idee zu Hampley entstanden?

Die Idee, dass wir aus Hanf Rucksäcke fertigen, ist 2016 entstanden. Damals waren uns die positiven Eigenschaften der Hanfpflanze noch gar nicht so geläufig. Wir kannten Hanf eigentlich nur als Droge und Rauschmittel und nicht als Nutzpflanze. Erst ein Artikel in einem Forum brachte uns dazu, der Sache nachzugehen. Nach weiterer Nachforschung waren wir von den ökologischen Eigenschaften der Pflanze überzeugt und wussten, dass sie eine echte Alternative zu den derzeitig verwendeten Stoffen in der Textilindustrie darstellt.

Welche Vision steckt hinter Hampley?

Vielen sind die negativen Eigenschaften und Folgen konventioneller Materialien nicht bekannt. Polyester ist während der gesamten Herstellungskette, sowie Nutz- und Verwertungsphase, eine Belastung für die Umwelt.  So werden beispielsweise bei der Suche nach Erdöl wertvolle Wälder gerodet. Während des Gebrauchs synthetischer Stoffe lösen sich nicht filterbare Mikropartikel und nach dem Gebrauch zersetzen sich die Materialien erst nach einem halben Jahrhundert. Laut Greenpeace bestehen rund 49% aller Textilien aus Polyester, mit steigender Tendenz. Man kann altes Plastik zwar aufbereiten, dennoch ist es nur begrenzt recycelbar.

Aus diesem Grund streben wir an, mit unseren Produkten komplett auf Plastik zu verzichten. Obwohl Baumwolle im Vergleich zu Polyester ein natürliches Material ist, hat die Pflanze negative Eigenschaften.  So wächst Baumwolle nur in sehr warmen Gebieten und benötigt im Vergleich zu Hanf die 4-fache Menge Wasser zum Wachsen. Zudem werden bei dem Anbau von Hanf, anders als bei Baumwolle, keine Pestizide benötigt. Laut der Verbraucher Initiative e. V. werden 25% aller Pestizide für Baumwollfelder verwendet. Dies hat gravierende Folgen für die Umwelt, wie beispielsweise verseuchte Böden und Grundwasser, kranke Feldarbeiter, Bienensterben und andere negative Auswirkungen auf Flora und Fauna.

Unser Ziel ist es deshalb, einen langfristig positiven Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen und hierbei einen großen Beitrag mit der Herstellung von nachhaltigen Textilien zu leisten.

Mit unseren Rucksäcken wollen wir nicht nur Konsumenten, sondern auch andere Hersteller, Startups und potenzielle Gründer zum Nachdenken bringen.

Was waren bisher die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als wir mit unserem Projekt angefangen haben, starteten wir praktisch von 0. Weder hatten wir sonderlich viel Erfahrung in der Modebranche, noch wussten wir, wo wir den Hanf beziehen können. 

Das Sourcing und die Produktion von Hanfstoffen stellte bisher die größte Herausforderung für uns dar, weil die Pflanze nur in sehr geringen Mengen am Markt zu finden ist. Es gestaltete sich daher schwierig, eine Produktion zu finden, die Hanf in der benötigten Qualität herstellt. Da China eine lange Tradition in dem Anbau und der Verarbeitung von Hanf hat, gingen unsere Gedanken schnell in die Richtung dort zu produzieren. Aufgrund von Sprachdifferenzen und der geografischen Entfernung, haben wir anfangs hauptsächlich in Europa nach Lieferanten gesucht. Es wurde allerdings recht schnell klar, dass hier entweder das Know-how, oder die Möglichkeit zur Verarbeitung von Hanfmaterialien fehlte.

Gleichzeitig war es schwierig, eine Rucksackproduktion zu finden, die sich im gleichen Land wie der Hanfstoffhersteller befindet, um eine effiziente Liefer- und Logistik-Kette zu ermöglichen um hierbei nicht unnötig den CO2-Ausstoß zu erhöhen.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden? Wo sehen Sie die Vorteile für sich?

Wir haben uns viele Gedanken zur Finanzierung gemacht. Crowdfunding bietet den großen Vorteil, im Rahmen der Finanzierung die eigene Marktpräsenz zu erhöhen.

Da wir ein junges Startup sind, stellt diese Variante daher die optimale Finanzierungsmethode dar, um unsere Herstellungskosten zu decken und gleichzeitig an Bekanntheit zu gewinnen.

Hampley Fashionlabel aus Frankfurt: Rucksäcke aus Hanf

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?

