Gentleman‘s Agreement für den urbanen Lebensstil

Gentleman‘s Agreement:  Accessoires für den Mann von Welt

Wie ist die Idee zu Gentleman‘s Agreement entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir, Lino, Mikko und Tim, haben uns während unseres Studiums in Schweden kennengelernt. Hier lernten wir nicht nur viel darüber, warum Schweden ein so umtriebiges Völkchen ist, sondern auch, wie man ein Unternehmen gründet und dass Innovation im Grundsatz einer jeden Unternehmung steckt. So entstand 2013 Gentleman‘s Agreement mit der Idee, eine Accessoire-Linie für den Mann zu entwerfen, die modische Kontroversen vereint. Klassische Formen in moderner Interpretation und individuellem Design. Funktionalität steht dabei ebenso im Fokus wie ein modisches Statement.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir sind autodidaktisch in die Materie eingestiegen. Gestartet ohne großes Netzwerk in der Branche. Wir hatten wenig Material- bzw. Produktionswissen – Zurückblickend kann man sagen, dass wir mit einer gewissen Naivität aber dafür der notwendigen Leidenschaft an die Sache rangegangen sind.
Das ganze Thema beinhaltet eine gewisse pädagogische Komponente. Neben dem Konsumenten muss auch der Handel vom Thema Accessoires für den Mann überzeugt werden. Beispielsweise die Fliege selber binden – das war eine echte Einstiegsbarriere, da die meisten Verkäufer nicht wissen, wie es geht. Hierzu bieten wir beispielsweise Schulungen an.
Aber über Allem steht nach wie vor die Herausforderung der Finanzierung und die daraus kontinuierliche Planung von Marketing & Human Ressources.
Zur Finanzierung selbst: Zunächst haben wir mit Eigenkapital und FFF (Family, Fools&Friends) angefangen. Es folgten Business Angel mit kleiner Einlage, sowie privates Darlehen an die Gesellschaft. Wir sind gut am Bootstrapping. Unser Netzwerk hilft wo es kann, von daher sind wir bisher mit einer guter Kostenstruktur unterwegs.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Eine große Ausdehnung der Produktlinien. Die Produktionsprozesse wurden deutlich verbessert und die Kostenstruktur trotz Handarbeit in Hamburg gesenkt. Wir haben uns ein junges, dynamisches Team aufgebaut. Unser Büro hat seinen Sitz in der Speicherstadt in Hamburg. Wir haben ein sehr gutes und belastbares Netzwerk. Der Proof of Concept ist da, das Grundgerüst ist vorhanden und will ausgebaut werden.

Wer ist die Zielgruppe von Gentleman‘s Agreement?
Unsere Zielgruppe ist primär der moderne Mann mit all seinen Facetten, da sich für uns ein Gentleman nicht nur durch eine besondere Stilrichtung auszeichnet. Wir versuchen dabei vor allem die Gegensätze zu betonen, die sich im alltäglichen Leben eines Mannes vereinen..Gentleman’s Agreement ist eine Marke für Denimliebhaberin Anzügen und für Anzugträger auf Skateboards. Eine Marke für Morgenmuffel mit den Zeitplänen von Frühaufstehern. Wir produzieren und verkaufen klassische Herrenaccessoires für den urbanen Typ Gentleman, also für den aktuellen Zeitgeist.

Welche Produkte und Accessoires findet man auf Gentleman‘s Agreement?
Unsere Produktpalette reicht von Fliegen und Einstecktüchern aus rauer Dupionseide, über gerippte Strümpfe, bis hin zu Manschettenknoten. Weitere Produkte sind allerdings schon in Planung, wie z.B. ausgefallene Krawatten. Unsere Accessory Box in vielfältigen Varianten ist unser Stilversprechen für den modernen Mann. Einstecktuch, Fliege und Strümpfe werden schon von uns aufeinander abgestimmt, unsere 5-Minuten-Setlösung in der Holzbox.

Wo werden die Produkte gefertigt?
Die Produktlinien von Gentleman’s Agreement werden in der Hansestadt Hamburg erdacht, entworfen und produziert. Alle Produkte sind mit dem Label der Handarbeit versehen. Fliegen, Einstecktücher und Krawatten werden von unserer Näherin in unserer Hamburger Manufaktur gefertigt, unsere handgekettelten Strümpfe in einem Familienbetrieb in Süddeutschland. Dabei verstehen wir Handarbeit nicht bloß als Qualitätsmerkmal, sondern sehen in ihr den notwendigen Wertschöpfungsprozess, um absolute Premiumprodukte zu erschaffen.

Gentleman‘s Agreement, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir haben einen Plan und eine Vision. Dennoch haben die letzten zwei Jahre gezeigt, wie wichtig es ist, flexibel zu sein und auf Einflüsse zu reagieren. Das Vorhaben ist es jedoch: die Anlaufstelle für den modernen Mann zu sein, wenn es um das Thema Herrenaccessoires geht. Neben einer horizontalen und oder vertikalen Ausdehnung des Produktportfolios, sollte dies auch die Aufnahme von interessanten, einzigartigen Fremdmarken beinhalten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Fast schon Klassiker. Aber das Team ist wirklich essentiell.
2. Sonst: Einfach machen, aber sich permanent den Spiegel vorhalten und hinterfragen. Gleichzeitig aber auch eine gewisse Standhaftigkeit bei Entscheidungen. Wir haben zum Beispiel ganz oft etwas geplant, was dann im Laufe wieder umgeworfen wurde, um schlussendlich zurück zu den Ursprüngen zu kommen.
3. Ansonsten nicht zu viel auf einmal machen. Wir haben teilweise den Fokus verloren, weil sich hier und da Möglichkeiten aufgetan haben, die eigentlich noch nicht vorgesehen waren. Zum Beispiel wollten wir anfangs nur Offline agieren. Sind dann aber ganz schnell auch Online an den Start gegangen, was unheimlich viele der wirklich knappen Ressourcen gebunden hat.

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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