Wie Phönix aus der Asche

Seit einigen Jahren wird die eigentlich eher etwas angestaubte Welt der Registrierkassen von einem Start-up mit ungewöhnlicher Geschichte durcheinandergewirbelt. Gastrofix nennt sich das Team um die Geschäftsführer Stefan Brehm, Reinhard Martens und Dirk Owerfeldt. Das Dreiergespann hat ein innovatives Kassensystem für iPads entwickelt und es 2011 erfolgreich auf den Markt gebracht.

Das Besondere: Im Gegensatz zu schwerfälligen und teuren klassischen PC-Kassen ist Gastrofix eine moderne, flexible und vor allem multikompatible Software-Lösung, die auf Apple-Geräten und über die Cloud funktioniert. Diese sogenannte iPad-Kasse lässt sich dank mehr als 100 Schnittstellen zu anderen unternehmensrelevanten Programmen zum ultimativen Steuerungsinstrument, oder besser: zum Gehirn eines Betriebs hochrüsten.

Gastrofix? Schon mal gehört …

Immer mehr Unternehmer, vor allem aus Gastronomie und Hotellerie, wurden im Laufe der letzten Jahre auf die revolutionäre Technik aufmerksam und stiegen auf Gastrofix um. Heute ist das Unternehmen mit über 14.000 verkauften Lizenzen und 130 Mitarbeitern in sieben Ländern einer der erfolgreichsten Anbieter in Europa.

Neben seinem hervorragenden Produkt hatte das Start-up aber noch einen weiteren, vielleicht entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Die Marke war in der Branche keine Unbekannte.

Wie kann das sein, bei einem Start-up?

Rasanter Aufstieg und tiefer Fall

Zwei Jahrzehnte zuvor, wir schreiben das Jahr 1990: Matthias Reim singt „Verdammt, ich lieb Dich“ und Deutschland wird wiedervereint. Der damals 21-jährige Dirk Owerfeldt hat längst anderes im Sinn: Er installiert im Gasthaus „Zum Stiefel“ in seiner Geburtsstadt Saarbrücken seine allererste, PC-basierte Gastrofix-Kasse. Erst kurz zuvor hatte er das gleichnamige Unternehmen gegründet.

Wenige Monate danach präsentiert der junge Gründer auf einer Fachmesse das erste drahtlose Bestellterminal zum Funkbonieren in der Gastronomie – eine Sensation, damals noch mit Infrarot-Datenübertragung. Owerfeldt eilt anschließend von Erfolg zu Erfolg, gewinnt Großkunden wie Pizza Hut, Deutsche Bahn und Lufthansa. Tausende weitere Restaurants nutzen seine Software. Im Jahr 2000, pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum, wird der Börsengang angekündigt. Er soll nie Realität werden.

Start-up mit zwei Leben

Auf dem Höhepunkt des New-Economy-Hypes platzt 2001 die Blase und der sogenannte Dotcom-Crash trifft Gastrofix ins Mark. Owerfeldt muss „sein Baby“ beerdigen, verkauft das Unternehmen schweren Herzens nach Italien.

Doch anstatt sich zurückzuziehen, analysiert der Vollblut-Entrepreneur die Gründe für das Scheitern, bewertet den sich dank Digitalisierung rasant entwickelnden Markt neu und beschließt, das Comeback zu wagen. Owerfeldt kauft die Namensrechte zurück und gründet das Unternehmen 2011 zum zweiten Mal.

Heute ist er mit Gastrofix wieder Marktführer.

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle Gastrofix GmbH

redaktion

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