Doodle der Online-Terminplaner

Im Interview weiht uns Gabriele Ottino über das Erfolgsgeheimnis von Doodle ein

Herr Ottino, Doodle hat das geschafft, wovon viele Startups träumen: Millionen Menschen nutzen Doodle seit zehn Jahren und der leicht bedienbare Online-Terminplaner ist für viele User zu einem unverzichtbaren Tool geworden. Zunächst zu den Hard Facts – wie viele User hat Doodle mittlerweile und in welchen Ländern wird mit Doodle gearbeitet?
Gabriele Ottino: Vielen Dank für das Kompliment! Doodle wird mittlerweile von rund 26 Millionen Menschen weltweit genutzt und das jeden Monat. Pro Umfrage sind es im Schnitt sieben bis acht Personen – und die meisten Menschen, die Doodle zuerst als Teilnehmer einer Umfrage kennengelernt haben, erstellen früher oder später selbst eine Umfrage. Doodle hat sich mittlerweile über die ganze Welt ausgebreitet und wird in jedem Land zur Terminabstimmung genutzt.

Das sind beeindruckende Nutzerzahlen. Wie hat Doodle das geschafft, was ist das Erfolgsgeheimnis?
Gabriele Ottino: Der Erfolg von Doodle setzt sich aus drei wichtigen Elementen zusammen. Zum einen natürlich die Technologie und die Tatsache, dass wir mit dieser Technologie immer auf dem neuesten Stand sind. Wenn die hinter Doodle stehende Technologie nicht zuverlässig funktionieren würde, wären solch hohe Benutzerzahlen schlichtweg nicht möglich. Zum anderen ist es der psychologische Faktor, dass unser Tool kinderleicht und schnell zu bedienen ist. Dies schließt auch mit ein, dass die Ersteller und Teilnehmer von Doodle-Umfragen keine App herunterladen oder sich umständlich einloggen müssen – ein simpler Link reicht aus. Und zu guter Letzt liegt der Erfolg von Doodle auch an der Viralität. Sehr viele User, die Doodle einmal als Teilnehmer einer Umfrage kennengelernt haben, verwenden den Online-Terminplaner früher oder später selbst. Dieser Schneeballeffekt hat entschieden zu unserem Wachstum beigetragen.

Einen digitalen Terminplaner bieten allerdings auch andere Marktteilnehmer an. Wie hat Doodle es geschafft, die Konkurrenz hinter sich zu lassen?
Gabriele Ottino: Wir haben uns bei Doodle mit dem Erstellen von Umfragen auf eine Sache konzentriert. Können Sie sich noch an die ersten Jahre der Suchmaschinen erinnern? Viele Anbieter haben versucht, neben der eigentlichen Suchfunktion noch viele weitere Funktionen wie z.B. Wetternachrichten etc. anzubieten. Google hat sich damals dazu entschieden, sich nur auf die Suchfunktion zu konzentrieren – und hat sich damals einen psychologischen Effekt zu Nutze gemacht: Je mehr man sich auf eine Sache beschränkt, desto eher wird man als Experte für diesen Bereich wahrgenommen.
Außerdem ist Doodle – wie gesagt – kinderleicht zu bedienen: Als Gruppe kann man Doodle ohne viel Hin und Her nutzen und ohne Kalender umständlich freischalten und synchronisieren zu müssen. Dieses intuitive Bedienen ist das Erfolgsrezept von Doodle. Zum einen ist es mittlerweile aber auch der Bekanntheitsgrad und die Dauer am Markt – Doodle gibt es inzwischen seit 10 Jahren.

Nachdem wir über die Vergangenheit und Gegenwart gesprochen haben, interessiert unsere Leser auch die Zukunft: Was plant Doodle für die Zukunft?
Gabriele Ottino : Wir wollen Doodle stetig weiter entwickeln und verbessern. Ein großer Teil unserer technischen Entwicklungen geht momentan in Richtung Künstliche Intelligenz. 2016 haben wir deshalb das Startup Meekan übernommen. Dieser intelligente Chatbot namens Meekan schlägt mögliche Termine vor und erkennt selbstständig, wann günstige Zeitfenster für ein Treffen oder Meeting frei wären. Der Chatbot kann in die Gruppen-Messaging-Dienste Slack, Microsoft-Team und Hipchat integriert werden. Meekan registriert darin zum Beispiel, zu welchen Zeiträumen Meetings nie vereinbart werden und schlägt diese dann in Zukunft auch möglichst nicht vor. Dies ermöglicht den Nutzern noch effizienter Termine zu vereinbaren. Der Arbeitsschritt, noch einmal einen prüfenden Blick in den eigenen Kalender werfen zu müssen, wird so obsolet.

Und wie sieht es mit der Netzwirtschaft und dem Markt insgesamt aus; was wird Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung der kommenden Zeit sein?
Gabriele Ottino:  Natürlich die Digitalisierung. Sie schreitet mit immer größeren Schritten voran und gleichzeitig steigen auch die Erwartungen bei den Usern. Sie erwarten immer mehr, dass ihnen die Software Arbeitsschritte abnimmt und sich weiter auf die persönlichen Bedürfnisse und Gewohnheiten einstellt. Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz bietet hier viele Möglichkeiten: Durch sie lernt die Software immer mehr, was die Nutzer wirklich machen wollen und kann ihnen dadurch auch gezielter und besser bei der Umsetzung weiterhelfen. Für die Unternehmen, sowohl die am Markt etablierten als auch neue Startups, bedeutet dies, dass in die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning investiert werden sollte, um in Zukunft konkurrenzfähig zu werden oder zu bleiben.

Und zu guter Letzt: Woher kommt eigentlich der Name „Doodle“?
Gabriele Ottino: Doodle ist ein kurzes, prägnantes Wort, was im Kopf bleibt. Eigentlich stammt das Wort aus dem Englischen und bedeutet im Deutschen ungefähr „eine beiläufige Skizze zeichnen“. Wir sind zwar kein Zeichendienst, aber unser Tool macht die Terminfindung so unkompliziert, dass sie beinahe zur beiläufigen Arbeit wird.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Gabriele Ottino für das Interview

Quelle: Ballou PR
Das Interview ist ein externes Interview von Ballou PR und stellt nicht die Meinung von StartupValley dar.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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