Das Unternehmer Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon

getbaff Augmented Reality Video Plattform

Stellen Sie sich und das Startup getbaff kurz unseren Lesern vor!

Liebe Leserinnen und Leser ,mein Name ist Hendrik Gottschalk, ich bin 29 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Dorsten. Nach meinem Hochschulabschluss an der Ruhr Universität Bochum im Jahre 2015, habe ich die Chance erhalten im Land der Aufgehenden Sonne ein Fußballprojekt mitaufzubauen. Einige „Méi wèntí“ (kein Problem) später, endete das Abendteuer China für mich im Juni 2016. Ich wurde im September 2016 über den Quereinstieg Grundschullehrer. Den Job als Lehrer kündigte ich letztendlich nach zwei Jahren um mich voll und ganz meinem „Baby“ zu widmen – getbaff!

Gemeinsam mit Jan Owiesniak, Michael und Mathias Jener und Michael Bassler haben wir eine Möglichkeit gefunden Produkt und Produkt Information auf eine neue und innovative Art miteinander zu verbinden. Wir haben die perfekte Schnittstelle zwischen der analogen und der digitalen Welt geschaffen und zwar durch Augmented Reality. Auf den Punkt gebracht: Wir sind das Pokemon Go für wichtige Informationen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Entscheidung viel schon in jungen Jahren. Ich habe mit 16 Jahren zweimal wöchentlich nach der Schule in einem Baumarkt gearbeitet. Arbeitszeit: 15-20 Uhr. Ab 18 Uhr gab es meistens keine sinnvollen Aufgaben mehr, trotzdem musste ich dortbleiben, selbst wenn ich es dem Chef offen kommunizierte, dass es vergoldete Zeit sei. Ich fühlte mich eingesperrt. Dieses Gefühl holte mich während meines Zivildienstes wieder ein, als man mir vorschrieb, dass ich jeden Tag bis 17 Uhr vor Ort sein müsste. Nach kurzer Zeit war mir eines klar, Freiheit und Selbstbestimmung ist für mich persönlich das wichtigste Gut.

Trotzdem wusste ich bis zu meinem 26. Lebensjahr nicht – in welche Richtung meine berufliche Reise letztendlich geht. Als ich dann im September 2016 den Job als Lehrer erhielt sagte ich mir wortwörtlich „Hendrik – in spätestens 2 Jahren musst du etwas Eigenes auf die Beine gestellt haben.“

Ich habe meinen „9 to 5“ Job exakt nach 2 Jahren gekündigt, um „TWENTYFOURSSEVEN zu arbeiten. Mit einem großen Unterschied –die ganze Zeit und Arbeit stecke ich in unser Unternehmen. In unser gemeinsames Ziel in unsere Vision.

Welche Vision steckt hinter getbaff?

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht zukünftig jede Oberfläche durch Augmented Reality erlebbar zu machen. Egal wann, egal wo. Wir möchten, dass der Consumer nicht mehr unnötig nach Informationen suchen muss, sondern sie im „Moment of Need“ erhält. Wir arbeiten nun seit 1 ½ Jahren mit Hochdruck daran, große Unternehmen davon zu überzeugen, die Welt Stück für Stück AR-Ready zu machen, damit wir dem Consumer täglich genügend Anwendungsmöglichkeiten geben um letztendlich getbaff nutzen zu können. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Deinen Großeltern erklären, dass du deinen sicheren Lehrerjob für eine App aufgibst. Das war persönlich meine größte Herausforderung. Ich für mich habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass man nicht parallel einen Full Time Job ausüben kann, wenn man eine so große Vision verfolgt.

Die Unwissenheit hat uns damals direkt zu einem Notar gebracht. Der Rattenschwanz mit Steuerberater und Anwalt hat uns einige Euros gekostet, zu einem Zeitpunkt wo es noch nicht notwendig war. 

Eine weitere Herausforderung im Team war die Definition von “wer ist für was verantwortlich” und in welchem zeitlichen Umfang.

Ich habe mir vor der Kündigung einen Kredit genommen – mittlerweile werden wir mit 1000€ monatlich vom Gründerstipendium NRW unterstützt. Eine gute Unterstützung, aber längst nicht ausreichend. 

Wer ist die Zielgruppe von getbaff?

getbaff richtet sich an alle Menschen auf der ganzen Welt die in Besitz eines Smartphones oder Tablets sind. Im Jahr 2018 belief sich der Smartphone-Absatz auf 1,4 Milliarden Geräte. Allein die beiden Marktführer Samsung und Apple konnten 533 Millionen Smartphones absetzen. Mittlerweile besitzen inzwischen überwältigende 95% der Menschen auf der ganzen Welt Mobiltelefone.

