Gips-Schüle-Stiftung investiert in Stuttgarter Technologie-Startup Meshparts

Das Stuttgarter Startup Meshparts hat eine Simulationssoftware für den Maschinenbau entwickelt. Maschinenhersteller und Komponentenzulieferer können mit ihrer Hilfe selbst komplexe Maschinen und Baugruppen schnell simulieren und damit auf die meist aufwendige Entwicklung eines Prototypen verzichten. Zudem dient die Software auch als Schnittstelle: Maschinenhersteller werden künftig bevorzugt die Komponenten beziehen, die die Zulieferer bereits als Simulationsmodell in der Komponentenbibliothek hinterlegt haben. Die Gips-Schüle-Stiftung hat sich im Rahmen der aktuellen Finanzierungsrunde an dem Startup beteiligt und fungiert damit als ein Pionier des sogenannten „Mission Investment“ – einer Kombination aus Anlagestrategie und Verfolgung des Stiftungszwecks.

„Unsere Simulationssoftware soll zur Standardsoftware im Maschinenbau werden“, erläutert Alexandru Dadalau, Gründer und einer der beiden Geschäftsführer der Meshparts GmbH, die Vision seines Unternehmens. Während seiner Forschungstätigkeit am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen (ISW) an der Universität Stuttgart entwickelte er eine Software, mit deren Hilfe Einzelteile größerer Maschinen modelliert und im Anschluss in unterschiedlichen Varianten wieder zusammengefügt werden können. 2013 erfolgt die Gründung der Meshparts GmbH.

Modellbaukasten für die Simulation von Maschinenkomponenten

Heute vertreibt Meshparts eine umfangreiche Simulationssoftware mit integrierter Komponentenbibliothek. Die meisten Maschinen enthalten viele standardisierte Einzelteile wie etwa Kugelgewindetriebe, Linearführungen oder Wälzlager. Mithilfe der Meshparts-Software werden die Einzelkomponenten als fertige Simulationskomponenten aus einer Modellbibliothek exportiert und anschließend wie in einem Modellbaukasten zusammengesetzt. Selbst komplexe Maschinen können so schnell simuliert und mögliche Schwachstellen und Funktionsfähigkeit bereits virtuell erkannt werden. Der zeit- und kostenintensive Bau eines Prototypen ist damit nicht mehr notwendig. Die Vision des Unternehmens ist die Etablierung der Software als Standardschnittstelle zwischen Maschinenherstellern und Komponentenzulieferern. Für jede Komponente jedes Herstellers wird ein virtuelles Simulationsmodell zur Verfügung stehen, sodass Maschinenhersteller sie für die Auslegung und Optimierung ihrer Maschinen nutzen können.

„Für den Auf- und Ausbau unseres Vertriebs sowie unserer Marketingaktivitäten waren wir auf der Suche nach passenden Investoren“, so Timo Ziegler, zweiter Geschäftsführer und zuständig für den Vertrieb bei Meshparts. Neben der Gips-Schüle-Stiftung gehören auch die Consus Beteiligungs GmbH, die FISW Steuerungstechnik GmbH (ein Spin-off der Universität Stuttgart) und Klaus Pontius,Unternehmer und Partner bei Graf Lambsdorff & Compagnie, zu den Kapitalgebern. Auch für die Zukunft ist die Meshparts GmbH weiter auf Investorensuche.

Mission Investment – Neuer Anlagetrend im Stiftungswesen und darüber hinaus

Mit der Beteiligung an der Meshparts GmbH verfolgt die Gips-Schüle-Stiftung zum einen ihren Stiftungszweck, indem sie jungen vielversprechenden Wissenschaftlern in Baden-Württemberg Kapital zur Weiterführung ihrer technischen Entwicklungen zur Verfügung stellt. Zum anderen erhält die Stiftung damit die Chance, am Erfolg des Unternehmens zu partizipieren und rückfließende Erträge wieder für die Umsetzung des Stiftungszwecks zu nutzen. Dieses sogenannte Mission Investment – eine Kombination aus Anlagestrategie und Erfüllung des Stiftungszwecks – ist ein neuer Trend im Stiftungswesen, denn traditionell gehen Stiftungen sehr konservativ bei der Geldanlage vor. „Die Stiftungen müssen – gerade in Niedrigzinsphasen – den Mut haben, unternehmerisch tätig zu werden, selbstverständlich stets unter Beachtung des Kapitalerhalts.

Für uns war der ausschlaggebende Punkt zum einen, dass ein Investment in das Startup Meshparts einer Projektförderung im Rahmen unseres Stiftungszwecks gleichkommt – nur eben mit der Aussicht auf Rendite. Zum anderen sind wir der Überzeugung, dass wir dadurch junge, talentierte Forscher und Entwickler auf ihrem Weg unterstützen“, so Dr. Stefan Hofmann, Vorstand der Gips-Schüle-Stiftung. „Nachdem wir gemeinsam mit Experten das Gründerteam und den Businessplan von Meshparts eingehend geprüft haben, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Investition in das Startup für unsere Stiftung eindeutig zu befürworten ist“, fügt er hinzu. Mission Investment wird nach Expertenmeinung in den kommenden Jahren im Stiftungswesen, aber auch darüber hinaus, an Bedeutung gewinnen. Der Trend, Investment und nachhaltiges Engagement zu verbinden, wird auch außerhalb des Stiftungswesens von verschiedensten Anlegern zunehmend nachgefragt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Bild: Team  © Meshparts GmbH

Quelle factum/ Gips-Schüle-Stiftung

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