GiveGreenly: Naturschutzprojekte schnell und einfach unterstützen

Im Interview mit Bernhard Sengstschmid über GiveGreenly und die Crowdfunding Kampagne auf Startnext

Stellen Sie sich und GiveGreenly doch kurz vor!
Mein Name ist Bernhard Sengstschmid, ich bin 38 Jahre alt und seit über zwanzig Jahren im Musik- und Medienbusiness tätig. Aktuell bin ich Herausgeber zweier Musikmagazine, SLAM und ROCK CLASSICS. Das neue Projekt, an dem ich und mein Team derzeit arbeiten ist die Smartphone App GIVEGREENLY, mit der man direkt und unkompliziert dringende Naturschutzprojekte mit einem kleinen Fixbetrag von 3 € unterstützen kann und im Gegenzug dazu mit Gutscheinen von unseren Partnern belohnt wird. Die Idee ist, dass man alle potentiellen Stakeholder, also Projektbetreiber, App-User aber auch Firmen, die Gutscheine sponsern, mit ins Boot holt, um die größtmögliche Außenwirkung zu erzielen.

Wie ist die Idee zum GiveGreenly entstanden und wie haben Sie sich als Team zusammengefunden?
Mich beschäftigt das Thema Natur- und Artenschutz schon seit vielen Jahren und ich fand es schade, dass es keine unabhängige Plattform gab, die eine Übersicht über die wichtigsten und dringendsten Naturschutzprojekte geboten hat und auf der man transparent und unkompliziert direkt ein konkretes Vorhaben unterstützen konnte. Zudem haben mich die vorhandenen Möglichkeiten zu spenden genervt, angefangen von Straßenkeilern über Spendenabos bis hin zu komplizierten Formularen, die man ausfüllen musste. Die Idee, dieses Problem mit einer effizienten App zu lösen, schlug ich Christof Heimhilcher, unserem jetzigen technischen Leiter den ich schon seit vielen Jahren kenne, vor über einem Jahr vor. Wir haben dann mit der Projektplanung begonnen und ein wirtschaftliches und technisches Konzept entworfen. Ein erfolgreicher Startup-Gründer aus London ist dazu gestoßen um uns bei einer möglichen internationaler Expansion zu beraten, die weiteren Teammitglieder kommen aus dem engeren Kreis meiner Freunde und bisherigen Geschäftspartner.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die große Frage war: Gibt es einen Bedarf an dieser Art von Service und interessiert die Leute das Thema? Wir haben nicht nur festgestellt, dass es ein riesiges Social Media Netzwerk von interessierten Personen für das Thema Naturschutz gibt sondern haben auch qualitative und quantitaive Umfragen durchgeführt um das Spendenverhalten zu analysieren. Hier sind wir zum Ergebnis gekommen, dass diese Art zu spenden von der Mehrheit als attraktiv empfunden wird und die angebotenen Gutscheine auch als motivierender Faktor dienen. Da wir die meisten Aufgaben innerhalb des Teams aufteilen konnten, war der finanzielle Einsatz bisher gering und so werden wir vermutlich schon Ende März eine Beta-Version der GIVEGREENLY Android App präsentieren können.

Warum haben Sie sich für eine Crowdfunding Finanzierung entschieden?
Bei einer Crowdfunding Kamagne kann man gut testen, ob das Produkt auf potenielle Nutzer grundsätzlich attraktiv wirkt und auch wie Medien darauf reagieren. Zudem kann man verschiedende Promotion- und Marketingaktionen ausprobieren und auch hier wertvolle Erkenntnisse bekommen.

Wo sehen Sie die Vorteile gegenüber anderen Finanzierungsmöglichkeiten?
Crowdfunding ist ideal, wenn man noch in der Phase vor dem Produktlaunch ist, denn da ist es noch schwierig bis unmöglich das Interesse von institutionellen Investoren oder Business Angels zu wecken. Bankkredite sind zudem aufgrund der strikten Vergabekriterien und des hohen persönlichen Riskios für Gründer auch nur bedingt geeignet.

Wie haben Sie sich auf das Crowdfunding vorbereitet?
Wir haben versucht, die Präsentation der Produktidee so klar und kurz wie möglich zu gestalten und auch die eigenen Netzwerke aus persönlichen und geschäftlichen Kontakten zu aktivieren und mit einzubinden. Zudem ist es immer sinnvoll, wenn man attraktive „Dankeschöns“ für seine UnterstützerInnen anbieten kann,das motiviert zusätzlich.

Warum sollte man das Projekt unterstützen?
Die Zerstörung von Naturraum und das Artensterben sind der Auslöser von unzähligen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Wir haben nun die Chance, die erste „Notfallhilfe“ für dringende Naturschutzprojekte umzusetzen, die transparent und unkompliziert zu nutzen sein wird.

Wie ist das bisherige Feedback aus der Crowd?
Der Start lief sehr gut an, die Herausforderung ist es natürlich, den Schwung aufrecht zu erhalten oder sogar auszubauen. Aktuell läuft die Kampagne noch bis 31.3.

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?
Zum einen hilft der Erlös der Aktion, den Start der App promotion- und marketingmäßig zu unterstützen. Darüber hinaus wollen wir bei entsprechender Finanzierung auch die iOS-Version der App programmieren lassen und weitere Features einbauen.

GiveGreenly, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich würde mir wünschen, dass in fünf Jahren eine App wir GIVEGREENLY nicht mehr nötig wäre. Bedauerlicherweise, das kann ich prophezeihen, werden unterstützenswerte Projekte nicht Mangelware werden, sondern immer mehr. Ich würde mir wünschen, dass es in fünf Jahren schon einige regionale Büros weltweit gibt, die die GIVEGREENLY Projekte lokal betreuen und sowohl die Koordination von Sponsor-Unternehmen als auch die Mobilisierung von Usern aus den betreffenden Regionen übernehmen.

Fotocredit : Matthias Hombauer

Wir bedanken uns bei Bernhard Sengstschmid für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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