Versucht nicht, schon am Anfang Antworten auf alle Fragen zu haben

gasido ist eine B2B Plattform für den Bezug von Industriegasen

Stellen Sie sich und das Startup gasido doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Cornelia Klaubert und ich bin die Gründerin von gasido. Von der Ausbildung her bin ich Maschinenbauerin, habe an der TU München studiert und promoviert. Danach habe ich einige Jahre in der Industriegase-Branche für Linde Gas gearbeitet.

gasido ist eine B2B Plattform für den Bezug von Industriegasen. Nun fragen sich wahrscheinlich die meisten Leser, was Industriegase sind. Stickstoff, Sauerstoff, Helium oder Kohlendioxid werden für viele industrielle Anwendungen wie z.B. beim Schweißen angewendet – aber auch im Alltag, z.B. beim Zapfen und Sprudeln von Getränken oder im Krankenhaus zum Beatmen von Patienten während einer OP unter Vollnarkose. Unsere Gase kommen also täglich zum Einsatz und sind für fast alle Herstellungsprozesse so wichtig wie Wasser und Strom.

Mit gasido bieten wir unseren Kunden eine einfache digitale Alternative zum traditionellen offline-Gasekauf. Bei uns können Kunden Preise vergleichen und sofort bestellen. Käufern von Industriegasen was es bisher fast unmöglich, Preise und Angebote zu vergleichen, weil der herkömmliche Markt sehr intransparent ist. Den Gaseanbietern ermöglichen wir den Einstieg in den digitalen Vertrieb, ohne selbst investieren zu müssen.

Wie ist die Idee zu gasido entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Während meiner Zeit bei Linde habe ich mit den Kollegen immer wieder diskutiert, dass eine Art von amazon für Gase der nächste logische Entwicklungsschritt für die Branche sei. Denn welcher Digital Native will in Zukunft noch über Telefon oder Fax bestellen?
Nur: gemacht hat es niemand. Irgendwann habe ich mir gedacht: wenn es niemand anderes macht, dann mache ich das!

Gestartet bin ich erstmal alleine. Geplant war, dass ein Freund von mir als CTO ein paar Monate später einsteigt. Daraus wurde aber nichts, sodass ich mich auf die Suche nach einem anderen Partner gemacht habe. Mein Büro ist im Werk1, dem größten Startup Hub Münchens. Einer der Coaches vom Werk1 stellte mir Thomas Obkircher vor. Er hatte zuvor mit anspiel.bar an einem anderen Plattform-Konzept gearbeitet. Daraufhin haben wir uns auf einen Kaffee getroffen und ziemlich schnell beschlossen, statt viel zu reden, einfach mal zusammen loszulegen und zu schauen, ob es klappt. Und es hat von Anfang an geklappt.

Mit Thomas und mir haben sich zwei Naturwissenschaftler gefunden und damit keine Vertriebspraktiker. Nachdem wir uns dies beide eingestanden haben, haben wir uns Christian Wilhelm ins Boot geholt. Thomas und Christian kannten sich bereits aus der Startupszene. Christian hat langjährige Erfahrung im Vertrieb, gerade auch für Startups. Er fungiert bei uns auch als Anwalt des Kunden und versucht zu verstehen, was den Kunden treibt. Nach zwei Emails und einem Treffen war klar, dass Christian unser Mann ist.

Was verbindet uns als Team?
Zum einem reizt es uns alle, eine traditionelle Branche zu verändern, eingefahrene Strukturen aufzubrechen und einen neuen Weg zu gestalten, wie in Zukunft Industriegase verkauft werden.

Was uns aber mindestens genauso verbindet sind unsere Familien. Jeder von uns hat ein oder zwei Kinder und trotzdem arbeiten wir alle voll. Wie das geht? Unsere Ehepartner geben uns Rückhalt und Sicherheit und gasido gibt uns Flexibilität. Keine festen Arbeitszeiten zu haben, sehen wir als Chance, die Anforderungen, die unsere Kinder an uns stellen und die gasido mit sich bringt, zu vereinen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Der B2B Markt tickt anders als der B2C Markt. Der B2B Markt und unsere Branche im Speziellen ist weniger experimentierfreudig. Von uns wurden schon in einer sehr frühen Phase professionelle Strukturen erwartet. So war eines der ersten Feedbacks, das ich aus der Branche bekommen habe: „Werdet erstmal eine Firma und dann reden wir weiter“.

2017 haben wir genutzt um die gasido GmbH zu gründen, den Markt zu testen und zu verstehen, was von uns verlangt wird. Das haben wir selbstfinanziert gemacht. Um für die Umsetzung Geschwindigkeit zu gewinnen, sind wir jetzt auf der Suche nach Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von gasido?
Auf der einen Seite kleinere Unternehmen wie z.B. Schweißer, Metallverarbeiter, Gastronomen und Arztpraxen. Der zweite Kundenkreis sind Mittelständler aus der Fertigungsindustrie.

Was findet der Kunde auf gasido?
Industriegase in Flaschen und Zubehör.

Warum sollte der Kunde auf gasido kaufen?
Bei uns ist der Kauf von Industriegasen einfach und unkompliziert. Vorbei sind die Zeiten, in denen man verschiedene Außendienstler anrufen muss, um erst Tage später Angebote zu erhalten. Bei uns sieht der Kunde sofort welche Gase zu welchen Preisen in seiner Region vorhanden sind. Wir verzichten auch auf die Vielzahl von Zuschlägen, die bei den traditionellen Anbietern Standard sind. Bei gasido setzt sich der Preis lediglich aus dem Produkt und der gewählten Lieferart zusammen. So kann der Kunde sofort bestellen – auch außerhalb der Geschäftszeiten.

gasido, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren sind wir die führende Plattform für den Bezug von Industriegasen in DACH. Wenn jemand daran denkt Gas zu kaufen, soll er das mit gasido assoziieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Versucht nicht, schon am Anfang Antworten auf alle Fragen zu haben. Die meisten ergeben sich auf dem Weg – man muss nur mutig weitergehen. Arbeitet in einem offenen und kreativen Umfeld. Kinder und Startups passen sehr gut zusammen. Ein Startup erfordert Flexibilität.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Cornelia Klaubert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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