Suche Mitunternehmer, keine Mitarbeiter!

Edgar Scholler Gründer von Getaway dem professionellen on-demand Fuhrpark aus Privatautos in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Unternehmen Getaway doch kurz vor!
Edgar Scholler: Ich bin Edgar Scholler und als Gründer von Getaway auf der Mission, das Mobilitätsangebot in Deutschland zu demokratisieren und durch eine effizientere Auslastung bestehender Privatautos nachhaltig zu verbessern.

Seit etwa zwei Jahren bauen wir nun den ersten professionellen on-demand Fuhrpark aus Privatautos auf. Mithilfe innovativer Technologie können Autobesitzer ihr Auto, wann immer sie es parken, mit nur einem Klick zum Geldverdienen für einen beliebigen Zeitraum mit der Getaway-Flotte verbinden. So finanziert sich das eigene Auto erstmals ohne Betreuungsaufwand und Mobilitätseinbußen. Führerscheinbesitzer können ihr Wunschauto über die Getaway-App in der Nähe finden, sofort losfahren und kommen in den Genuss tatsächlich spontaner Mobilität – Versicherung und Tankkarte inklusive.

Wie ist die Idee zu Getaway entstanden?
Edgar Scholler: Beruflich im Ausland lebend, war ich oft ohne mein eigenes Auto in Hamburg, Berlin oder meiner Heimatstadt Magdeburg zu Besuch. Konventionelle Carsharing-Angebote haben eine limitierte Verfügbarkeit und stark eingegrenzte Geschäftsgebiete. Selbst auf der Suche nach einem Mietauto ist mir der Wahnsinn aufgefallen, an wie vielen parkenden Privatautos ich vorbeiging, wie viel ruhendes Blech die Innenstädte verstopft. Autos, die wie mein eigenes, ungenutzt Geld kosten und Platz verschwenden.

Die Idee für eine technologiebasierte Privat-zu-Privat Autovermietung war geboren. Nur wenige Wochen später zog ich nach Berlin zurück und gründete GETAWAY.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Edgar Scholler: Für mich gibt es viele gute Gründe, ein Unternehmer zu sein. Neben der Unabhängigkeit, der Selbstbestimmtheit und der zeitlichen und räumlichen Flexibilität, ist für mich besonders attraktiv, dass man seine Vision von einem Produkt 1:1 umsetzen kann.

Gleichzeitig habe ich den Bedarf nach einer Mobility-Lösung gesehen, die eine effizientere Nutzung bestehender Ressourcen ermöglicht. Mein Ziel war es, die die bequemste und einfachste Lösung zu entwickeln – für Autobesitzer und -fahrer.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Learnings und wie haben Sie sich finanziert?
Edgar Scholler: Die knappste Ressource ist und bleibt die Zeit. Daher heißen unsere drei Tipps: Priorisieren, priorisieren, priorisieren. Die schwierigsten Entscheidungen sind diejeningen, bei denen man festlegen muss, worauf man zu Gunsten der Priorisierung verzichtet.
Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir das Produkt bisher ohne externes Investment entwickeln konnten.

Wer ist die Zielgruppe von Getaway? Und wie funktioniert Getaway?
GETAWAY schafft Mehrwerte für drei Nutzergruppen:
1. Autobesitzer (ca. 36 Mio. in Deutschland)
Autobesitzer können ihr Auto mithilfe von GETAWAY gegenfinanzieren. Sie rüsten ihren Wagen einmalig auf und können diesen im Anschluss nach Belieben und mit nur einem Klick mit der GETAWAY-Flotte verbinden, wenn sie es selbst nicht benötigen. Während das Auto in der Flotte verfügbar ist, können geprüfte und versicherte Autofahrer das Auto zu dem festgelegten Kilometerpreis und Zeitraum mieten.

2. Inhaber einer Fahrerlaubnis ohne eigenes Auto (ca. 11 Mio. in Deutschland)
Führerscheinbesitzer können verfügbare Autos unabhängig vom Geschäftsgebiet in der Nähe finden, per GETAWAY-App öffnen und sofort losfahren – inklusive individuellem Versicherungstarif, Tankkarte und kilometergenauer Abrechnung.

3. Städte & Kommunen
Städte und Kommunen, auch jenseits der Großstadtzentren, profitieren in Form eines höheren Mobilitätsangebots, besserer Stadt-Umland-Vernetzung und Flächenentlastungseffekten von bis zu 228qm je teilnehmenden Autos. Zudem verbleibt der Großteil der Einnahmen bei den Menschen vor Ort – ohne zusätzliche Investitionen, beispielsweise durch den Bau von Carsharing-Stationen.

Welche Vorteile bietet Getaway?
Edgar Scholler: In Deutschland stehen über 40 Millionen Pkw im Durchschnitt 23 Stunden am Tag still. Wenn die Auslastung auf nur zwei Stunden verdoppelt werden würde, reichte bereits die Hälfte und keiner müsste verzichten. Mit GETAWAY können parkende Privatautos erstmals spontan, bequem und nur über das eigene Handy gemietet und vermietet werden – rundum versichert und inklusive Tankkarte. Mit unserer kilometerbasierten Abrechnung bezahlt man erstmals nur, was man tatsächlich verfährt und bleibt entspannt, weil Stau oder Parkplatzsuche nicht mehr zur Kostenfalle werden.

