Montag, Dezember 5, 2022

Setzt gleich von Beginn auf eine gut funktionierende Infrastruktur

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Gambio bietet ein cloudbasiertes Onlineshopsystem für kleine bis mittlere Shops

Stellen Sie sich und das Unternehmen Gambio doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Felix Hötzinger und ich bin CEO bei Gambio. Gambio bietet ein cloudbasiertes Onlineshopsystem für kleine bis mittlere Shops und für größere Shops gibt es auch die Option zum Selberhosten. Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, ist unser Support auf der einen und unsere Schnittstellen auf der anderen Seite. Zu unserem Service gehört nämlich ein persönlicher Telefonsupport, der vor allem beim Einrichten des Shops sehr wichtig für EinsteigerInnen aber auch erfahrene OnlinehändlerInnen ist. Außerdem bieten wir über 200 Schnittstellen zu wichtigen Services im E-Commerce, wie beispielsweise zu Payment-Anbietern, Suchmaschinenoptimierung, Rechtsservices, Preisvergleichportalen oder Social-Media-Anbindungen als Inklusivleistungen in unserem Shopsystem an. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Oftmals ist es doch so: Du stehst vor einem Problem und findest keine Lösung, die dich wirklich weiterbringt. Dann stellst du fest, dass es viele andere mit dem gleichen Problem gibt und kurzerhand (na gut, vielleicht ist es etwas komplizierter) gründest du dein eigenes Unternehmen, das eine Lösung bietet. So war es auch bei mir. Inzwischen bin ich an mehreren Gründungen beteiligt gewesen und es war jedes Mal ein spannendes Unterfangen. Zu gründen heißt ja auch immer zu gestalten und das nehme ich sehr ernst.

Welche Vision steckt hinter Gambio?

Mit unserem Shopsystem haben wir eine einfach bedienbare Möglichkeit geschaffen, das OnlinehändlerInnen dabei hilft, ihre Produkte im Netz anzubieten. Das hört bei uns beim Shopsystem nicht auf, sondern beinhaltet die gesamte Wertschöpfungskette des E-Commerce: Vom Versand, dem Warenwirtschaftssystem über das Marketing bis hin zum Design, das ohne Programmierkenntnisse angepasst werden kann. Wir wollen, dass sich die OnlinehändlerInnen bei uns gut aufgehoben fühlen und sie so wenig Arbeit wie möglich mit dem Aufsetzen und Verwalten des Onlineshops haben. Denn seien wir mal ehrlich: Als UnternehmerIn musst du so viel im Blick behalten, da wollen wir nicht nur eine Hilfe beim Verkauf von Waren sein, sondern ein verlässlicher Partner. Aus diesem Grund hosten wir übrigens auch in der Cloud: So stellen wir sicher, dass wir auch technisch immer aktuell sind, unsere Shops in Punkto Erreichbarkeit hochverfügbar sind und der technische Aufwand bei unseren Spezialisten und nicht den ShopbetreiberInnen selbst liegt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen war natürlich einmal die Gründung selbst: Unser Gründer Daniel Schnadt hat damals sehr spontan gegründet, weil auch er nach Lösungen für sein Problem suchte, aber keine fand. Er war aber selbst Händler und wusste, was HändlerInnen brauchen, um sich auf ein System verlassen zu können. Statt zu studieren hat er also direkt gegründet und das verlangt einiges an Entbehrungen ab. Auch gerade deshalb, weil wir lieber alle Einnahmen in die Weiterentwicklung und Verbesserung von Gambio gesteckt haben. Wir waren anfangs zur Untermiete in einem Büro einquartiert und haben uns keine großen Gehälter gezahlt. Wir wollten lieber Gambio voranbringen, frei nach der Devise: lieber einen neuen Mitarbeiter einstellen als ein dickes Auto fahren.

Wer ist die Zielgruppe von Gambio?

Gambio bedient mit seinem Angebot eher kleine bis mittlere Shops. Hier ist unsere Cloud-Lösung besonders beliebt, da sich den OnlinehändlerInnen hierbei vieles an Organisation und Programmierung abgenommen wird. Zusätzlich bieten wir für große Shops und alle Interessierten eine Lösung zum Self-hosting, von daher ist es auch für größere Shopanbieter interessant. 

