Sofort und immer wieder mit der Zielgruppe sprechen!

Gardion macht das Internet sauber und sicher.

Stellen Sie sich und Gardion kurz unseren Lesern vor!

Gardion macht das Internet sauber und sicher. Wir bringen die Technik, die Konzerne einsetzen um ihre Netze und Mitarbeiter online zu schützen, zu den Konsumenten. Damit erhalten Familien und kleine Teams, wie etwa Kanzleien oder Ingenieurbüros, alle Werkzeuge an die Hand, um sich einfach und sicher im Internet zu bewegen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil dieses Thema aus unserer Sicht dringend gelöst werden musste. Für Familien gibt es zwar mehrere Lösungen um eine sichere Online-Umgebung für Kinder und auch Senioren zu schaffen – sie alle haben aber Nachteile. Wir von Gardion legen Wert darauf, die wahrscheinlich einzige, durch und durch in Deutschland betriebene Lösung zu sein, die plattformübergreifend (also auf iOS, Android und Mac/Windows/Linux) funktioniert und kein Spionagewerkzeug ist. Wir legen Wert darauf, dass etwa die Sprösslinge einer Familie die gleichen Informationen sehen wie ihre Eltern. Der Unterschied zu den Eltern ist nur, dass diese die Einstellungen vornehmen dürfen was in der Familie online okay ist und was nicht. Die Eltern geben also einen sicheren Rahmen vor, was die Kinder dann innerhalb dieses Rahmens machen, soll Mama und Papa nicht interessieren.

Für Profis bietet Gardion zudem spannenden Mehrwert gegenüber den Bestandslösungen. Immer mehr Menschen nutzen ein VPN um verschiedene Angriffsvektoren zu blockieren. Aber die üblichen Anbieter unterliegen als nicht-deutsche Unternehmen entweder nicht den strengen deutschen Datenschutzregelungen oder sie ermöglichen es nicht, den VPN-Verkehr nach den eigenen Wünschen zu filtern. Mit Gardion kombinieren die Nutzer das beste aus beiden Bereichen: Ein rein-deutsches VPN mit den leistungsfähigen Filtermöglichkeiten, die ansonsten nur große Konzerne nutzen. Damit kann etwa der Architekt, der im ICE das Internet nutzt, sicherstellt, dass sein Rechner mit der Planungssoftware wirklich nur mit dem Rechenzentrum „spricht“, welches er als Dienstleister nutzt. Schadsoftware die versucht, die Daten seines Rechners zu exfiltrieren, kommt an Gardion nicht vorbei.

Welche Vision steckt hinter Gardion?

Letztlich ein großes Thema unserer Zeit: Wie erlangen wir wieder unsere Autonomie im Internet zurück? Wie kann ich entscheiden, wer was sieht und wer was über mich erfährt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Überraschenderweise tatsächlich der Aufbau des Backends. Das Backend übernimmt die ganzen komplizierten Aufgaben, um den Internetverkehr unserer Kunden zu routen und zu filtern. Das skalierbar zu gestalten war nicht einfach. Auf dem Frontend dagegen setzen wir auf die üblichen gut verstandenen Protokolle, so dass dort im Idealfall gar keine Software installiert werden muss und beispielsweise die in iOS integrierte VPN-Software genutzt werden kann. Anfangs haben wir das Projekt privat finanziert. 2018 erhielten wir dann ein EXIST-Stipendium für das wir sehr dankbar sind. Jetzt gerade schließen wir die nächste Finanzierungsrunde mit einem Business-Angel und dem Land Baden-Württemberg ab.

Wer ist die Zielgruppe von Gardion?

Familien entweder mit Oma und Opa, die sich mit ihrem iPad unsicher im Internet fühlen oder mit Kindern zwischen 5 und 15, die einen sicheren Rahmen für ihre ersten Schritte im Internet erhalten sollen. Gleichzeitig sehen wir auch Menschen, für die Datenschutz ein wichtiges Thema ist oder Profis wie Selbständige und Freiberufler als Zielgruppe.

Wie funktioniert Gardion? Wo liegen die Vorteile?

Gardion ist technisch ein „managed VPN with intrusion prevention system‘. Etwas weniger glamourös heißt das: ein VPN mit einem leistungsfähigen Filter. Auf deutsch: Der gesamte Internetverkehr etwa ihres iPhones wird von uns in einen verschlüsselten Tunnel gezwungen, den keine App umgehen kann. Dieser verschlüsselte Tunnel sorgt dafür, dass unterwegs niemand etwas mit diesen Daten anfangen kann; nicht Starbucks, nicht Vodafone und auch nicht die Telekom. Das gilt auch ganz gleich ob sie zu Hause, im Ausland oder im WLAN-Netz eines ICEs unterwegs sind – alles geht durch diesen virtuellen Tunnel. 

Dieser endet am Gardion Server in Frankfurt, wo die Daten ausgepackt, nach ihren Wünschen gefiltert und an den DECIX – den weltweit größten Internetknoten – übergeben werden. Von dort gehen ihre Daten dann beispielsweise zur Sparkasse. Von den Rechnern der Sparkasse kommen die Antworten mit den von ihnen gewünschten Informationen wieder zu den Gardion-Servern zurück. Die Antworten werden von Gardion technisch geprüft, wieder verschlüsselt und dann durch den VPN-Tunnel wieder an ihr iPhone übertragen. Wir stellen also sicher, dass nur gewünschter Datenverkehr von ihrem Endgerät ins Internet und von dort wieder zu ihrem Gerät zurückkommt. Wichtig ist, dass wir dabei nicht sehen können wie viel Geld sie auf ihrem Sparkassen-Konto haben. Auch die Sparkasse hat den Verkehr ja schon verschlüsselt, so dass wir nur bereits verschlüsselten Verkehr sehen.

Wie ist das Feedback?

Wir haben schon früher zusammen an einem Startup gearbeitet. Aber noch nie haben uns nach jedem Pitch Menschen angesprochen, dass sie gerne Testkunden wären, da sie genau so etwas gesucht haben. Das lässt hoffen. Wir sind noch nicht auf dem Markt, wir gehen davon aus im Herbst 2019 soweit zu sein.

Gardion, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Derzeit forschen wir noch im CyberLab in Karlsruhe. Im Großen und Ganzen haben wir zwei Baustellen: Wir bauen die Software, das Produkt, das es unseren Zielgruppen ermöglicht, wieder autonom im Internet zu sein. Zugleich sehen immer noch zu wenige Menschen die Notwendigkeit, sorgfältig mit den eigenen Daten umzugehen und sich online besser zu schützen. Da wollen wir aufklären und schulen. Vielleicht wird das einmal ein Non-Profit Arm der Gardion, wer weiß…

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sofort und immer wieder mit der Zielgruppe sprechen, um nichts Unnützes zu bauen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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