Die Fähigkeiten und Charakterzüge des Gründers bestimmen die Gründungsweise

Geco-Gardens Urban Gardening vertikale Kleingärten für Balkon und Terrasse

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Geco-Gardens doch kurz vor!
Geco-Gardens plant und baut vertikale, automatisierte Kleingartensysteme für die ökologische Eigenproduktion von Gemüse, Obst, Früchten, Kräutern und Zierpflanzen vor der eigenen Türe mitten in der Stadt. Dadurch werden neue Gartenflächen auf Balkonen, Terrassen, Innenhöfe und Flachdächern geschaffen.
Geco-Gardens wurde im Frühjahr 2016 (zunächst) als Kleinunternehmen in Stuttgart gegründet. Als Agrarwissenschaftler mit Erfahrung im Garten- und Landschaftsbau, bringe ich das nötige Fachwissen mit, um biologische Prozesse und technische Komponenten aufeinander abzustimmen.
Unterstützt werde ich aktuell von Christioph Mandl vom Fachgebiet für Unternehmensgründungen und Unternehmertum an der Uni Hohenheim. Er bringt seine Expertise bei der Unternehmensgründung- und führung mit einbringt.
In den vergangenen zwei Jahren bekam ich tatkräftige Unterstützung von einem befreundeten Wirtschaftsinformatiker. Marco Kröger gestaltete die Homepage und erarbeitete mit mir zusammen den Businessplan und das aktuelle Design des Gartensystems.

Wie ist die Idee zu Geco-Gardens entstanden?
Im Rahmen meiner Promotion an der Uni Hohenheim beschäftige ich mich mit der Einführung erneuerbarer Energien in kleinbäuerliche Agrarsysteme in den Schwellenländern Südafrika, Indien und Brasilien. Ziel ist es lokal angepasste, integrierte Nahrungs- und Energiesysteme zu schaffen, die auf ökologische und effiziente Weise gesunde Nahrung und erneuerbare Energie produzieren – basierend auf lokal verfügbaren Ressourcen und geschlossenen Produktions- und Stoffkreisläufen.
Bei einem Forschungsaufenthalt in Südafrika lernte ich Luke Boshier, einen Pionier auf dem Gebiet integrierter, landwirtschaftlicher Kreislaufsysteme, kennen.Dort bauten wir an einem integrierten Terrassensystem für die effiziente Fisch-, Reis- und Gemüseproduktion. Davon fasziniert, entstand die Idee diese flächenunabhängige Anbauweiseanzupassen umauch in Städten Lebensmittel produzieren zu können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
In den vergangen drei Jahren entstanden mehrere Prototypen auf Balkonen von Freunden und Verwandten, die großes Interesse an den Gartensystemen hatten und die Prototypen finanzierten.
Die größte Herausforderung ist es ein Unternehmen während der Promotion, die in meinem Falle mit längeren Auslandsaufenthalten verbunden ist, zu gründen. Allerdings finanzierte meine Promotion den Lebensunterhalt meiner Familie, was mir den parallelen Aufbau der Firma überhaupt erst ermöglichte.

