Mut ist auf jeden Fall das Wichtigste

Ginza bringt Spirituosen aus Japan zu dir nach Hause

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Ginza doch kurz unseren Lesern vor!
Ginza hat sich drauf spezialisiert, japanische Spirituosen nach Deutschland zu importieren, die es hier nicht zu kaufen gibt. Damit wollen wir eine Brücke zwischen Japan und Deutschland schlagen, denn die Produkte, die wir importieren, sind eigentlich nur für den japanischen Markt bestimmt. Sie sind jedoch – wie wir finden – so großartig, dass man sie dem deutschen Markt nicht vorenthalten darf. Wir sind Kai und Ilka Fryder und führen Ginza gemeinschaftlich.

Wie ist die Idee zu Ginza entstanden?
Die Idee zu Ginza kam Kai. Er war schon immer von Asien und speziell von Japan fasziniert und fand die dortigen Produkte hochgradig spannend. Da wir den Genuss von hochwertigem Alkohol zu schätzen wissen und festgestellt haben, dass es die Produkte, die wir auf unseren Japanreisen entdeckt haben und für gut befanden, hier noch nicht gab, war die Idee schlussendlich geboren.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war es, sich auf ein Land festzulegen, auf das wir den Fokus für den Import legen wollten. Zunächst führte uns die Reise nach Indien, dort mussten wir jedoch feststellen, dass es Produkte in der Qualität, so wie wir uns sie vorstellen, dort (noch) nicht gibt. Denn unser Anspruch ist es, dass das Produktdesign der Flaschen stylisch ist, der Inhalt gut schmeckt und es das Produkt hier noch nicht zu kaufen gibt. Bei der weiteren Suche, die uns nach Japan führte, war dann schnell klar, dass wir diesen Anspruch dort finden können, denn die Japaner legen höchsten Wert auf Produktdesign und -qualität. Die zweite große Herausforderung war und ist es auch immer noch, die Produkte zu finden. In Japan kann nicht jeder unbedingt englisch. Die Sprachbarriere ist also ein Problem, weiterhin gibt es in Tokyo keine Hausnummern und kaum Straßennamen, was die Suche nach diversen Läden, in denen wir Produkte vermuten, erschwert. Dies ist aber auch der spannendste Teil an der Arbeit für Ginza. Wir fahren mindestens ein Mal im Jahr hin und begeben uns auf die Suche nach neuen Schätzen. Die dritte Herausforderung ist die Logistik. Durch eine Ausschreibung, die wir an über 30 Handelshäuser geschickt haben, konnten wir einen zuverlässigen Partner in Osaka finden. Die Beschaffung auf dem Seeweg ist aufgrund der Temperaturen nur in der Zeit zwischen September und März möglich. Die Arbeit mit dem deutschen Zoll schließlich ist immer wieder ein Abenteuer der besonderen Art.
Wir finanzieren uns aus eigenem Kapital.

Wer ist die Zielgruppe von Ginza?
Wir haben verschiedene Zielgruppen. Zum einen sind da natürlich die Japanliebhaber, zum anderen aber auch Personen, die nach einzigartigen Lifestyle- und Trendprodukten suchen. Darüber hinaus haben wir Geschäftskunden, die japanische Produkte anbieten, zum Beispiel Restaurants, aber auch Bars, die unsere Spirituosen auf ihre Karte setzen. Weiterhin ist eine Zielgruppe natürlich auch der Liebhaber des hochwertigen Alkohols, etwa Whisky-Liebhaber. Denn der japanische Whisky schneidet seit einigen Jahren bei Blindtastings besser ab als der der Schotten und wird deshalb mehr und mehr populär. Das große Interesse, das generell zunehmend in Deutschland an Japan besteht, spielt uns zusätzlich in die Karten.

Welche Spirituosen findet man bei Ginza?
Wir haben selbstverständlich japanischen Whisky im Programm – sowohl von Suntory, dem größten Getränkehersteller der Welt und „Erfinder“ des japanischen Whiskys, als auch von Nikka. Darüber hinaus aber auch japanischen Rum, der sehr selten ist. Es gibt eigentlich nur drei Hersteller, die erwähnenswert sind, einen davon haben wir exklusiv. Wir führen aber auch japanischen Grappa, was eine wahre Rarität ist. Selbst unser Lieferant in Osaka wusste nicht, dass es japanischen Grappa gibt – gibt es aber, und er ist toll. Darüber hinaus haben wir Shochu, auch „japanischer Vodka“ genannt, dieser ist in Japan total beliebt und löst mehr und mehr den Sake ab. Ganz neu haben wir einen japanischen Gin im Sortiment, der aus Süßkartoffel, Gerste und Traube gebrannt ist und mit Yuzu, Wacholder und weiteren Kräutern aufgesetzt wird. Unsere Kunden lieben ihn. Ein weiteres Highlight ist unser Umeshu – ein Pflaumenlikör, der in den Whiskyfässern des berühmten Yamazaki Whiskys gereift ist.

Was ist das Besondere an den Spirituosen?
Die meisten unserer Produkte gibt es nur bei uns, und zwar europaweit. Sie zeichnen sich durch ein tolles Design der Flasche sowie eine hervorragende Produktqualität aus. Und jedes einzelne hat eine ganz besondere Geschichte…

Ginza, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir planen zunächst einmal, unsere Produkttiefe kontinuierlich zu vermehren, also weitere japanische Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Hierfür arbeiten wir neben unseren eigenen Produktsuchen in Japan mit Scouts zusammen, die vor Ort leben. Der nächste Schritt ist dann, Produkte aus anderen asiatischen Ländern in unser Portfolio aufzunehmen. Im Vertriebsbereich ist ganz klar das Ziel, im Rest von Europa, also außerhalb von Deutschland, stärker zu wachsen. Bei all unseren geplanten Aktivitäten wollen wir aber gesund und nachhaltig wachsen, das ist uns ganz wichtig.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mut ist auf jeden Fall das Wichtigste. Wenn die Idee gut ist, macht was draus. Scheitern kann man immer. Aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt, heißt es ja so schön. Kritiker gibt es viele. Das sind aber meistens die, die eine Gründung selbst niemals wagen würden. Also davon auf keinen Fall beirren lassen. Zu guter Letzt gilt: Durchhalten, Durchhalten, Durchhalten…

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ilka und Kai Fryder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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