Gaia-Bikes: Bambusfahrräder aus regional gewachsenem Bambus

Gaia-Bikes für jeden das richtige Fahrrad

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Gaia-Bikes doch kurz vor!
Das erste Bambusfahrrad wurde bereits 1894 präsentiert, doch hat sich Bambus als Rahmen-Werkstoff nie durchgesetzt.
Wir von Gaia-Bikes haben uns gefragt weshalb. Vielleicht war es nur die entstandene Konvention, bedingt durch die industriellen Fertigungsverfahren, doch als Grundmaterial für Fahrräder ist Bambus geradezu prädestiniert!
Zusätzlich ist es unser Bestreben zur Schonung unserer Umwelt beizutragen und unsere Produkte aus emissionsarmen, umweltschonenden und nachwachsenden Baustoffen herzustellen.
Deshalb bauen wir von Gaia-Bikes auf dieses Material und aus ihm außerordentlich hochwertige Fahrräder für jedes Terrain!

Wie ist die Idee zu Gaia-Bikes entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammen gefunden?
Schon immer habe ich mich mehr auf zwei Rädern, als auf meinen Füßen bewegt. In meiner Freizeit und auch zur Finanzierung meines Studiums reparierte ich im laufe der Jahre hunderte Fahrräder und eignete mir dabei ein vertieftes Fachwissen über Fahrräder an.
Mein Vater zeigte mir dann vor etwa zwei Jahren einen Artikel, in welchem eher die bloßen Versuche ein Bambus-Rahmen zu bauen beschrieben wurden, als eine tatsächliche Alternative zu den bisher verwendeten Materialien wie Aluminium, Stahl oder Carbon.
Sofort war ich wie besessen davon, einen Rahmen zu bauen, der optisch und technisch so ausgereift ist, dass er den industriell gefertigten in keiner Weise nachsteht.
Da ich selbst ein sehr begeisterter Mountainbiker bin, steckte ich sehr viel Arbeit in die Entwicklung eines vollgefederten Mountainbike-Rahmens aus Bambus, der nun als einer der ersten weltweit seinen Weg durch die Wälder des Schwarzwaldes sucht.
Ein sehr guter Freund von mir und ich erkannten dann schnell das Potenzial meiner Arbeiten und entschlossen uns dazu, die Entwicklung unserer Räder voranzutreiben und uns damit selbstständig zu machen.
So entstand die Idee unseres Startups, welches wir nun im Begriff sind zu gründen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Da wir ein High-End Produkt aus Naturmaterialien anstrebten, war der Weg ein doch sehr steiniger, denn kein Bambusrohr gleicht dem anderen, was die Verarbeitung dieses Materials zu einer echten Herausforderung macht und machte.
Da das Produkt selbst ja, wenn überhaupt nur die halbe Miete ist, kam natürlich noch sehr viel bürokratischer Aufwand auf uns zu. Die Gründung eines Unternehmens erfordert vielseitiges Wissen über Rechtslagen, Webdesign, Preisbildung,… Doch bei dieser riesigen Hürde haben wir in Karlsruhe glücklicherweise viele Anlaufstellen gefunden, die uns bei diesem Vorhabenunterstützen können.
Finanziert haben wir uns dabei bisher selbst, da wir bislang noch keine großen Investitionen tätigen mussten. Unsere Räder entstehen dabei in nahezu 100% Handarbeit, was teure Maschinen oder eine große Werkstatt überflüssig machen.

Gaia-Bike artemisWie wichtig ist es an Startup Events und Wettbewerben teilzunehmen, um die Bekanntheit zu steigern?
Wettbewerbe oder Startup Events sind natürlich in der Anfangsphasesehr wichtig für uns, um den Menschen in Deutschland zu zeigen, was für hochwertige Produkte wir herstellen. Solche Events sind natürlich nur eine von vielen Plattformen, die man nutzen sollte, aber dennoch eine enorm wichtige.

Woher beziehen Sie den Rohstoff?
Wir haben das Glück unseren Bambus noch aus dem Raum Karlsruhe beziehen zu können.
Auch dies war von Anfang an einer der Grundpfeiler unserer Philosophie, denn wir wollten regionale Rohstoffe mit einem minimalen ökologischen Fußabdruck nutzen!
Ob wir in Zukunft unseren eigenen Bambus anbauen werden steht noch in den Sternen, ist aber sicherlich ein großes und wichtiges Vorhaben für uns.

Wo werden die Gaia-Bikes hergestellt?
Unsere Rahmen werden, im Vergleich zu anderen Herstellern von Bambusrädern, ausschließlich in Deutschland gefertigt, genauer gesagt in Karlsruhe.
Alle Teile, welche wir für den Bau unserer Rahmen benötigen, lassen wir in Süddeutschland spezialanfertigen und wollen dies in Zukunft auch selbst übernehmen, denn als gelernter Industriemechaniker kenne ich mich sehr gut in dieser Materie aus!

Wie viel kostet ein Gaia-Bike?
So unterschiedlich die von uns produzierten Fahrräder im Anwendungsgebiet und der Ausstattung sind, so unterschiedlich sind auch die Preise für unsere Unikate.
Grob gesagt fangen unsere voll ausgestatteten und vormontierten Räder bei ca. 1350€ an, aber da wir uns an den Bedürfnissen unserer Kunden orientieren, bemühen wir uns alle Wünsche zu erfüllen!
Daher an alle Interessierten: Keine Scheu, einfach mal unverbindlich nachfragen was das Wunschrad kosten soll, das hilft bei der Entscheidungshilfe!

Gaia-Bikes, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Es gibt einige Dinge, die wir als Ziel anstreben! Diejenigen, welche wir verraten wollen, sind zum einen der Wunsch nach einer gut eingerichteten Werkstatt und zum anderen die stetige Weiterentwicklung unserer Bambusrahmen.

Wir wollen zudem Aufklärungsarbeit leisten, denn den meisten Menschen ist noch nicht ins Bewusstsein gerückt, dass Bambus eine wirkliche Alternative zu den konventionellen Materialien für Fahrradrahmen ist.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Vertraue deiner Idee, behalte das Ziel im Blick und bleib dran, auch wenn es oft frustrierend ist! Es ist ein langer Weg, den wir teilweise ja auch noch vor uns haben, aber es lohnt sich! Denn seinen Traum zu verwirklichen ist wohl eines der schönsten Dinge des Lebens.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sven Mayer und David Tauber für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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