Erstens: Hinterfragt alles.

Groupify gemeinsam mit Freunden online shoppen

Stellen Sie sich und das Startup doch kurz unseren Lesern vor!
Hallo, ich bin Alex von Harsdorf, Gründer von Groupify . Wir haben ein System entwickelt, mit dem man gemeinsam mit Freunden online shoppen kann. Mit Groupify kann man Freunde zu gemeinsamen Warenkörben einladen, bei Bedarf getrennt bezahlen und insgesamt ein gemeinsames Shopping-Erlebnis haben. Jede Bestellung wird so zu einer kleinen Tupperware-Party. Je mehr bestellt wird, desto mehr Belohnungen kann man als Gruppe freischalten. Unser kürzlich gelaunchtes Groupify Bookings  ist speziell für Ticketing und Konzerte konzipiert und kommt bereits bei Tourneen von Katy Perry, den Gorillaz, Nicolas Jaar und vielen Festivals zum Einsatz.

Wie ist die Idee zu Groupify entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Ich habe inzwischen einige Jahre im Musikbusiness gearbeitet, unter anderem als Manager verschiedener Künstler. Irgendwann während einer Tour hab ich mich gefragt, was passieren würde, wenn alle Fans die da sind beim nächsten Mal ihren Freunden davon erzählen und sie mitbringen würden. Man könnte sich teure Kampagnen sparen und jeder Fan würde zum Promoter. Dann könnte man direkt größere Hallen füllen. Das war die Geburtsstunde der Idee. Von da an habe ich mich auf die Suche gemacht nach Mitstreitern. Über Empfehlungen von Freunden habe ich dann meine beiden Mitgründer Armin Gattung und Fabian Jaxt kennen gelernt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die überraschendste Erkenntnis war, wie altbacken eigentlich das Ticketing-Business ist. Ich meine, ich bin kein Branchenfremder, aber die Vehemenz, mit der wir zu Beginn ignoriert wurden, fand ich dann doch beachtlich. Glücklicherweise gibt es aber auch in diesem Business Leute mit Pioniergeist, die mit uns gewagt haben, daran zu glauben, dass Groupify einen riesigen Unterschied machen kann. Wir haben inzwischen tolle Partner und Groupify findet vom Start an in der A-Liga an Musik-Events statt. Wir sind komplett eigenfinanziert, haben keine externen Investoren und wachsen aus unserem Umsatz

Wer ist die Zielgruppe von Groupify?
Unsere Zielgruppen sind vor allem Shop-Betreiber, Ticketshops und Veranstalter. Wenn Groupify dort einmal installiert wurde, können alle Kunden und Fans in diesen Shops Groupify nutzen.

Wie funktioniert Groupify?
Jeder, der in einem unserer Partnershops etwas bestellt, kann während der Buchung eine Gruppe im Shop eröffnen und Freunde einladen. Diese können dann ebenfalls shoppen und sich austauschen. Es entsteht ein kleines Ad-Hoc-Social-Network. Alle Bestellungen der Gruppe werden dann zusammengezählt. Wenn bestimmte Ziele erreicht werden, gibt’s Rabatte oder andere Rewards für alle.

Welche Vorteile bietet Groupify?
Es gibt unglaublich viele Szenarien, in denen Groupify die Koordination von gemeinsamen Bestellungen vereinfacht. Ob beim gemeinsamen Konzert-Besuch, der Lunch-Bestellung im Office, der Lieferung vom Online-Supermarkt in die WG oder für gemeinsame Geschenke. Für andere sind es die Rabatte, die Anbieter gerne geben – im Gegenzug für größere Bestellungen.

Wie ist das Feedback?
Bereits in unserer Beta-Phase wurde Groupify sehr gut angenommen. Ein wahres Gewusel an Gruppen, Einladungen und gemeinsamen Bestellungen. Das zu sehen, macht richtig Spaß. Für mich ist die größte Motivation, etwas zu erschaffen, das anderen Freude bereitet und echte Mehrwerte bietet. Bis zum heutigen Tag haben wir dafür noch keinen Euro in Marketing investiert. Groupify ist äußerst viral, und dadurch wachsen wir mit.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Für uns ist Ticketing erst der Anfang. Im Kern geht es um das Groupify-Prinzip: gemeinsam mit Freunden. Unsere Vision ist, das seit 25 Jahren unverändert vorherrschende Mantra des einsamen Shoppers zu beenden. In einigen Jahren, so hoffen wir, wird es selbstverständlich sein, beim Shopping Freunde einzubeziehen. Darüber hinaus lässt sich das Groupify-Prinzip auf so viele weitere Bereiche ausweiten, die über Shopping hinausgehen. In der Art: Wenn du und mindestens 5 Freunde sich die gesamte Staffel auf Netflix angeschaut haben, bekommt ihr einen Monat geschenkt. In unserem Blog  erzählen wir ein bisschen mehr zu unseren Beweggründen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Hinterfragt alles.
Zweitens: Seid bescheiden.
Drittens: Haltet durch.

Wir bedanken uns bei Alex von Harsdorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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