Start-ups gehen neue Wege für mehr Kreislaufwirtschaft

Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht, besagt ein altes chinesisches Sprichwort. Eine zeitlose Weisheit, die auch die Denkweise der heutigen Start-up-Szene prägt. Und neue Wege braucht es dringend, vor allem, wenn es um Fragen des Recyclings, der Ressourceneffizienz und der Abfallvermeidung geht. Denn tagtäglich verschwenden wir mit unseren überholten Mustern des Wirtschaftens und Konsumierens Unmengen an Ressourcen. Weltweit werden pro Jahr noch immer 60 Milliarden Tonnen nicht-erneuerbare Rohstoffe verbraucht.

Endliche Ressourcen erfordern grüne Disruptionen

Den meisten von uns ist längst bewusst, dass die Ressourcen unseres Planeten endlich sind. Wir haben also gar keine Alternative, als das Konzept von „Herstellen, Nutzen, Wegwerfen“ sobald wie möglich aufzugeben und unsere gesamte Wirtschaft mehr in Kreisläufen zu denken. Die Branche braucht eine Art „grüne Disruption“, um auf neuen Wegen einen Wandel herbeiführen. Junge Gründerinnen und Gründer mit kreativen neuen Lösungen könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen. Sie besitzen ein riesiges Potenzial, die Abfall- und Recyclingbranche umzukrempeln.

Das beweist auch der Green Alley Award, ein europaweiter Gründerwettbewerb mit Fokus auf Ideen für eine Kreislaufwirtschaft. So wurden allein im letzten Jahr rund 200 Bewerbungen aus mehr als 50 Ländern eingereicht – Tendenz steigend. Die von den Start-ups vorgeschlagenen Lösungen zielten zum Beispiel auf das Eindämmen von Lebensmittelverschwendung, eine bessere Abfallentsorgung, boten ökologische Alternativen zu umweltschädlichen Produkten oder zeigten neue Arten des Recyclings auf.

Start-ups machen vor wie es geht

Die Gründer von Green City Solutions, Gewinner des Green Alley Awards 2017, haben beispielsweise eine freistehende Wand entwickelt, die an beiden Seiten mit Moosen bewachsen ist. Die Wand mit dem Namen „City Tree“ schluckt Feinstaub und so viel CO2 wie knapp 300 normale Bäume. Firmen und Städte können sie kaufen und damit für ein besseres Stadtklima sorgen.

Ein weiteres Beispiel liefert der Gewinner aus 2016, das britische Start-up Adaptavate. Gründer Tom Robinson war schockiert, wie umweltschädlich Gipsplatten sind und dennoch weiterhin bedenkenlos in der Baubranche eingesetzt werden. Zudem ist die Entsorgung kritisch: der Baustoff enthält Gifte wie Sulfate, weshalb die Plattenreste in den Sonderabfall gehören. Robinson hat deshalb das Start-up Adaptavate gegründet und das „Breathaboard“ entwickelt, eine zu 100 Prozent recycelbare Wandverkleidung, die aus Abfällen der Landwirtschaft hergestellt ist. Mit seiner Alternative zu Gipsplatten will Tom die Baubranche revolutionieren.

Das finnische Start-up RePack widmet sich dem Problem des steigenden Verpackungsabfalls im Versandhandel. Pro Kopf und Jahr fallen in Deutschland im Durchschnitt mehr als 200 Kilogramm Verpackungsabfall an, durch den Boom des Internethandels Tendenz steigend. Das Team von RePack hat deshalb eine Versandtasche entwickelt, die bis zu 20 Mal wiederverwendet werden kann. Der Käufer zahlt beim Online-Shopping eine Art Pfand für die wiederverwendbare Versandtasche RePack. Sobald er seine Ware erhalten hat, wirft er RePack in den nächsten Briefkasten ein und erhält einen Gutschein für den nächsten Einkauf. Das finnische Start-up konnte bereits die ersten Modelabels für sich gewinnen, die ihre Ware in der wiederverwendbaren Tasche verschicken.

Gute Ideen ebnen den Weg zur Circular Economy

Green City Solutions, Adaptavate, RePack und viele andere Start-ups probieren neue Wege aus, die sich als gangbar erweisen. Dabei ermöglichen sie uns, mit ihren Ideen eine Circular Economy praktisch umzusetzen. Aber wir brauchen noch eine ganze Menge mehr solcher Ideen!

Es gibt unzählige Ansätze, wie sich mit neuen digitalen Technologien Lieferketten effizienter gestalten oder Sharing-Modelle und Services aufbauen lassen, die Besitz überflüssig machen. Und auch im Bereich Langlebigkeit von Materialen und Recycling gibt es noch viel zu tun. Die Branche ist bereit, von jungen Leuten durchgeschüttelt zu werden – also beweist Mut und schlagt neue Wege ein!

Über den Green Alley Award

Aktuell ist der Green Alley Award wieder ausgeschrieben. Noch bis zum 25. Juli 2017 kann man sich bewerben. Mehr Informationen unter

Seit 2013 fördert Green Alley Start-ups, die mit ihren Ideen zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen wollen. Sie bringen junge Gründer mit ihrem internationalen Netzwerk aus Experten zusammen, die sich mit der Kreislaufwirtschaft einerseits und der Geschäftsfeldentwicklung andererseits bestens auskennen. Sie wissen, wo kundenseitig ein Bedarf besteht, welche Idee funktionieren kann oder wo noch nachgebessert werden muss. Sie kennen wichtige Nischen im Markt und regulatorische Fallstricke.

Quelle DWR eco GmbH

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