Zu Beginn des Jahres 2018 erfasste die Weltbevölkerung knapp 7,6 Milliarden Menschen. Die Ergebnisse zeigen, dass unter den Mobiltelefon Besitzern 42% ein Smartphone besitzen und 58% planen sich als nächstes ein Smartphone anzuschaffen.

Nach Abzug der 5% der Non- Mobilfunknutzer zählen 3,2 Milliarden Menschen zu unserer Zielgruppe. Allein in Deutschland nutzten 57 Millionen Menschen ein Smartphone (Stand: 2018). Der Fokus liegt kurzfristig auf dem deutschen, mittelfristig auf dem europäischen und langfristig auf dem Weltmarkt.

Wie funktioniert getbaff? 

Oma Doris erklärt euch wie getbaff für den Consumer funktioniert.

Wo liegen die Vorteile?

Vorteile auf B2B Seite:

  • Wir sind die perfekte Schnittstelle zwischen der analogen und der digitalen Welt
  • Wir helfen Unternehmen analoge Oberflächen messbar und auswertebar zu machen
  • Wir sorgen dafür, dass Oberflächen / Verpackungen nicht mehr verändert müssen
  • Wir schaffen einen spielerischen Weg um Transparenz zu schaffen 
    • Beispiel: Auf der Verpackung läuft ein Video über die Herstellung des Produktes 
  • Wir schaffen eine neue Möglichkeit Produkt und Produkt Information innovativ miteinander zu verbinden
  • Wir generieren neue Upselling Möglichkeiten
  • Wir geben den Unternehmen ein neues Tool für eine digitale Kundenberatung an die Hand
  • Wir haben ein skalierbares Businessmodell für Unternehmen entwickelt 
  • Wir geben Unternehmen in Q4 2019 Zugang zur Plattform, wo sie ihre Oberflächen jederzeit selbst AR Ready machen können
  • Wir geben den Unternehmen mit getbaff ein neues Storytelling Produkt mit an die Hand um Kunden langfristig an das Produkt / Marke zu binden 

Vorteile auf B2C Seite:

Dadurch dass wir die Welt durch große Partner Stück für Stück AR Ready machen, sorgen wir dafür, dass der Kunde sich letztendlich nur eine App herunterladen muss, um die Welt durch Augmented Reality zu erleben. 

„Was das Instagram für Social Media, Whatsapp für Kommunikation ist, wird getbaff für Augmented Reality.“ Weitere Vorteile durch getbaff:

Zeitersparnis im Alltag 

  • Anleitungen 
  • Produktinformationen 
  • Tutorials 

Zugriff auf Exklusive Inhalte 

  • Über analoge Oberflächen bekommt der Kunde exklusive Einblicke 

Spielerisch Lernen 

  • Über Oberflächen

Pokemon Go in der Realität erleben 

  • Gewinnspiele
  • Rabattaktionen

Informationen gehen niemals mehr verloren, dank der getbaff History.

Wie ist das Feedback?

Grandios *lach* Das Feedback ist wirklich sehr gut. Deshalb konnten wir unter anderem schon Partner wie Vodafone, Sea Shepherd, zurbrüggen, Bracenet und die Ruhrnachrichten gewinnen. Die Entscheidungszyklen bei Unternehmen liegen aber im Schnitt bei 6 -18 Monate. Unsere Arbeit und Hartnäckigkeit zahlen sich aber in den letzten Wochen aus. Die Gespräche, welche wir vor einigen Monaten geführt haben tragen nun Früchte. Wir haben weitere größere Partner dazu gewinnen können und freuen uns die gemeinsamen Projekte in den nächsten Wochen zu präsentieren. Sodass, wir davon ausgehen, dass spätestens Ende August jeder getbaff gesehen, gehört und oder ausprobiert hat.

getbaff, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Weg geht auf die Straße. Das bedeutet, dass wir alles daran setzten bis Ende des Jahres „Out of Home“ Kampagnen mit Partnern geschaltet zu haben. Dort heißt es dann getbaff downloaden, Oberfläche baffen und einen direkten Mehrwert generieren.

In 2 Jahren berichten sie dann hoffentlich darüber, wie aus unserer Vision – die größte AR Video Plattform entstanden ist. Wir sehen uns in der Pflicht die Consumer abzuholen und gemeinsam mit ihnen den Weg in die erweitere Realität zu gehen.

