FUTURE SUMMIT SERIES – THE 100

Am 18. und 19. Oktober trafen sich 100 Pioniere, Querdenker und Visionäre in den Räumen von WeWork in Hamburg. Unter dem Titel Future Summit Series – The 100 wurde eine neue Form der Konferenz ins Leben gerufen, die einlud neue Wege zu erkunden und in die Zukunft zu blicken. Die Input Sessions der renommierten Speaker wechselten sich ab mit Design Thinking Sprints, die zu einen regen Austausch unter den Teilnehmern führten.

Die Initiatoren der Future Summit Series – The 100 glauben nicht an das starre Modell vieler Konferenzen und haben selbst schon an zu vielen von ihnen teilgenommen. Mit ihrer Initiative wollen sie den Austausch unter den Teilnehmern fördern und teilen sie daher in kleinere Gruppen auf, die nach den Vorträgen deren Inhalte diskutierten und mit Hilfe von Design Thinking Techniken schnell zu innovativen Lösungen kommen. The 100 steht dafür sich frei zu machen von allen Ängsten und gemeinsam neue Wege zu gehen. So war dann auch das ausgerufene Motto für die beiden Tage:

“Giving a shit. Giving it all. Giving 100.”

Die Anzahl der Teilnehmer ist bei dem Summit auf 100 beschränkt, damit jeder die Möglichkeit zum Austausch hat und eine intime Atmosphäre entsteht. Die renommierten Speaker, die die inhaltliche Grundlage lieferten beschränkten sich auf 20 Minuten Redezeit und gingen anschließend persönlich zu jeder Gruppe, um ihnen im direkten Gespräch Rede und Antwort zu stehen.

Die Speaker

Ana Lui „We look to technology as the answer but as an artist and designer i ́d like to ask – what is the question.“
Den Anfang machte die renommierte Wissenschaftlerin und Künstlerin Ani Liu, die am MIT zu den sozialen, kulturellen und emotionalen Auswirkungen von technologischen Innovationen forschte. Aktuell ist sie Design Director bei WeWork und erschafft Räume, in denen sich Kreativität entfalten kann. Sie verwendet Design, um Fragen zu stellen und sagt “die Rolle des Designers ist es Objekte zu erschaffen, die uns die Zukunft sehen lassen, das Leben an sich designen.”

Die Technologien, die wir entwerfen, haben einen unmittelbaren Einfluss auf uns und wir sollten uns die Frage stellen “welche Art von Menschen sind wir dabei mit diesen Technologien zu erschaffen?” In ihrer künstlerischen Arbeit entwirft sie Objekte, die uns unsere Wahrnehmung hinterfragen lassen – So zum Beispiel Virtual Reality Brillen, bei denen man die Perspektive mit seinem Gegenüber wechselt und dadurch auf eine Art blind wird, da man nicht mehr nachvollziehen kann wo im Raum sich der eigene Körper befindet. Am MIT lernte sie „Digital is dead – bio is the new digital“ und beschäftigt sich seitdem viel mit Mikrobioms und wie diese unsere Persönlichkeit und unser Verhalten beeinflussen können.

David Schwarz “The most valuable currency in the world is time – it’s the ultimate desire.”

David Schwarz ist der Gründer vom Design Studio HUSH in New York, dass für renommierte Kunden wie Google oder Nike arbeitet, für die er oft begehbare erlebbare Versionen ihrer Produkte erschafft. Dafür nimmt er Input wie Daten, Signale oder Bilder und lässt sie durch den Filter von Design laufen. Heraus kommt ein Experience Interface das physisches mit digitalem verbindet. Für ihn ist die wertvollste Währung auf der Welt Zeit. Wie wir sie verbringen ist eine Reflektion dessen, an was wir glauben. Dabei arbeitet er mit seiner Agentur an der Schnittstelle von Erlebnissen und Handel. Niemand interessiere sich mehr für Logos, alles drehe sich jetzt um das Erlebnis, “experience is capital.”

Die Nachfrage nach Brand Experiences steige stetig an und die Zeit, die der Kunde mit dem Produkt verbringt, sei der wahre Wert. Deshalb verkaufen viele große Brands schon lange auch Erlebnisse mit, wie man am Beispiel der Apple Stores sieht und die Budgets in diesem Bereich steigen weiter an. Aber „If you cannot count it, it doesn’t count“ merkt Schwarz an und sieht eine Gefahr darin, dass man Erlebnisse nicht in Zahlen ausdrücken kann und sie somit für Unternehmen nicht messbar bleiben.

Nancy King „Keep not standing fixed and rooted, briskly venture, briskly roam.“

Ebenfalls aus den USA kam Nancy King, Director of Brand bei Airbnb. Sie begann mit einem Ausflug in die 1950er Jahre, in denen Franchise Konzepte wie McDonalds erfolgreich wurden, die alle gleich aussahen. Ein Weg um gleichbleibende skalierbare Produkte zu generieren, denen der Verbraucher vertraut, weil er sie leicht versteht. Ein sehr effizienter Weg, um eine Marke aufzubauen, aber nicht weltbewegend.

Airbnb dagegen ist mit inzwischen über 5 Millionen Apartments auf der Plattform hoch effizient wie ein Franchise-System, wird aber von der Community betrieben. Gleichbleibende Qualität wird durch gemeinsam geteilte Werte gewährleistet: „we ask people to believe in something and then behave according to this belief.“ Diese Werte sind Leute miteinander in Kontakt zu bringen und so das Gefühl von Einsamkeit in einer hochtechnologisierten Welt zu verringern, den Wert der Gastfreundschaft mithilfe von Technologie hochzuhalten und auf das Lokale zu setzen. Denn die Airbnb Gemeinschaft ist über die ganze Welt verstreut und möchte helfen lokale Initiativen erfolgreicher und nachhaltiger zu machen.

Da Airbnb für diese Werte eintritt, verknüpft man sie automatisch mit der Brand und den eigenen Erfahrungen mit ihr. Immer wieder werden neue Services eingeführt. So können Nachbarn im Katastrophenfall ihre Wohnungen für andere öffnen und ihnen Unterschlupf bieten oder ungebuchte Airbnb Zimmer werden für intime Konzerte mit Musikern genutzt.

Weitere Speaker waren:

Gilbert Schibranji, Virtue (eine Agentur von VICE)
Mick McConnell, Head of Concept Studio bei WeWork
Sam Parr, Gründer von The Hustle
Alexander Marten, Chief Evangelist bei Telekom
Thomas Middelhoff

Die Gründer von The 100

Konferenzen stellen oft Themen in den Vordergrund und nicht das eigentliche Format, in dem diese vermittelt werden und sind meist nur auf zuhören und nicht auf mitwirken ausgelegt. Das ändert The Future Summit Series – The 100 und schafft darüber hinaus den direkten Austausch mit den Referenten – ob in einer kleinen Fragerunde, beim Kaffee oder bei der Party am Abend konnten die 100 Teilnehmer mit ihnen informell in Kontakt treten.

Ryan McLaughlin hat das neue Format gegründet und gemeinsam mit Lindsey Lawrence (Head of Partnerships) und Brian Gale (Head of Content) umgesetzt. Unterstützt wurden sie dabei von der Miami Ad School als Kooperationspartner.

Weitere Infos: ​www.futuresummitseries.com

Quelle S U S A N N A G L I T S C H E R

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