Frollein Elfriede bringt die vegane Küche in die Mittagspause

Frollein Elfriede gesunde und frische Gerichte

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Frollein Elfriede doch kurz vor!
Hej.Ich bin die Manu, Mutter von 5 erwachsenen Kindern und Ehefrau und Managerin des Musikers Ralf Gauck.
Mit Frollein Elfriede möchte ich Menschen mit gesunden, frischen Gerichten auch in der Mittagspause versorgen. Die meisten Menschen müssen in ihrer kurzen Mittagspause auch noch los um sich etwas zum Essen zu holen. Anstehen und wieder zurück. Das ganze kostet viel Zeit, die dann beim essen wieder eingespart werden muss. Das bedeutet, die Leute essen viel zu hastig und fühlen sich hinterher schlapp und müde. Dem wirken wir mit dem Lieferservice entgegen.Die Leute bekommen ihr frisch gekochtes Essen direkt in die Firma, Büro, Laden oder nach Hause gebracht und können es sich dann noch mal kurz aufwärmen und genießen, wann immer sie möchten. So bleibt mehr Zeit für den eigentlichen Sinn der „Pause“. Nach dem essen fühlen sie sich besser, denn die Energie, die normalerweise in den Magen geht, um die hastigen, fettigen Speisen zu verdauen, kann jetzt wieder für die Arbeit verwendet werden.

Das besondere an dem Unternehmen ist, dass es zu 100% vegan ist. Meine Küche kommt also ganz ohne tierische Zutaten aus. Da gibt’s auch keine Ausnahmen. Daher sind wir bisher einzigartig hier im ganzen Umkreis.

Wie ist die Idee zu Frollein Elfriede entstanden und wie kam es zum Namen?
Ich koche schon immer sehr gerne und viel und bekoche seit Jahren unsere Künstlerkollegen und auch Veranstaltungen, die wir planen. Seit dreieinhalb Jahren ernähren wir uns jetzt vegan und somit änderte sich auch das Kochverhalten bei den Veranstaltungen. Die Leute nahmen das gleich von Anfang an gut an, weil ich vor allem frische Zutaten verwende und keine Convenience Produkte kaufe. Da wurde das gar nicht bemerkt, das das ganze vegan ist, die Hauptsache ist doch, das es schmeckt 🙂

Das hat sich schnell herumgesprochen und ich bekam einen offiziellen Auftrag für eine Weinprobe. Ich hab dann einen Kochservice angemeldet und die Hygienebescheinigung vom Gesundheitsamt besorgt und losgelegt – den Namen , tja, da hab ich erst noch überlegen müssen. Das „Frolleinche“ , wie man bei uns früher gesagt hat, gefiel mir schon gut und passt auch zu meinem bodenständigen Gerichten. Aber „Frollein Manu“ hört sich nicht nach einem leckeren Essen an – also überlegte ich und kam auf eine meiner Tanten, die Elfriede hieß und die ich als Kind sehr gerne mochte. Da stand´s dann fest – Frollein Elfriede – das isses 🙂

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Ui – ja das ist ein großer Akt. Man muss sich ja fragen – soll das ganze jetzt so nebenbei sein oder will man mehr? Mit dem Kochservice durfte ich bei fremden Leuten in der Küche kochen, aber nicht in meiner eigenen. Und es wurden immer mehr Leute, die gerne ein fertiges Catering wollten. Da braucht´s eine extra Gewerbeküche. Und die ist nicht gerade billig. Und einen Raum braucht man ja auch noch. Also haben wir überlegt, nur vom Kochservice alleine kann man nicht leben. Also muss ein Raum in unserem Haus zur Produktionsküche umgebaut werden. Der nächste Akt war dann die Nutzungsänderung. Wenn man einen Raum von privat auf Gewerbe umbauen möchte, muss man beim Bauamt eine Nutzungsänderung stellen. Dazu braucht man einen Architekten, der Pläne macht und einreicht, das darf man nicht selbst machen. Das kostet eine Menge Geld, zumal unser Haus 1865 gebaut wurde und keine Pläne wie man sie heutzutage kennt, vorhanden waren. Also musste der Architekt alles neu ausmessen und zeichnen.
Die Wartezeit, also den Sommer über, habe ich dann mit einem Kochstand auf Veranstaltungen verbracht, zum einen, um die Wartezeit bis zur Baugenehmigung zu überbrücken, zum anderen um die laufenden Kosten zu stemmen.
Die Finanzierung lief über startnext und einen privaten Investor. Ich habe seit einem Jahr ca. die Plattform startnext beobachtet und zuerst war ich skeptisch, ob meine Idee funktioniert und Investoren anzieht. Dann habe ich es einfach gewagt. Und es hat funktioniert!
Natürlich muss man jede Menge Werbung in den sozialen Netzwerken machen, damit sich das ganze herumspricht. Auch passe ich nicht unbedingt in die „neue vegane Szene“ – ich bin keine zwanzig, nicht tätowiert und komme auch nicht aus Berlin. Genau so stellen sich viele die jungen Veganer vor – und tatsächlich kenne ich einige, die da genau hinein passen.
Ich habe es geschafft, über 7000,-€ durch startnext zu finanzieren und einen privaten Investor habe ich auch gefunden. So hatte ich am Ende knapp 15.000 € – nicht sehr viel, um ein Unternehmen aus dem Nichts zu gründen und ich muss zugeben, es ist auch nicht immer einfach – aber durch eine geschickte Kalkulation und keine unnötigen Ausgaben funktioniert das ganze…
Aber – die Küche ist fast fertig, es fehlen nur noch Kleinigkeiten wie Feinheiten am Fussboden und die Fliegengitter an den Fenstern. Die Einrichtung habe ich bei Ebay gefunden. Eine Edelstahlküche aus einem privaten Veranstaltungsraum – genau passend für die kleinste Großküche in Worms 🙂

