Freitag, September 17, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Annik Wolf und Vincent Hoursch Gründer von GetSteps, maßgefertigte und orthopädische Einlagen, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup GetSteps doch kurz vor!

Annik: GetSteps ist ein Online-Anbieter für maßgefertigte, orthopädische Schuheinlagen. Wir möchten Menschen helfen, ein gesünderes Leben zu führen. Dabei fangen wir bei den Füßen an, denn diese sind die Basis unseres Körpers. Bis zu 70% der Erwachsenen haben eine Fußfehlstellung, die zu Schmerzen in Füßen, Knien, Hüften, Rücken, oder sogar im Kopf führen kann. Das effektivste medizinische Hilfsmittel dagegen sind orthopädische Einlagen, aber nur etwa 20% der Erwachsenen tragen sie. Wir ändern das: Bei uns können Kund:innen einfach online bestellen – Schuhtyp und Bezugsmaterial für die Einlagen wählen, Abdrücke Zuhause machen und Maßeinlagen erhalten. 

Wie ist die Idee zu GetSteps entstanden?

Annik: Im Oktober 2018 wurde die Idee von GetSteps geboren. Mein Mitgründer Vincent und ich haben damals gemeinsam bei BCG Digital Ventures gearbeitet und während eines gemeinsamen Projekts habe ich durch Zufall Vincents Frustration über die umständliche und veraltete Art Einlagen zu kaufen mitbekommen. Während der Arbeitszeiten werktags zwischen 09:00-17:00 Uhr einen Arzttermin bekommen, um ein Rezept abzuholen, Fußabdrücke im Sanitätshaus oder beim Schuhmacherbetrieb abnehmen lassen und eine Woche später die Einlagen abholen. Bis dato hatte ich keine Berührungspunkte mit Einlagen, dafür aber beim Joggen regelmäßig Knieprobleme. Vincent hat mich dann darauf gebracht, mir Einlagen anfertigen zu lassen. Seitdem jogge ich wieder unbeschwert durch Berlin und gleichzeitig war der Grundstein unserer Gründung gelegt. 

Welche Vision steckt hinter GetSteps?

Annik: Die Vision von GetSteps ist es, Menschen ein gesünderes und somit glücklicheres Leben zu ermöglichen. Jeder Fuß ist unterschiedlich und doch tragen die Meisten von uns Standard-Schuhwerk, das nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Füße angepasst ist. Häufig resultieren daraus Schmerzen in den Füßen, Knien, Hüften oder dem Rücken. Mit GetSteps ändern wir das: wir bieten unseren Kund:innen individuell angepassten Schuheinlagen – und das Ganze so einfach wie noch nie und zu einem bezahlbaren Preis. So wird quasi jeder Schuh zum maßgefertigten Schuh.

Wer ist die Zielgruppe von GetSteps?

Annik: Grundsätzlich jeder! Unsere definierte Kernzielgruppe ist zwischen 30-50 Jahre alt. Hier sprechen wir vor allem Menschen an, die bestehende Schmerzen reduzieren, ihre Performance beim Sport steigern und proaktiv in ihre Gesundheit investieren möchten. Wir möchten Menschen ermöglichen auch noch in 30 Jahren ihren Lieblingssport ausüben zu können – oder mit ihren Enkel:innen durch den Wald zu toben. Unsere Zielgruppe sind also einerseits Leute, die wie vom bestehenden Prozess frustriert und genervt sind. Andererseits sprechen wir diejenigen an, die die positiven Effekte von Einlagen noch gar nicht kennen. Laut einer aktuellen Studie des Allensbach Instituts (2019) tragen gerade mal ca. 20% der Erwachsenen Einlagen, dabei haben bis zu 70% eine Fußfehlstellung.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?


Annik: Wir hatten das große Glück, dass die DHDL Produktion uns proaktiv angefragt hat. Danach mussten wir allerdings wie alle anderen potenziell teilnehmenden Start-Ups den Bewerbungsprozess durchlaufen. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Annik: Wir haben mit unseren Designern an dem Bühnenbild gearbeitet und uns als Gründerteam natürlich überlegt, wie viel Investment wir zu welcher Bewertung erfragen möchten. Außerdem haben wir uns nochmal genau mit dem Background jedes Löwen beschäftigt, um abzuwägen, wer am Besten zu uns passt. Natürlich haben wir auch unseren Pitch geübt und uns gegenseitig bei Lampenfieber unterstützt. 