Wie funktioniert Gambio? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir kümmern uns noch immer darum, dass HändlerInnen möglichst einfach ihren eigenen, ansprechenden Shop eröffnen und erfolgreich betreiben können. Die Anforderungen der HändlerInnen haben sich in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder geändert und dementsprechend passen auch wir unser Angebot stetig weiter an: Seit Sommer ist Gambio auch als SaaS- bzw. Cloud-Lösung verfügbar und erleichtert es den BetreiberInnen, die Shops von überall aus zu bedienen. Auch unsere vielen Schnittstellen machen Gambio zu einem Rundum-Service.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Neben den üblichen Vorkehrungen, dass alle MitarbeiterInnen von heute auf morgen vom Homeoffice aus gearbeitet haben und wir unsere Kommunikation dadurch stark anpassen mussten, gab es einen beachtlichen Anstieg der Nachfrage an Testshops. Wir haben gemerkt, dass viele EinzelhändlerInnen in ihrer Not der Schließung, nach Möglichkeiten suchten, ihre Vertriebswege online auszubauen. Wir hatten also neben der Herausforderung, unsere über 50 MitarbeiterInnen remote zu betreuen, auch noch einen Anstieg der Nachfrage und somit eine höhere Nachfrage des Supports zu verzeichnen. Das waren spannende Zeiten, weil in der Branche des E-Commerce echt was los war. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wie schon erwähnt, haben wir von jetzt auf gleich alle MitarbeiterInnen ins Homeoffice geschickt und das bei immerhin über 50 Angestellten, das war schon eine Herausforderung. Da wir aber sowieso schon ein sehr flexibles Arbeitszeitmodell und eine Homeoffice-Lösung angeboten hatten, ging die Umstellung relativ glatt und alle MitarbeiterInnen sind technisch gut mit Laptops und neuester Technik ausgestattet. Zudem haben wir uns auf eine Kernarbeitszeit von 11:00 bis 16:30 Uhr geeinigt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Chance sehe ich ganz klar in der Digitalisierung. Auch der Einzelhandel könnte die Chance ergreifen und neben seinem analogen Angebot ein digitales auf die Beine stellen. Denn niemand will, dass die Innenstädte aussterben, allerdings überholt der Onlinehandel den Einzelhandel. Beides lässt sich aber kombinieren: Indem der Einzelhandel nebenher einen Onlinehandel laufen lässt. Denn viele Dinge, wie ein Lager und ein Kundenstamm sind schon vorhanden. So können sich Einzelhändler auch vor zukünftigen Lockdows wappnen.

Gambio, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nach wie vor steht Gambio in fünf Jahren auf gesunden Beinen und wir sind mit der Entwicklung weiter, sind natürlich um einiges größer als heute. Insbesondere den Cloud-Bereich werden wir massiv weiter vorantreiben, hier sehen wir großes Potenzial und wir wollen hier führend im deutschsprachigen Raum sein. Auch die Wertschöpfungskette wollen wir mit neuen PartnerInnen weiter ausbauen. Es soll für HändlerInnen noch einfacher werden, einen Shop aufzubauen, der nicht nur schick aussieht, sondern auch wirklich etwas unter der Haube hat, damit auch kleine HändlerInnen eine Chance haben, gegen die großen Player zu bestehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein erster  Tipp an Gründer ist: einfach machen und schnell profitabel werden. Somit ist man unabhängig von Investoren. Scheut euch außerdem nicht davor, auch Leute einzustellen, die klüger sind als ihr es selbst seid – es kann und muss niemand ein Experte auf allen Feldern sein. Und zuletzt: Setzt gleich von Beginn auf eine gut funktionierende Infrastruktur, die euren Wünschen entspricht: Nichts ist ärgerlicher als eine billige Internetverbindung oder alte Technik, die dann schlechte Ergebnisse und unmotivierte MitarbeiterInnen nach sich ziehen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Felix Hötzinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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