Eines darf man bei der ganzen Technologie nämlich nie vergessen, am Ende entscheidet der Consumer was und wie es angenommen wird. Da wir davon überzeugt sind, dass wir einen Weg einschlagen den der Kunde mit uns gehen wird, werden wir ihn von Jahr zu Jahr weiter führen um mit ihm in 5 Jahren auf einer technologisch anderen Welt zu sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben

„Never give up“: Auf meiner ersten Start-up Messe der Entrepreneur University in Darmstadt war Mike Tyson zu Gast. Er wiederholte die Worte immer und immer wieder. Was so trivial klingt, ist in der Realität gar nicht so einfach. Wir waren mehrere Monate europaweit unterwegs und haben durchgehend überwältigendes Feedback erhalten, dass was jedoch lange Zeit ausblieb, waren die Kunden. Nur durch unsere Beharrlichkeit und dem unbedingten Willen sind wir letztendlich zu unseren ersten großen Partner / Kunden gekommen. Man sollte sich jeden Tag erinnern, warum man das Ganze macht und vor allem für wen. Nämlich für einen selbst!

Kontinuität / persistence: Mein Lieblingswort. Sowohl beruflich als auch privat. Das Unternehmer Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Mit Auf und Abs wie im täglichen Leben. Man sollte wissen worauf man sich einlässt. Freunde, Familie, Partner werden gerade in der Phase der Gründung zurückstecken müssen. Man muss wissen, ob man das selber kann und vor allem ob man dafür bereit ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass man nur ein Produkt / eine Marke etablieren kann, wenn man jeden Tag bereit ist, eine extra Meile zugehen. Ich liebe es jeden Tag in der Woche für meinen Traum und die Vision zu „arbeiten“. Bis man es jedoch „geschafft hat“ ist es ein sehr langer Weg. Man darf dabei aber niemals die Vision und vor allem das Ziel aus den Augen verlieren. 

„Ein gutes Team“: Mit wem möchte ich die nächsten Jahre meines Lebens verbringen? Welchen Mehrwert bringt jeder Einzelne in das Team mit ein? Hat jeder dieselbe Arbeitseinstellung? Sind alle bereit jeden Tag ans Maximum zu gehen? Kann ich mit auf den Gegenüber verlassen und kann ich jeden Tag mit ihm arbeiten? Verfolgen alle im Team dieselbe Vision? Ziemlich viele Fragen und jede einzelne Frage sollten angehenden Gründer vorab beantworten können. Anfangs habe ich Jan belächelt, als er immer wieder sagte:

„Bitte beantwortet folgende Fragen:

Warum möchtest Du Gründen?

Was sind deine Beweggründe?

Was erhoffst du dir durch das Start-Up?”

Ich möchte ein Beispiel geben warum diese Fragen der Vision so enorm wichtig sind:

Gründer A: Ich möchte möglichst schnell Geld verdienen 

Gründer B: Ich habe keine Lust mehr auf meinen alten Job und möchte sobald wir Geld verdienen meinen alten Job kündigen

Gründer C: Ich habe die Vision einer der erfolgreichsten Unternehmer der Welt zu werden und bin bereit einige Jahre Abstriche zu machen

Gründer D: Ich fände es cool, nebenbei was cooles & erfolgreiches aufzubauen 

4 Charaktere, 4 unterschiedliche Visionen. Nach einem Jahr wurde noch kein Cent verdient. Gründer A bekommt ein lukratives Jobangebot und steigt aus. Gründer B ist nur noch temporär dabei, weil er auf der Arbeit zu viel eigenen Stress hat. Gründer C glaubt weiterhin an den Erfolg ist aber unzufrieden, weil ihm nach seiner Ansicht alle anderen zu wenig für den Erfolg machen und Gründer D ist nur noch passiv dabei, weil er weiterhin sein eigenes Business betreibt.

Damit dein Start-up die „magische Hürde“ von einem Jahr meistert, solltet ihr eine gemeinsame Sprache sprechen was die Vision angeht. Zum Abschluss möchte ich noch folgendes loswerden:

„Du musst bereit sein dein sicheres Leben aufzugeben, du musst bereit ins Kalte Wasser zu springen und du musst bereit sein jeden Tag für dein „Baby“ zu brennen. Wenn du das tust, solltest du schnellst möglich anfangen zu gründen um deine eigene Geschichte zu schreiben!“

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Hendrik Gottschalk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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