Sie sind eines der wenigen Startup-Unternehmen, das es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Annik: Total motivierend! Das Interesse an unserem Produkt hat uns wahnsinnig stolz gemacht und die ganze Produktion war für uns als junge Gründer:innen eine tolle Erfahrung, an die wir noch lange zurück denken werden. 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup-Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessent:innen und auch Medien auf GetSteps aufmerksam werden?

Annik: Zum jetzigen Zeitpunkt kennen wir natürlich die langfristigen Auswirkungen der Ausstrahlung noch nicht. Wir sind aber sehr optimistisch, dass GetSteps und unsere Einlagen mehr Aufmerksamkeit erhalten werden. Unsere Teilnahme bei DHDL war also einerseits toll, weil viele Menschen gleichzeitig unser Produkt kennenlernen konnten und wir außerdem damit rechnen, dass viele Medien über uns schreiben und somit die Aufmerksamkeit multiplizieren. Zusätzlich war die Erfahrung wirklich sehr wertvoll und eine tolle Übung, unter anderen Bedingungen, als bei üblichen Investment-Gesprächen, das eigene Produkt in Szene zu setzen. 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Annik: Wegen seiner Kontakte in die Gesundheits- und Versicherungsbranche war Carsten Maschmeyer unser favorisierter Investor. 

GetSteps,, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Annik: Wir möchten so vielen Menschen wie möglich ein gesundes Leben ermöglichen – und werden daher stark expandieren und GetSteps Einlagen in verschiedenen Ländern der Welt vertreiben. So ist unser Ziel der größte Anbieter von Schuheinlagen und damit verbunden von Fußdaten in Europa zu sein. Diese möchten wir unseren Kund:innen für weitere Produkte & Services vorteilhaft zur Verfügung stellen: z.B. für Virtual Fitting beim Schuhkauf, die Maßanfertigung von Schuhen oder weitere Produkten und Service im Bereich (Fuß-)Gesundheit. Denn keiner kennt seine oder ihre Füße so gut wie wir.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?


1. Von Anfang an testen: Versucht so schnell es geht mit echten Kund:innen die Idee zu testen. Das beste Feedback bekommt man, wenn es wirklich darum geht, dass potenzielle Kund:innen bezahlen müssen. Das sollte man unbedingt mit Personen außerhalb des eigenen Netzwerks testen, da Familie & Freund:innen eine sehr begrenzte Zielgruppe abdecken und tendenziell gerne zur Unterstützung kaufen, das aber natürlich nicht realistisch den Erfolg am Markt abbildet.

2. Intuition beim Hiring: Hört bei dem Thema Hiring auf eure Intuition – nichts ist so erfolgsentscheidend für ein Produkt wie das richtige Team, weshalb Gründer:innen natürlich immer auf der Suche nach Talenten mit den besten Qualifikationen sind. Genauso wichtig ist jedoch das eigene Bauchgefühl und ich habe gelernt, dass meine Intuition immer richtig liegt, ob jemand gut in unser Team passt oder nicht. Traut euch also, hinzuhören!

3. Fokus auf Themen: Egal ob es um das Produkt, Fundraising oder Partnerschaften geht – versucht den Fokus auf den im Moment wichtigen Themen zu behalten. Gerade zu Beginn hat man täglich neue Ideen, was das eigene Startup noch alles voranbringen kann. Es gibt also immer eine lange Liste von Dingen, die angegangen werden können. Aber alles gleichzeitig funktioniert einfach nicht. Also: Fokus, klare Execution und dann das nächste Thema angehen!

Bild: Annik Wolf und Vincent Hoursch aus Berlin präsentieren mit „GetSteps“ die Idee das Kunden die Möglichkeit haben maßgefertigte Einlagen online zu bestellen. Sie erhoffen sich ein Investment von 500.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie GetSteps am 22. März 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Annik Wolf und Vincent Hoursch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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