Wer ist die Zielgruppe von Geco-Gardens?
Geco-Gardens plant, fertig und verkauft ökologische Kleingartensysteme an Privatpersonen und Familien im urbanen Raum, die durch einen eigenen Garten ihren Lebensstiel nachhaltiger gestalten wollen, eine Verbindung zur Natur suchen oder ihren Kindern zeigen wollen wie Lebensmittel produziert werden.
Neben Privatpersonen sind die Gartensysteme interessant für Firmen und Organisationen um ihr grünes Engagement zu zeigen sowie für Kitas, Kindergärten und Schulen um die Lebensmittelproduktion und natürliche Kreisläufe bereits den Kindern zu vermitteln.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie funktionieren die Geco-Gardens?
Die Geco-Gartensysteme nutzen das innovative, naturnahe Anbauverfahren der Terrabioponik: Die Pflanzen wachsen neben Erde (terra) in einer organischen Nährlösung (ponik). Die Nährstoffe werden auf natürliche Weise durch Wurmkompostierung aus den eigenen Bioabfällen (bio) rückgewonnen.
Die modularen Geco-Gartensysteme bestehen aus mehreren Pflanzwannen und sind individuell an den jeweiligen Standort anpassbar. Dadurch kann die meist knappe Grundfläche auf Balkon oder Terrasse optimal genutzt werden. Durch die vertikale Anordnung der Wannen übereinander sowie die seitlichen Pflanzöffnungen ist die tatsächliche Pflanzfläche um ein Vielfaches größer als die benötigte Grundfläche.
Alle Pflanzwannen sind über einen automatisierten Wasser- und Nährstoffkreislauf verbunden. Angetrieben durch eine elektrische Tauchpumpe werden die Pflanzen automatisch gegossen und organisch gedüngt. Der benötigte Strom liefert ein eingebautes Solarmodul mit Akku.
Das Herzstück des Gartensystems ist der integrierte Wurmkompost. Darin produzieren hunderte Kompostwürmer „heimlich, still und leise und ohne Geruch“ natürlichen Dünger – aus den eigenen Bioabfällen. Die Wurmlosung ist der beste, natürliche Dünger. Dieses organische Gold enthält neben allen essentiellen Pflanzennährstoffen zusätzlich Pflanzenwachstumshormone und eine Reihe günstiger Mikroorganismen, die das Pflanzenwachstum nachhaltig verbessern. Dadurch wird dem Gartensystem Leben eingehaucht und ein kleines Ökosystem geschaffen.

Was ist das Besondere an den Geco-Gardens? Wo liegen die Vorteile?
Die Geco-Gartensysteme schaffen eine direkte Verbindung zwischen Mensch und Natur – durch die eigene Lebensmittelproduktion – mitten in der Stadt. Dabei verknüpfen wir auf bisher einzigartige Weise die Themen:direktes Abfallrecycling,natürliche Stoffkreisläufe, erneuerbare Energie, moderne Technologien und ökologische Produktionsmethoden:
• Der eigene Bioabfall wird direkt für den eigenen Nutz- und Zierpflanzenanbau verwendet.
• Der automatisierte Wasser- und Nährstoffkreislauf reduziert den Gießaufwand, düngt die Pflanzen und erleichtert so das Gärtnern.
• Selbst entscheiden was und wie angebaut wird: die dezentrale Lebensmittelproduktion verringert den Transport von Lebensmitteln in die Stadt, den dafür nötigen Energieaufwand und die dabei entstehenden Treibhausgasemissionen.
• Das gemeinschaftliche Gärtnern fördert das gesellschaftliche Miteinander und erlaubt den Austausch der Ernte und sorgt für eine große Nutz- und Zierpflanzenvielfalt.
Durch den sinnvollen Einsatz moderner Technologie kombiniert mit ökologischen Produktionsmethoden und dem eigenen Engagement können urbane Ressourcen ohne Umwege direkt in schmackhafte, diverse und lokale Bio-Lebensmittel verwandelt werden.
Aus Konsumenten werden Produzenten – die Produktion dezentral, saisonal, regional, divers und dadurch nachhaltig(er).

GecoGardens, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Die Gartensysteme sollen weiterentwickelt, die Konstruktion modularisiert und das Design eleganter werden. So sollen größere Stückzahlen realisiert und die Kosten gesenkt werden.
Zusätzlich zu den Individuallösungen, die weiterhin angeboten werden, sollen Gartensysteme zum Selbstaufbau über Vertriebspartner wie beispielsweise grüne Onlineshops und Baumärkte verkauft werden.
Die nächste Generation der Geco-Gartensysteme soll zusätzlich über eine interaktive Steuerung und Regelung verfügen.
Die Vision von Geco-Gardens ist es neue Gartenflächen zu schaffen für die ökologische Eigenproduktion von Lebensmitteln in Städten. Dies ermöglicht es der wachsenden Zahl an Stadtbewohnern sich aktiv am gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen, bio-basierten Wirtschaftssystem (Bioökonomie) zu beteiligen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Die Fähigkeiten und Charakterzüge des Gründers bestimmen die Gründungsweise. Es gibt keinen Blueprint für eine erfolgreiche Gründung. Produkte bzw. Prototypen sollten möglichst früh bei oder mit den potentiellen Kunden getestet werden.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Bastian Winkler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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