Einen Businessplan erstellen

Ziya Orhan und Oliver Klingenbrunn Gründer von Green MNKY, individuelle Schutzfolien für Smartphones, Tablets und Co. in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Green MNKY doch kurz vor!

Wir heißen Ziya Orhan und Oliver Klingenbrunn und gemeinsam mit unserem Mitgründer Björn Salg sind wir Green MNKY. Wir ermöglichen, dass Schutzfolien für Smartphones, Tablets und Co. erst dann hergestellt werden, wenn der Kunde im Laden tatsächlich danach fragt und machen damit die Welt grüner und nachhaltiger und tragen zum Schutz der natürlichen Ressourcen bei und revolutionieren mit dieser Idee den stationären Mobilfunkeinzelhandel.

Wie ist die Idee zu Green MNKY entstanden?

Oliver und ich sind kombiniert seit über 40 Jahren im Mobilfunkmarkt tätig. Der Mobilfunkmarkt ist typischerweise gekennzeichnet durch eine große Modellvielfalt aber kurze Produktlebenszyklen. Die Fachhändler mussten also bis jetzt immer sehr viele Zubehörartikel auf Lager haben, von denen aber ein Großteil irgendwann nicht mehr nachgefragt wurde. Es ist eher die Regel, als die Ausnahme, dass man einen großen Teil des Warenlagers einfach wegwirft um Platz für Neues zu schaffen, der Kreislauf wiederholt sich immer wieder.

Umso bedauerlicher, wenn man sich einmal anschaut wie die meisten Zubehörartikel verpackt sind:

Üppige Umverpackungen / Blister für den Schutz von relativ wenig Inhalt. Eine Katastrophe für die Umwelt! Wir haben durch unsere eigene Arbeit jahrelang die Berge an Verpackungsmüll im Mobilfunkeinzelhandel gesehen und gedacht, das sei unvermeidbar. Wir wissen, wie viele Zubehörteile sich ein Händler auf Lager legen muss, um einigermaßen die Nachfrage bedienen zu können, nur um am Jahresende festzustellen, dass er einen Großteil der Zubehörartikel wegwerfen muss, weil sie nicht mehr nachgefragt werden und er dabei doch nicht jeden Kunden bedienen kann – irgendetwas fehlt immer.

Wenn man sich vorstellt, was da bei 20.000 bis 30.000 Mobilfunkshops allein in Deutschland herauskommt, ist das Wahnsinn.  Wir waren der Ansicht, dass es möglich sein muss, dem Kunden im Laden genau dann die passende Schutzfolie herstellen zu können, wenn er sie auch nachfragt. Wir waren uns auch sicher, dass es bei dieser Lösung nur Gewinner gibt: Der Händler, der Kunde und die Umwelt. Unser Ziel war es also, das Ende der Werkbank mit Hilfe der Digitalisierung von China (wo die meisten Zubehörartikel hergestellt werden) direkt in den Laden, also den Point of Sale zu verlagern. 

Welche Vision steckt hinter Green MNKY?

Unsere Vision war, den stationären Mobilfunkeinzelhandel zu revolutionieren und ihn „grüner“ zu machen, ohne dass der Mobilfunkhändler oder dessen Kunden dabei Einschränkungen haben. Wir wollten vielmehr mit unserer Lösung einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen: Der Händler hat mit einer geringeren Kapitalbindung und geringeren Lagerhaltung ein größeres Angebot an Schutzfolien, er kann nämlich für über 5.000 Geräte Schutzfolien anbieten und zwar sowohl für die Vorderseite (Display) als auch für die Rückseite. Die Modellvielfalt ist grenzenlos und nicht auf Handys begrenzt.- Auch für Gamingkonsolen, Kopfhörer, Kameralinsen und vieles mehr lassen sich beispielsweise Schutzfolien herstellen.

Bei der Rückseite bieten wir optional sogar spezielle Designfolien an, die wir „Skins“ nennen und sich wie eine zweite Haut um das Handy schmiegen. Kein Kunde im Laden muss mehr weggeschickt werden, weil das Handy noch zu neu, oder schon zu alt ist, d.h. die Kundenwünsche können immer und sofort erfüllt werden. Die Umwelt profitiert, weil kein unnötiger Lagerbestand mehr aufgebaut werden muss und Verpackungsmüll um bis zu 90% (im Vergleich zu Standardschutzfolien in Blisterverpackung) reduziert wird. 

Wer ist die Zielgruppe von Green MNKY?

Einerseits sind stationäre Mobilfunkeinzelhändler (inkl. Elektronikmärkte) unsere Zielgruppe im Bereich B2B, denen wir ein Hochpräzisionsschneidegerät und die benötigten Folienrohlinge zur Verfügung stellen, damit diese direkt im Laden für ihre eigenen Kunden die benötigten Schutzfolien herstellen können. Andererseits bieten wir im B2C auch privaten Endkunden über unseren eigenen Onlineshop Schutzfolien in perfekter Qualität und halten für die Geräterückseite über 140 verschiedene Design Skins bereit, so dass der Kunde sein Gerät individualisieren kann.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Uns gibt es mittlerweile seit einem knappen Jahr und wir konnten unseren Kundenstamm in dieser Zeit stetig weiter ausbauen und viel positives Feedback bekommen. Wir waren uns aber sicher, dass wir durch die Teilnahme an der Gründershow unseren Bekanntheitsgrad innerhalb kurzer Zeit stark steigern und dadurch die ohnehin schon sehr rege Neukundengewinnung nochmal auf ein anderes Niveau bringen können. Die Show sollte einerseits also für uns eine Art Schaufenster sein, damit uns einerseits viele Händlerkunden, aber auch Endkunden besser auf dem Schirm haben. Wenn nun also Kunden in die Mobilfunkshops strömen und nach den Green MNKY Schutzfolien fragen, hätte es für uns und unsere Händler eigentlich nicht besser laufen können. 

