Ein Gründer sollte in meinen Augen immer offen für Neues sein

Treffen Sie FUBALYTICS auf der Langen Nacht der Startups in Berlin

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz unseren Lesern vor.
Ich bin Alexander Bitzke aus Berlin, 36 Jahre alt und habe 2012 gemeinsam mit Eugen Funk die FUBALYTICS GmbH gegründet. Mit FUBALYTICS haben wir ein Produkt geschaffen, welches sowohl für Trainer und Spieler aber auch für Fans eines Fußballvereins einen hohen Nutzen hat.
Unsere ursprüngliche Idee bestand darin, Fußballtrainern und Spielern die technischen Voraussetzungen zu bieten, ihre Spiele und Trainingseinheiten mit einfachsten Mitteln zu analysieren. Um dies zu erreichen, haben wir eine professionelle Analyse-Software entwickelt, die ohne teures Zusatzequipment nutzbar ist.
Mit FUBALYTICS kann jeder ganz einfach die Trainingseinheiten oder Spiele per Smartphone aufzeichnen und im Anschluss analysieren. Kinderleicht können mannschafts- und individualtaktische Mängel, zum Beispiel bei Laufwegen, Positionen und Spielaktionen,erkannt, visualisiertund kommentiert werden. Über unsere Plattform können dann alle eingeladenen Spieler und Trainer sofort auf die analysierten Szenen zugreifen. Diese Möglichkeit der Visualisierung und Präsentation von Spielszenen stand kleineren Vereinen bisher nicht zur Verfügung. Unsere Erfahrungen haben sich bestätigt, bereits die einmalige Anwendung kann die Gesamtleistung eines Teams erheblich verbessern. Doch nicht nur die eigene Mannschaft, auch Gegner und Talente können mit FUBALYTICS in den Fokus rücken.
Fans und Verein bieten wir zudem die Möglichkeit die aufgezeichneten Spielszenen automatisch zu schneiden, sie quasi in Echtzeit über alle verfügbaren Kanäle und Dienste zu teilen und so eine Art Live-Ticker in Videoformat zu erschaffen. Auch dieses Tool erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Alexander-Bitzke-FubalyticsWarum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Wir hatten eine gute Idee, der Markt ist weltweit sehr groß und wir haben viel positives Feedback erhalten. Es hat von allen Seiten einfach alles gepasst, daher haben wir uns zur Gründung entschlossen.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie Ihr Startup finanziert?
Während meiner eigenen „Fußball-Karriere“ musste ich immer wieder feststellen, dass es in regelmäßigen Abständen zu Diskussionen kam, ob die taktischen Vorgaben des Trainers denn nun befolgt wurden oder nicht. Versuche das Spiel aufzuzeichnen endeten in langen Videoabenden ohne Erfolg, dafür mit genervten Spielern und Trainern. Was fehlte war eine einfache Lösung für das Problem ohne teures Zusatzequipment. Genau da wollten wir mit FUBALYTICS ansetzen.
Nach der zunächst rudimentären Idee ein Analyse-Tool für Nachwuchs- und Amateurmannschaften zu entwickeln, standen viele Gespräche auf dem Plan. Es galt die etablierten Berliner Vereine von unserer Idee zu überzeugen. Wir konnten zahlreiche Kontakte knüpfen und Unterstützer gewinnen, das Potenzial unserer Idee wurde immer offensichtlicher. Die Nachfrage am Markt war gegeben und die Idee technisch umsetzbar, letztlich stellte sich nur die Frage der Finanzierung. Für die Entwicklung des Prototyps der Plattform erhielten wir das EXIST-Stipendium der Bundesregierung. Im Jahr 2012 erfolgte dann mit Hilfe von Profund die Ausgründung aus der Freien Universität Berlin in eine eigene GmbH.

Wer ist die Zielgruppe?
Auch wenn FUBALYTICS durchaus sportartübergreifend genutzt werden kann, ist der Fokus doch ganz klar auf den Fußballmarkt ausgerichtet. Innerhalb diesem wird auf verschiedenen Ebenen mit unserem Produkt gearbeitet.
Da sind zum einen die nationalen Verbände, denen wir eine Art White-Label-Variante unserer App anbieten. Vor wenigen Monaten ist beispielsweise die BFV-Video-App des Bayerischen Verbands erfolgreich veröffentlicht worden. Diese steht nun jedem bayerischen Amateurverein zur Verfügung und wird sehr gut angenommen.
Den Großteil unserer Kunden bilden ambitionierte Amateurvereine und deren Trainer. Besonders zielführend wird unsere Lösung von einigen Nachwuchsabteilungen – darunter auch Bundesligisten – verwendet. Wir sind stolz darauf, dass Vereine wie Hertha BSC oder VfL Wolfsburguns bereits seit Jahren vertrauen.
Unsere kostenlose Variante ist vor allem für alle Fans interessant, denn sie ermöglicht das schnelle Teilen einzelner Spielsequenzen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Lange Nacht der Startups zu bewerben?
Wir sind selber gar nicht auf die Idee gekommen, wir wurden empfohlen. Für diese Möglichkeit sind wir sehr dankbar.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen die es auf die Lange Nacht der Startups geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von dem Event?
Es ist toll, dass so eine Möglichkeit der Präsentation für Startups geboten wird. Wir erhoffen uns Kontakte zu Unternehmen aus dem Kommunikations- und Medienbereich, die unsere App als Live-Video-Ticker-Lösung für Nachrichtenportale auch außerhalb des Sports nutzen möchten.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Jungunternehmer? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch das Event viele Interessenten und auch Medien auf Sie aufmerksam werden?
Dieser Schritt ist enorm wichtig. Wir stehen gerade an einer bedeutenden Schwelle. Unsere Video-Live-Ticker-App-Technologie findet sehr guten Anklang im Medienbereich auch außerhalb des Sports. Wir kombinieren die Vorteile des bekannten Text-Tickers und Video-Livestreams zu einem Produkt. Es werden also nur die wichtigen Highlights eines Ereignisses live ins Netz übertragen. Das ist gerade für die Medien interessant, die Video-Content live und fertig geschnitten ins Netz bringen wollen. Das macht alles das Smartphone oder Tablet.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Wir entwickeln uns immer mehr zum Technologie-Anbieter für Medien. Als wir 2012 gründeten haben wir davon geträumt etwas zu entwickeln, was weltweit eingesetzt wird. Der Weg verläuft gerade anders als gedacht, aber das Ziel rückt näher. In fünf Jahren werden wir für viele Medien (Blogs, Newsportale, soziale Medien) weltweit eine Technologie bereitstellen, die Content live aufnimmt, automatisch schneidet und überträgt.

Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ein Gründer sollte in meinen Augen immer offen für Neues, tolerant gegenüber eigenen und fremden Fehlern, lernbereit, innovativ, hartnäckig und ein bisschen faul sein. Denn dosierte Faulheit macht meiner Meinung nach kreativ.

Wir bedanken uns bei Alexander Bitzke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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