GROWTH HACKING TEIL 1: WAS DU ÜBER DEN MARKETING-TREND WISSEN MUSST

Vielleicht hast du schon einmal über Growth Hacking gelesen oder auf einem “werde ganz hektisch total reich”-YouTube Channel davon gehört und es als Buzzword abgetan. Dabei versteckt in diesem Begriff nichts anderes als die nächste Stufe des Marketings: dynamisch, agil, zielorientiert und datengetrieben. Eine mächtige Waffe für ambitionierte und innovative “Macher”, die sich mit dem Status Quo nicht zufrieden geben wollen.

Im Folgenden möchte ich dir diesen Begriff im Detail vorstellen und dir helfen, mit diesem Instrument mehr Erfolg zu haben.

Warum Startups scheitern

„A Startup is a human institution created to design a new product or service under conditions of extreme uncertainty.“ – Sean Ellis

Längst ist es hip und angesagt, Entrepreneur zu sein. Wer will schon seine wertvolle Lebenszeit für ein Unternehmen investieren, das einem nicht selbst gehört – oder an dem man nicht mindestens Anteile besitzt? Wer arbeitet denn gerne nur acht Stunden am Tag und was will man mit sechs Wochen Urlaub im Jahr anfangen? Betriebliche Altersvorsorge ist auch sowas von spießig!

Die Ausgangslage im Internet ist fast überall gleich: Der Nutzer hat kein Geld oder will es nicht ausgeben. Hinzu kommt, dass Unternehmen heute häufig limitierte Ressourcen haben: Du benötigst also kreative und clevere Lösungswege, um möglichst schnell zu wachsen und neue Kunden zu gewinnen.

Die Herausforderung ist also, mit limitierten Ressourcen schnell zu wachsen. Und genau dabei kann Growth Hacking helfen.

Der Ursprung von Growth Hacking

Sean Ellis war früher selbständiger Marketing Manager und unterstützte in dieser Funktion mehrere Startups im Silicon Valley. Er hatte das Problem mit den zu hohen Investitionskosten und knappen Zeit erkannt und suchte nach neuen Möglichkeiten, um das Wachstum schnell und ohne zu viel Marketinggelder zu verschwenden, zu steigern. Immer wenn Ellis in weiteren Berufsleben von einem Startup zum nächsten zog und seine Position neu besetzen musste, fragte er sich, nach was für einem Profil er nun suchen sollte. Weil seine Fähigkeiten weit über die eines normalen Online Marketers hinausgingen, war er gezwungen für die Stellenausschreibungen eine neue Berufsgattung zu schaffen; der Growth Hacker war geboren.

Mit seiner Vorgehensweise und einigen sehr klugen Maßnahmen zur viralen Verbreitung, brachte Ellis Dropbox auf die Erfolgsspur.

Beispiel: Dropbox
Zu Beginn experimentierte man bei Dropbox noch mit bezahlten Ads, fand dann aber relativ schnell heraus, dass die Kosten den anschließenden Nutzen um ein Vielfaches überstiegen. Also suchte man nach alternativen Wachstums-Möglichkeiten. Mit einer genialen Idee schaffte man es dann tatsächlich, in einem Jahr über 4 Millionen neue User zu generieren: Jeder Nutzer hatte die Möglichkeit durch E-Mail Empfehlungen an Freunde mehr Speicherplatz zu erhalten.

GROWTH HACKING MarketingDiese Erfolgsstory war jedoch nicht der erste offizielle Growth Hack.

Hotmail erreichte nach seinem Launch im Jahr 1996 innert kurzer Zeit durch einen sehr cleveren Hack ein enormes Nutzerwachstum. Der Email-Dienst sendete mit jeder ausgehenden E-Mail folgende Tagline mit: «PS. I love you. Get Your Free Email at Hotmail». Wenn also ein Hotmail User eine E-Mail sendete, konnte der Empfänger ganz einfach auf den Tagline-Link klicken, welcher ihn automatisch auf eine Landingpage leitete. Dort konnte er einen kostenlosen Email-Account anlegen.

Was ist Growth Hacking? Die ultimative Definition

Growth Hacking ist ein interdisziplinärer Mix aus Marketing, Datenanalyse und Entwicklung. Das einzige Ziel von Growth Hacking ist das Wachstum eines Unternehmens. Dafür wird ein Prozess zugrunde gelegt, der die schnelle Identifikation von skalierbaren Kommunikationskanälen ermöglicht. Im Gegensatz zu traditionellen Marketingmaßnahmen wird jeder Touchpoint des potentiellen Kunden mit dem Unternehmen als potentieller Kommunikationskanal in Betracht gezogen.

Oder zusammengefasst: Growth Hacking ist die optimale Synthese aus Produkt, User Experience und Marketing – mit Wachstum als Ziel.

Entscheidend dabei: Growth Hacking ist nicht etwa nur eine Sammlung von smarten Marketing-Tricks. Growth Hacking ist ein Prozess des fortwährenden Lernens und Anpassens. Für alle Produktmanager und Entwickler unter euch: Scrum für Marketing.

Im nächsten Teil: so schaffst du die richtigen Voraussetzungen für dein Unternehmenswachstum.

Neugierig? Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Bestseller “Growth Hacking” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny. Mehr Infos: http://growthhacking.rocks/

Bildquelle canva.com

Autor: Tomas Herzberger

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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