Günes Seyfarth: Seid ehrlich zu euch selbst!

Treffen Sie Günes Seyfarth Geschäftsführerin Die MacGyvers auf der FUTURE ENTREPRENEURS vom 9. März bis zum 11 März in Karlsruhe

Stellen Sie sich und das Startup Die MacGyvers doch kurz unseren Lesern kurz!
Günes Seyfarth: DieMacGyvers ist eine FullService-Agentur aufgestellt im Bereich Kinder, Kita und Nachhaltigkeit. Wir entwickeln Marketing-, Kommunikations- und Eventkonzepte, bilden Marken und vernetzen. Dabei wollen wir Neues, Innovatives schaffen, was überrascht, berührt und neugierig macht. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt und alles, was es braucht, damit es ihm gut geht. Namensgeber ist einer der Menschen, die mich in meiner Kindheit geprägt hat.

Welche Idee steckt hinter Die MacGyvers?
Günes Seyfarth: Ich mag Vielfalt. Im Supermarkt, in den Innenstädten und Treffen. Deswegen unterstützen wir Unternehmer, die mit guten Ideen, Nachhaltiges in unserer Gesellschaft bewirken wollen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen und was waren die größten Herausforderungen?
Günes Seyfarth: Ich bin ein Trüffelschwein. Ich gehe immer meiner Nase mag. Ich akzeptiere das Leben als was Lebendiges und sich Veränderndes. Das passt nicht unbedingt in festgefahrene Strukturen. Als junger Mensch meint man, dass man nicht dazu passt. Bis man merkt, dass das Leben viel mehr für einen bereit hat, wenn man die vorgedachten Strukturen verlässt. Ich war schon immer initiativ und engagiert. Beste Voraussetzungen also Unternehmer zu werden.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Günes Seyfarth aus?
Mein Mann würde sagen voll. Ich nenne es abwechslungsreich um 6.30 Uhr aufgewacht, kümmere ich mich um die Kids und die Wohnung. Ab 9 Uhr stehe ich dann für meine Aufgaben bereit. Der Tag wechselt sich ab mit Treffen mit Kunden und Partner sowie interessanten Menschen und das Entwickeln und Umsetzen der Konzepte für meine Kunden. Am Nachmittag bin ich größtenteils Mama und verbringe den Nachmittag bis zur Schlafenszeit mit meiner Familie. Mein Mann bringt die Kinder ins Bett und ich setze mich wieder vor meinen Laptop. So ist der Plan. Meist kommt es anders als man denkt.

Sie sind Mentorin auf der FUTURE ENTREPRENEURS. Was sind da Ihre Aufgaben?
Die Schüler zu bestärken an sich und ihre Ideen zu glauben.

Wie wichtig sind solche Veranstaltungen?
Sehr. Unser Schulsystem bereitet die Schüler nicht ausreichend auf die Anforderungen nach der Schule vor. Schüler gehen aus der Schule und können Fragen wie: Was sind deine Talente? Was willst du machen? Nicht beantworten. Dabei haben sie es von Geburt an in sich. Doch unsere Gesellschaft wandelt sich schneller als wir uns anpassen können. Das ist auch in Ordnung. Doch leider merkt man auf politischer Ebene eine Überforderung vor den vielen Herausforderungen. Da ist es fantastisch, dass wir aus der post-schulischen Zeit Schüler unterstützen und inspirieren können, ihrer inneren Stimme zu folgen.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Die Startup-Welt ist zum Teil desillusionierter geworden, ich würde es erwachsener nennen. In meinem Studium habe ich u.a. Bank- und Börsenwesen eine Regel gelernt. Wenn deine Idee überzeugt, bekommt man Geld von der Bank. Wenn nicht, geht man an die Börse.
Es ist zwar immer noch viel Geld für Investments da, doch wird nicht mehr ungesehen investiert. Das ist aber gut. Denn es schützt Gründer vor zeitlich-verzögerten Niederlagen.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Fehlende Vorbereitung: Ich merke in Beratungen schnell, ob jemand sich mit dem Markt und dem Wettbewerb beschäftigt hat oder mit einer Suche im Internet durch ist. Die Vorbereitung ist wichtig. Das gibt einem eine Perspektive wo man derzeit steht und wohin es sich entwickeln kann.

Perfektionismus: Oft finden Gründer kein Ende in der Produktentwicklung. Sie investieren viel Zeit und Geld in ein Produkt und sehen dann im Livetest, wo es hakt. Der Kunde ist unberechenbar. Daher bin ich dafür zügig an den Markt zu gehen. Die Idee muss ausgereift sein, noch nicht die Umsetzung. Die kann man mit Testkunden und Betaphasen entwickeln und investiert seine wertvolle Zeit nicht in eine Richtung, die keine Früchte trägt.

Mangelnder Kontakt zu Zahlen: Zahlen und Finanzierungen werden zu häufig von jungen Gründern vernachlässigt. Es wird zwar ein Businessplan im Finanzteil gemacht, aber die Zahlen sind oft geschönt. Dabei ist es wichtig, dass man frei denken kann. Das geht nur, wenn man den Kopf frei hat, was die Grundbedürfnisse (Wohnen, Essen, Nötiges) anbelangt. Solange wir kein Konstrukt wie das Bedingungslose Grundeinkommen haben, ist es wichtig, zu wissen, wie man sich den Kopf frei hält. Das heißt nicht, dass man die Ideen nicht verfolgen soll, die sich in der Kalkulation nicht wie gewünscht tragen. Es kann aber sein, dass mit einem Switch – andere Organisationsform, anderer Entwicklungsansatz, stufenweiser Markteintritt – ein nachhaltigeres Unternehmen aufgebaut werden kann.

Welches war das letzte Buch das Sie gelesen haben?
Eine kurze Geschichte unserer Menschheit von Yuval Noah Harari. Ein fantastisches Buch.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Mit meiner Familie, interessanten Projekten und inspirierenden Menschen am Meer. Es fehlt also noch das Meer.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
• Seid ehrlich zu euch selbst
• Holt euch soviel Feedback wie möglich vor und während der Idee-Umsetzung
• Sichert die Finanzierung in der Anfangsphase. Das Leben kommt dann noch früh genug dazwischen

Fotograf/ Bildquelle: Hauke Seyfarth

Wir bedanken uns Günes Seyfarth bei für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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