Nach erfolgreicher Finanzierung haben wir einige Pläne, die wir umsetzen möchten. 

Wir haben bereits an der Herstellung des ersten Rucksacks aus 100% nachwachsenden Rohstoffen gearbeitet. Zusätzlich steht die Herstellung neuer Produktlinien im Vordergrund.

Wer ist die Zielgruppe von Hampley?

Unsere Produkte sind für den Alltagsgebrauch konzipiert und sprechen mit ihrem urbanen Unisex-Design Teenager sowie junge und junggebliebene Erwachsene als Zielgruppe an. 

Was ist das Besondere an dem Rucksack? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Es gibt derzeit keinen anderen stylischen Hanfrucksack auf dem Markt. Unser Rucksack ist perfekt für Stadt- und Landreisen geeignet und besteht aus hochwertigem Hanfgewebe. Er ist dadurch nicht nur umweltfreundlich, sondern auch langlebig. Um zusätzlichen Stauraum zu schaffen verfügt er über eine Diebstahlschutztasche, zwei Seitentaschen, sowie eine Vordertasche und ein Laptopfach.

Im Vergleich zu Baumwolle ist Hanf dank seines geringen Wasserverbrauchs, seiner Wachstumsrate, seiner Faserqualität und dem Verzicht von Herbiziden und Pestiziden beim Anbau, die nachhaltigste Alternative in der Textilindustrie. Darüber hinaus kann Hanf fast überall auf der Welt angebaut werden. Unser neues Modell Hampley Rush ist in den Farben Beige & Schwarz und in den limitiert verfügbaren Farben „Ocean-Green“& „Rust-Red“ erhältlich. Mit der Farbe „Ocean-Green“ wollen wir auf den Plastikmüll in den Ozeanen und mit der Farbe „Rust-Red“ auf die Verschmutzung der Ackerböden durch Pestizide aufmerksam machen. Die Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit unseres Rucksacks, ist perfekt für Verbraucher, die nach nützlichen, umweltfreundlichen Produkten suchen.

Hampley, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der erste geschichtlich bekannte Webstoff war aus Hanf. Damals waren 80% aller Textilien, Stoffe für Kleidungsstücke, Zelte, Linnen, Teppiche, Gardinen, Handtücher und Windeln aus Hanf. Aus Hanf wurden außerdem Seile, Fasern, Leuchtöle, Papier und Leinwände, Farben und Lacke, Arzneimittel, sowie Baumaterial hergestellt. Erst durch die Webstühle und Baumwollentkernungsmaschinen aus Europa konnte Baumwolle kostengünstiger verarbeitet werden. Hanffasern mussten nämlich erst geröstet, getrennt und dann auf Spinnrädern und Wagenspinnern handversponnen werden. Mit den heutigen Möglichkeiten und Maschinen spielt dieser Punkt allerdings keine Rolle mehr und die Verwendung von Baumwolle ist nicht nur ökologischer Wahnsinn, sondern auch ökonomisch unsinnig.

Unserer Meinung nach können Chemiefasern wie Nylon und Polyester durch eine vernünftige Verbraucherpolitik durch strapazier- und saugfähigere, atmungsaktivere und biologisch abbaubare Naturfasern wie Hanf ersetzt werden. Genau hier setzen wir an: Hampley ist für uns nicht nur eine Marke, sondern sehr viel mehr. Wir möchten, dass Hanf in den kommenden Jahren wieder den Stellenwert bekommt den er mal hatte.
Hanf bietet die perfekte Basis einen Großteil der Klima- und Umwelt-Ziele zu erreichen – und wir helfen mit.

Darüber hinaus planen wir die Entwicklung neuer Produktlinien, neuer Verarbeitungsverfahren von Hanffasern und Hanfsamen sowie die Unterstützung sozialer Projekte. 

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Es ist wichtig, dass man einen tiefgründigen Sinn in dem sieht, was man tut. In unserem Fall ist es die Überzeugung, dass Hanf die beste und nachhaltigste Nutzpflanze der Erde ist. Dies bringt die notwendige Motivation, Willensstärke und Durchhaltevermögen. 

Teamfähigkeit. Es ist nur schwer möglich ein Unternehmen allein zu gründen. Erst durch ein eingespieltes Team erhöht man das Potential der Idee.

Flexibilität. Im Laufe der Unternehmensgründung trifft man auf viele Hürden. Hier muss man eine gute und schnelle Adaption beweisen, um erfolgreich zu sein.

Link zum Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei  Björn, Gabriel und Marvin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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