Erstelle einen ausführlichen Businessplan mit nachvollziehbaren, realistischen Annahmen

Gladizon ist ein Onlineshop mit eingebauter, garantierter guter Tat bei jedem Einkauf

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Gladizon doch kurz unseren Lesern vor!
Gladizon ist ein Onlineshop mit eingebauter, garantierter guter Tat bei jedem Einkauf. Wir bieten eine breite Auswahl an Schreibwaren, Bastel- und Bürobedarf sowie Dekorations- und Geschenkartikeln. Nach jedem Kauf spenden wir 3 bis 6 Prozent des Umsatzes an eine Hilfsorganisation, ohne dass der Kunde selbst mehr bezahlen muss. Die Spende kommt zu 100 Prozent aus unserer Tasche.
Ich selbst bin 40 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern und lebe mit meiner Familie in Oberursel direkt bei Frankfurt am Main. Ich bin studierter Wirtschaftsinformatiker, habe einen Master in Finance& Accounting und die vergangenen zehn Jahre bei einer großen Bank in Frankfurt am Main gearbeitet.

Wie ist die Idee zu Gladizon entstanden?
Ich war selbst ehrenamtlicher Vorstand eines gemeinnützigen Vereins und habe die Erfahrung gemacht, wie knapp das Budget oft ist und dass dringend notwendige Anschaffungen immer wieder verschoben werden müssen. Mit Gladizon will ich Vereine und Hilfsorganisationen unterstützen und ihnen zusätzliches Geld zukommen lassen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Zunächst hat es natürlich sehr viel Zeit und Arbeit gekostet, den Businessplan zu erstellen. Es gibt so viele Faktoren, die den Erfolg beeinflussen, dass es wichtig ist, sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen. Die Herausforderung besteht darin, realistische Annahmen zu treffen und sich die Zukunft nicht schön zu rechnen.
Zum zweiten war es sehr aufwendig, den Shop umzusetzen. Einkaufen und Spendensammeln in einem Prozess, das ist neu. Dafür gibt es noch keine Software. Deshalb haben wir das von Grund auf neu programmiert.Auch die Anbindung sämtlicher Kooperationspartneran Shop und Warenwirtschaft war teilweise sehr kompliziert. Immer wieder gab es Fehler, Beschränkungen und Sonderfälle. Das hatuns am Ende viel Zeit und Geld gekostet.
Die dritte große Herausforderung war und ist die Finanzierung. Ich hatte gute Gespräche mit Investoren, die in einer so frühen Phase allerdings noch nicht einsteigen wollten. Daher habe ich mein Eigenkapital durch Mikromezzanine-Kapital und einen klassischen Bankkredit zu KfW-Konditionen ergänzt. Da für die weitere Expansion auch künftig weiteres Kapital benötigt wird, bin ich trotzdem noch offen für Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von Gladizon?
Mit unserem Angebot wollen wir Unternehmen und Privatpersonen ansprechen. Gladizon hat mehr als 40.000 Schreibwaren, Büro- und Geschenkartikel im Sortiment. Büro, Kindergarten, Schule, Universität, Basteln, Schenken und vieles mehr – da ist für jede und jeden etwas dabei.

Kann man aussuchen, an wen man spenden möchte?
Ja, selbstverständlich. Der Kunde kann aus einer Liste gemeinnütziger Organisationen einen Spendenempfänger auswählen. Mir ist dabei wichtig, dass die Vereine und Hilfsorganisationen seriös und vertrauenswürdig sind, deshalb prüfen wir im Vorfeld sehr genau, wen wir auf unsere Liste mitaufnehmen.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen?
Ich arbeite mit Cosmoblonde aus Berlin zusammen, die mir bei Namensfindung, Logoentwicklung, dem „Look &Feel“ zur Seite standen und auch den Online-Shop umgesetzt haben. KWP Communications hat mich von Anfang an im Marketing beraten. Die Agentur Wortwahl kümmert sich um die Pressearbeit. Außerdem bin ich Mitglied im Händlerbund und habe damit Zugriff auf deren juristische Expertise.

Wie funktioniert Gladizon? Mit welchem Geld wird die Spende bezahlt?
Der Kunde kauft ganz normal in unserem Onlineshop zu marktüblichen Preisen einund wählt am Ende des Bestellvorgangs eine Hilfsorganisation aus.Entweder von unserer Liste, oder erübernimmt unsere„Organisation des Monats“. Nach erfolgter Bezahlung überweisen wir einen prozentualen Anteil des Rechnungsbetrags an die entsprechendeHilfsorganisation. Diesen Anteil übernimmt GLADIZON komplett.
So entsteht bei jeder Bestellung eine Spende, ohne Mehrkosten und Mehraufwand für den Kunden. Ohne Ausnahme oder zeitliche Begrenzung. Der Kunde muss nichts beachten.

Wie ist das Feedback?
Sowohl die Menschen als auch die Unternehmen, mit denen wir persönlich gesprochen haben, finden die Geschäftsidee super und reagieren durchweg positiv.

Gladizon, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das kurzfristige Ziel ist, als DER Shop in Deutschland bekannt zu werden, bei dem jeder sozial einkaufen kann, ohne selbst mehr bezahlen zu müssen. In den nächsten fünf Jahren werden wir das Warenangebot weiter ausbauen, um den Shop noch attraktiver zu machen. Und wir werden uns auf die Expansion innerhalb Europas vorbereiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Nimm dir die Zeit und erstelle einen ausführlichen Businessplan mit nachvollziehbaren, realistischen Annahmen. Wenn du hier schon „mogeln“ musst, damit dein Unternehmen profitabel aussieht, bist du noch früh genug dran, um deine Geschäftsidee zu überarbeiten – oder auch zu stoppen.
Ich bin davon überzeugt, dass man besonders als Gründer seine Stärken und Schwächen genau kennen muss.Zudem ist es sinnvoll, Tätigkeiten außerhalb der eigenen Kernkompetenz an Experten auf diesem Gebiet zu delegieren. Hol‘ dir die Unterstützung, die du brauchst.
Probleme und Katastrophen gehören zum Alltag eines Gründers. Wenn es einfach wäre, würde sich jeder selbstständig machen. Behalte dein Ziel im Auge, sei aber flexibel auf dem Weg dahin. Dann schaffst du es.

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Wir bedanken uns bei Andreas Böh von Rostkron für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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