Gründungen im Internet – Daten, Fakten und 6 bärenstarke Tipps

Es war noch nie so einfach zu Gründen heißt es nicht nur im Silikon Valley, sondern auch in Berlin, Hamburg, München und Nürnberg. Dies zeigt sich vor allem an den steigenden Zahlen der Gründungen im Internet. Im Laufe des letzten Jahrzehntes hat die Gründung im Internet an Bedeutung gewonnen. Grund hierfür sind insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten des Internets, welche eine Unternehmensgründung durch geringe Risiken sowie geringen Zeit- und Kostenaufwand vereinfachen.

Befragung von Gründern im Internet

Aufgrund der Wichtigkeit von Unternehmensgründungen im Internet führte die FAU Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für IT-Management) eine Umfrage unter Website-Betreibern durch. Unterstützt wurde die Studie durch den Projektify e.V. (https://projektify.de) einen Marktplatz für den An- und Verkauf von Startups und Webseiten. Dazu wurden in dieser Studie 89 Websitebetreiber von Projektify online befragt. Ziel der Studie war es u.a. Motive, Vorgehen, Einkommen und Zeitaufwand von Gründern im Internet zu untersuchen und Tipps für Gründer daraus abzuleiten.

Blogs und Onlineshops mit Affilitate Marketing dominieren die Gründungen im Internet

Für die Mehrzahl der befragten Websitebetreiber handelte es sich um die erste Gründung. Dabei betreibt die Mehrzahl einen Onlineshop. Dicht gefolgt von den Bloggern. Die überwiegende Mehrheit der Gründer generiert dabei Einnahmen durch Affiliate Marketing oder Pay-per-Click Werbung (Bsp. Google Adsense). Affiliate Marketing bedeutet dabei die erfolgsbasierte Vermittlung von Fremdprodukten. Nur wenige Gründer bieten eigene Produkte oder Services an. Speziell Affiliate und Pay-per-Click Modelle benötigen wenig bis kaum Aufwand sowie keine eigene Logistik.

Auch die Tatsache, dass nur ein Drittel der Gründer einen technischen Studien- oder Ausbildungshintergrund hat, unterstreicht die These, dass speziell Gründungen im Internet ohne umfangreiche Informatik Kenntnisse deutlich einfacher möglich sind als noch vor einigen Jahren.

Oft geringe Einnahmen bei geringer Arbeitszeit und geringen Investitionen

Die absolute Mehrheit der befragten Gründer gab an, dass kaum mehr als 15h (meist nur bis zu 8h) pro Woche in das Gründungsvorhaben investiert worden sind. Auch bei der Angabe der Gründungskosten wurden kaum mehr als 1000 Euro investiert. Die Gründer gehen dabei sehr schnell mit einer Website online, da auch die überwiegende Mehrzahl als vorbereitende Planung oft nur ein Grobkonzept oder eine wenig ausformulierte Idee hat.

Dies spiegelt sich allerdings auch im Einkommen wieder. Dabei konnte festgestellt werden, dass ein Drittel der Webprojekte nicht mehr als 100 Euro Gewinn im Monat erwirtschaften konnten und nur knapp ein Drittel mehr als 1000 Euro einnehmen können.

Eine Gründung im Internet ist schnell und einfach durchzuführen. Die Kosten sind dabei oft im Rahmen und es bedarf oft nicht mehr als einen Tag Zeitaufwand pro Woche. Allerdings haben Gründer noch Potenzial beim Einkommen der Website.

Viele Gründungen im Nebenerwerb oder zu Test von Ideen

Wie bereits im vorherigen Absatz erwähnt, investieren die Gründer sehr wenig Zeit in das Gründungsvorhaben und starten oft ohne detailliertes Konzept mit geringen Kosten. So stellt sich die Frage nach den Motiven und den Zielen einer solchen Gründung.

Dabei gaben die befragten Gründer an, dass es sich um die Ergänzung ihres regulären Einkommen oder um das Testen einer Idee handelt.  So plant ein Drittel der Teilnehmer mit dem Webprojekt dauerhaft im Nebenerwerb eine Ergänzung des Einkommens neben Studium oder Beruf zu erhalten.

Die zweite Gruppe mit knapp zwei Dritteln sind dabei Gründer, welche eine Idee ausprobieren wollen. Dabei erproben die Gründer oft mehr als nur ein Geschäftsmodell im Internet und besitzen zahlreiche Websites. Dies spiegelt sich auch in der Motivation zum Vollzeiterwerb wieder. Nur 10% der Gründer streben aktiv einen Vollzeiterwerb an, während 90% sich nicht sicher sind.

Gründungen im Internet sind schnell und einfach umzusetzen. Dies erkennen auch Gründer und nutzen diese um in kurzer Zeit viele Ideen auszuprobieren. Auch eine einfache Ergänzung des bestehenden Einkommens durch beispielsweise eine stark spezialisierte Nische ist Motivation für eine Gründung im Internet.

6 bärenstarke Tipps für Gründer

Aus den Antworten lassen sich Zusammenhänge erkennen, welche Ihnen als Leser bei Ihren Gründungsvorhaben weiterhelfen können. Zum Hintergrund ist zu sagen, dass wir aus den Ergebnissen eine sogenannte Korrelationsanalyse, also eine stochastische Untersuchung der Zusammenhänge der Antworten durchgeführt haben.

Im Nebenerwerb starten: Projekte im Internet sind schnell umgesetzt und können mit wenig Zeitaufwand getestet werden. Oft können diese auch eine Möglichkeit zur Einkommensergänzung sein.

Traffic als Erfolgsgarant: Die Studie zeigt, dass Webprojekte mit hohem Traffic auch hohe Einnahmen erzielen.

Planung bringt Erfolg: Die Studienteilnehmer, welche, nach eigenen Angaben, einen detaillierten Businessplan erstellt haben, geben ebenfalls ein höheres Einkommen an.

Zeit investieren: Je höher der Zeitaufwand desto höher auch der Gewinn, so die Studienteilnehmer – auch der Wandel in die Vollzeiterwerbsselbstständigkeit wird mit höherem Zeitaufwand wahrscheinlicher.

Investitionen machen erfolgreich: Projekte mit höheren Investitionen in der Gründungsphase bringen laut den Befragten oft mehr Gewinn – auch das Potenzial zur Vollerwerbsselbstständigkeit steigt mit der Höhe der Investition.

Website kaufen als Boost: Neugründungen und Eigenentwicklungen kosten mehr Zeit als der Kauf einer bestehenden oder fertigen Webseite, welche auch oft zu direkten Einnahmen führt bzw. einen schnelleren Start ermöglicht.

Der Link zum kostenlosen Download der Studie ist: https://projektify.de/studie-gruendungen-einkommen-nischenwebseiten/

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Dominic Lindner

Dominic Lindner ist Vorstand des Projektify e.V. ,einem Marktplatz für den An- und Verkauf von Webprojekten. Dominic hat zwei Startups erfolgreich verkauft und möchte mit Projektify eine Bühne für die Gründerszene schaffen, um Webstartups den Exit zu erleichtern. Als Beitrag für die Gründerszene ist Projektify kostenlos. Neben dieser Tätigkeit schreibt Dominic eine Doktorarbeit an der FAU Erlangen-Nürnberg.

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