Da die Expansion natürlich Geld kostet, war die Möglichkeit, einen Kapitalgeber zu gewinnen, zusätzlich zur Steigerung unseres Bekanntheitsgrades das zweite, genauso wichtige Argument für eine Teilnahme an der Show. Uns war aber klar, dass es nicht nur ums Geld ging, sondern dass für uns nur ein Investor in Frage kam, der uns auch anderweitig, also bei strategischen Fragestellungen weiterbringt und unterstützt. Geld alleine gibt es ja auch von der Bank, noch dazu sehr zinsgünstig.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir sind im Digitalen Gründerzentrum in Aschaffenburg ansässig. Das ist im Wesentlichen auch durch ein Open Space Konzept gekennzeichnet. Dass niemand (auch nicht unsere Mitarbeiter) etwas von der Teilnahme an der Show und unseren Vorbereitungsarbeiten mitbekommen sollte, war dabei eine gewisse Herausforderung. Wir hatten aber auch nicht viel Zeit zur Vorbereitung, da zwischen Kontaktaufnahme der Produktionsfirma bis zum Aufzeichnungstermin nur wenige Tage vergingen. Wir mussten also viel improvisieren und uns neben dem normalen Tagesgeschäft eben bestmöglich vorbereiten. Natürlich legt man sich Fragen und Antworten zurecht und überlegt, auf was die Löwen wohl besonders Wert legen und wir stellten die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zusammen. Auch die Produktionsfirma hat uns den einen oder anderen Tipp gegeben. Die Argumente für unsere Lösung, die wir letztendlich auch in der Show kommuniziert haben sind im Grunde aber die gleichen Argumente, mit denen wir auch Neukunden gewinnen. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Als wir nach unserer Bewerbung so schnell von der Produktionsfirma kontaktiert und zur Show eingeladen wurden, hat uns das natürlich sehr gefreut. Eine solche Chance, sich vor einem Millionenpublikum zu präsentieren, gibt es ja nicht alle Tage. Das hat uns auch darin bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und war für uns eine zusätzliche Motivation, unseren Weg auch weiter zu gehen.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Green MNKY aufmerksam werden?

Einerseits war es für uns als Unternehmen natürlich wichtig, da es unsere Bekanntheit und die Wahrnehmbarkeit unserer Marke Green MNKY steigert. Insbesondere bei den Endkunden, die wir über unseren eigenen Onlineshop gewinnen wollen, sehen wir ein attraktives Kundenpotential. Den gesteigerten Bekanntheitsgrad sehen wir aber auch in Hinblick auf unsere Händlerkunden als wichtig an, da deren Absatz an Green MNKY Schutzfolien gesteigert werden kann. 

Andererseits finden wir es aber auch gut, dass auf diese Art und Weise die Themen, die uns besonders wichtig sind, nämlich Müllvermeidung und Nachhaltigkeit, besser in die Breite transportiert werden können. Wir wollen allen Stakeholdern verdeutlichen, dass wir wirklich etwas für die Umwelt tun und nicht nur eine Umweltstory verkaufen wollen. 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Wir waren der Meinung, dass Carsten Maschmeyer für uns der perfekte Partner wäre. Unsere Lösung ist top. Aber gute Produkte und Dienstleistungen sind kein Selbstläufer und so manche gute Idee ist einfach an Marketing und Vertrieb gescheitert. Wer wäre also besser geeignet, Türen zu öffnen, die uns sonst verschlossen bleiben würden, und unseren Vertrieb zu stärken, als Carsten Maschmeyer mit seinem Netzwerk?

Green MNKY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Weg geht hoffentlich so weiter, wie er momentan verläuft. Wir erfreuen uns an einem regen Kundenzuspruch und wollen natürlich unsere Marktanteile weiter steigern. Wenn wir in 5 Jahren mit unserer Lösung dazu beigetragen haben, die Mobilfunkbranche nachhaltiger zu machen und das sowohl im Inland als auch im Ausland, haben wir vieles richtig gemacht. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Auch wenn es lange dauert, einen Businessplan zu erstellen, sehen wir in diesem doch einen wichtigen Kompass zur Realisierung eines Gründungsvorhabens, auf den man nicht verzichten sollte.

Wenn man dann den Gründungsentschluss getroffen hat, sollte man stets an sich glauben, dranbleiben und einfach machen. 

Man sollte aber auch in der euphorischen Gründungs- und Anlaufphase stets auf dem Teppich bleiben und sich bewusst werden, dass so manches Problem und so manche Herausforderung auf einen zukommt – und zwar genau dann, wenn man am wenigsten damit rechnet und es dann darum geht, den eigenen Weg auch gegen Widerstände weiter zu gehen und nicht in Problemen, sondern in Lösungen zu denken.

Bild: Ziya Orhan (l.) und Oliver Klingenbrunn präsentieren mit „GreenMNKY“ ein System aus Datencloud, App und Foliencutter welches die modellspezifische Konfektionierung von Handyfolien auf Anfrage ermöglicht. Sie erhoffen sich ein Investment von 400.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Green MNKY am 14. September in der Höhle der Löwen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ziya Orhan und Oliver Klingenbrunn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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