Wer ist die Zielgruppe von Frollein Elfriede?
Alle, die sich auch in der Mittagspause abwechslungsreich und gesund ernähren wollen – dabei liegt mein Augenmerk nicht unbedingt bei Leuten, die sich rein vegan ernähren. Bisher hatte ich viele sogenannte „Omnis“, also Menschen, die alles essen – auch Fleisch, Fisch, Käse ect. , als Kunden.
Auch möchte ich Firmen ansprechen, die keine eigene Kantine haben, aber den Mitarbeitern einen gesunden Snack anbieten möchten. Wenn es den Mitarbeitern gut geht, geht es der Firma gut.

Auf was achten Sie bei der Auswahl der Zutaten?
Auf Frische und Qualität. Das A und O einer guten Küche ist die Qualität der Rohstoffe. Ich sage Rohstoffe, da ich ausschließlich frische Lebensmittel verwende. Wenn ich dann noch regionale Produkte aus ökologischem Anbau bekomme, umso besser. Convenience Produkte möchte ich nicht verwenden. Auch Bratwurst, Frikadellen und Seitan mache ich selbst. Dann kenne ich die Zutaten und kann das auch so meinen Kunden gegenüber verantworten. Viele Menschen leiden heutzutage an Unverträglichkeiten. Durch die Verwendung von frischen Zutaten kann ich mich auf die Kunden einlassen und somit auf eventuelle Unverträglichkeiten reagieren.

Welchen Service bieten Sie an?
Zuerst kommt der Lieferservice – hier können die Kunden auf der Internetseite ihr Essen für den nächsten Tag, aber auch schon für die ganze Woche bestellen. Die Gerichte werden am darauffolgenden Tag frisch zubereitet und im Stadtzentrum mit dem Lastenrad ausgeliefert.
Danach der Cateringservice – auch hier kann man aus dem Wochenprogramm oder aus einer speziellen Menüliste die Gerichte für eine Party, Hochzeit, Geburtstag oder auch eine Tagung oder Büroeröffnung ect. Auswählen. Das ganze wird bei uns im Haus zubereitet und fix und fertig in Biologisch abbaubaren Behältern geliefert. Dazu verwenden wir Behälter aus Biokunststoff, der wird z.B. aus Maisstärke und/oder Zuckerrohr hergestellt.
Bi Streetfood Events wie z.B. der Lebendige Neckar oder der vegane Streetfood Day in Mannheim sind wir auch vertreten. Dazu haben wir einen Kochpavillon, der voll ausgestattet ist für die frische Strassenküche 🙂

Frollein Elfriede, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Uiii das ist eine schwierige Frage – Vielleicht in einer anderen Stadt – Mein Ziel ist es, hier in Worms die vegane Küche zu etablieren. Wenn das gut läuft, werde ich an anderen Standorten weitermachen und hier das ganze an die nächste Generation abgeben. Ich möchte so viele Menschen als möglich zeigen, dass vegane Ernährung nichts mit Verzicht zu tun hat. Und das nicht als Missionarin, sondern als Köchin – die Menschen sollen es schmecken, wie lecker die frische Gemüseküche sein kann und das es kein Fleisch braucht, um ein Genussmensch zu sein.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Nicht von seiner Idee abbringen lassen und machen. Dazu gehört einiges an Mut und Risikobereitschaft. Das Leben ist zu kurz um nicht das zu tun, was man möchte und was einem auch Spass macht. Man braucht einen langen Atem und gute Freunde, die einem aus einem Loch auch wieder raus ziehen. Ich abe auch schon daran gedacht, aufzugeben, aber im richtigen Moment waren dann wieder Freunde da, die mir Mut gemacht haben und mich motiviert haben, weiter zu machen. NICHT AUFGEBEN 🙂

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Manu Gauck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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