Autobesitzer können erstmals mehrere Hundert Euro pro Monat ganz nebenbei und ohne Betreuungsaufwand verdienen. Dank innovativster InCar-Technologie können wir auf das Auto aufpassen, wenn es vermietet wird und so erstmals für Gelassenheit beim Autobesitzer sorgen. Gleichzeitig haben wir eine Lösung geschaffen, die Umwelt erheblich zu entlasten, ohne dass auf die wunderbare Freiheit eines eigenen Autos verzichtet werden muss. Die großartige Resonanz tausender Nutzer in nur wenigen Wochen seit Veröffentlichung ist bereits ein toller Erfolg.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Ehrlich gesagt sind wir nicht wirklich selbst auf die Idee gekommen und haben uns auch nicht pro-aktiv darum beworben. Wenige Tage vor der Aufzeichnung wurden wir von der zuständigen Redaktion kontaktiert, wir haben dann unsere Bewerbungsunterlagen einegreicht und wurden daraufhin sehr schnell eingeladen. Wir hatten nur wenige Tage Vorbereitungs- und Bedenkzeit bevor die Aufzeichnung begann. Wie genau die Redaktion auf uns aufmerksam geworden ist, weiß ich leider nicht.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Wir arbeiten seit Jahren Tag und Nacht an der Verbesserung aller Prozesse und dem Aufbau der Plattform, da hält sich die Aufregung vor einer fachlichen Auseinandersetzung in Grenzen. Vielmehr freut man sich darauf, wenn man seine Vision und das Produkt einem fachkundigen Publikum präsentieren darf. Für Lampenfieber sorgt eher das TV-Format und dessen enorme Reichweite selbst.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Show Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Gründer und Löwen treffen erstmals in der Sendung aufeinander und haben nur wenige Minuten Zeit, ein Gefühl füreinander zu entwickeln. DHDL ist eine Mischung aus Blind und Speed Date – keine optimalen Bedingungen für seriöse Investitionsentscheidungen für beide Seiten. Aber das macht ja auch den Reiz aus. Positives Feedback zum Beispiel von Frank Thelen, der ja immer wieder den Mut zur “disruptiven” Innovation von deutschen Gründer insbesondere im Mobility-Sektor fordert, wäre schmeichelnd. Unser eigentliches Publikum, die es zu überzeugen gilt, sind jedoch die Fernsehzuschauer.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf Getaway werden?
Mediale Aufmerksamkeit ist für uns enorm wichtig, um Autobesitzer darauf aufmerksam zu machen, dass man schon heute kinderleicht mit dem eigenen PKW in Standzeiten Geld verdienen kann. Daher ist mein Publikum bei der Show der Zuschauer vor den Fernsehern, und weniger die Löwen.

Ziel der Show Die Höhle der Löwen ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Ein favorisierter Investor ist derjenige, der unsere Vision von nachhaltiger Mobilität für Deutschland teilt und den nötigen Mut mitbringt, gemeinsam den Automobilmarkt zu revolutionieren. Das Kapital wäre für uns eher zweitrangig. Einige Löwen wie Ralf Dümmel und Judith Williams schließen sich durch ihren Investmentfokus sicherlich als mögliche Partner aus. Frank Thelen könnte dagegen sicher ein interessanter Partner sein.

Getaway, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Hinter dem Steuer eines der Autos unserer bundesweit und überall frei und sofort verfügbaren Flotte an Privatautos.
Wir sind zuversichtlich, dass das untereinander vermietete Privatfahrzeug zum Alltag gehören wird. Und natürlich wünschen wir uns, dass die Entlastungseffekte durch die ökologische Auslastung bestehender Autos in den Städten für jedermann sichtbar werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ganz besonders zu Beginn trifft man als Unternehmer weichenstellende Entscheidungen. So hat der Teamaufbau mit unter die weitreichendsten Konsequenzen. 1. Finde und überzeuge Kollegen, die deine Skills ausschließlich ergänzen. Kannst du es besser, überschätzt du dich entweder oder sie sind nicht geeignet. 2. Gib ihnen keine Aufgaben, sondern Verantwortung. Wem du diese nicht zutraust, ist nicht geeignet. 3. Suche Mitunternehmer, keine Mitarbeiter. Wecke den unternehmerischen Ehrgeiz in jedem Einzelnen und beteilige sie am Unternehmen. Wer hierzu nicht bereit ist, ist nicht geeignet.

Bild Edgar Schöller aus Berlin präsentiert mit Getaway eine App um private Autos zu vermieten. Er erhofft sich ein Investment von 800.000 Euro für 20 Prozent seines Unternehmens. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Getaway am 19.September in #DHDL

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Edgar Scholler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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