Gründen im Studium

Wie ich während meines Studiums Housing Anywhere gründete

Wie alles begann

Die besten Ideen entstehen aus der Not heraus. So war es auch bei mir. Als eingeschriebener Student für International Business Administration an der Rotterdam School of Management gehörte auch ein Auslandssemester zum Teil meines Studiums. Ich entschied mich damals für die National University in Singapur. Als es jedoch ans Eingemachte ging, wurde mir bewusst, wie schwierig es ist aufgrund von Sprachbarrieren und unterschiedlichen Zeitzonen eine sichere Unterkunft in Singapur zu finden und gleichzeitig meine Studentenunterkunft in Rotterdam für diesen Zeitraum zu vermieten. Es muss doch einfacher gehen, internationalen Studenten Unterkünfte anzubieten, dachte ich mir, und so entschied ich mich kurzerhand Housing Anywhere ins Leben zu rufen.

Zunächst bat ich Studenten in Rotterdam, ihre Zimmer und Wohnungen während ihrer Abwesenheit zur Verfügung zu stellen. Schnell kamen Studenten aus weiteren niederländischen Städten und kurze Zeit später aus der ganzen Welt hinzu. Mittlerweile gehören 80 Mitarbeiter zum Housing Anywhere Team und wir bieten weltweit in über 50 Städten temporäre Studentenunterkünfte an.

Die Herausforderungen während des Studiums meistern

Gründen im Studium ist alles andere als einfach. Einerseits möchte man sich auf die Studieninhalte konzentrieren, auf der anderen Seite brennt einem eine Idee unter den Nägeln, die man so schnell wie möglich in die Tat umsetzen möchte. Hinzu kommen die üblichen Verführungen des Studentenlebens: Prokrastination und Ablenkung durch Kommilitonen, sowie Selbstzweifel, die es hartnäckig zu bekämpfen gilt. Gerade wenn man wie ich als Ein-Mann-Unternehmen anfängt, fällt es oft schwer, das gesteckte Ziel im Auge zu behalten und sich nicht durch äußere Einflüsse vom Kurs abbringen zu lassen. Ich selbst hatte damals keine Förderung durch meine Universität, was das Ganze natürlich zusätzlich erschwerte. Mittlerweile gibt es aber zum Glück immer mehr Hochschulen, die die Gründer-Ambitionen ihrer Studenten mit Hilfe spezieller Förderungsprogrammen unterstützen.

Meine Tipps für’s Gründen im Studium

Student erfindet Social Media Plattform, bricht Studium ab und avanciert zu einem der einflussreichsten Unternehmer der Gegenwart – Mark Zuckerberg ist womöglich der bekannteste unter den Studentengründern. Unternehmensgründung während des Studiums ist dieser Tage nichts Ungewöhnliches mehr und viele Hochschulen unterstützen mittlerweile sogar die Gründer-Ambitionen ihrer Studenten. Geschichten wie die von Mark Zuckerberg machen Mut, gehören jedoch auch zu den Ausnahmefällen.
Von voreiligen Studienabbrüchen kann ich daher nur dringendst abraten, auch wenn das altmodisch klingen mag. Aber sollte es am Ende mit der Unternehmensgründung doch nicht klappen, ist es gut einen Abschluss in der Tasche zu haben.

Konstruktive Kritik und Meinungen von Außenstehenden sind genauso wichtig, wie ab und an mal etwas Abstand vom Projekt suchen, um wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Man sollte sich jedoch nicht unnötig ablenken und durch andere von seiner Idee abbringen lassen. Denn um diese am Ende auch realisieren zu können wird ein hohes Maß an Disziplin, Fokus und Durchsetzungskraft benötigt – das klingt zwar erstmal nach Mamas erhobenen Zeigefinger, aber nur damit kommt man am Ende auch ans Ziel.

Fotograf Joris den Blaauwen

 

Niels van Deuren

Niels van Deuren ist Gründer und CEO von Housing Anywhere. Er gründete das Unternehmen 2009 als er selbst auf der Suche nach einer temporären Unterkunft in Singapur war. Mit dem Online-Wohnungsmarktplatz hilft er Austauschstudenten weltweit bei der Wohnungssuche. Niels van Deuren hat International Business an der Erasmus Universität in Rotterdam studiert und seinen Master in International Management in Singapur und Rotterdam absolviert.

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