Friendsurance: Peer-to-peer Versicherungskonzept

Friendsurance: Versicherungsplattform die Schadensfreiheit mit jährlichen Beitragsrückzahlungen belohnt

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Friendsurance doch kurz vor!
Friendsurance ist ein Insurtech-Unternehmen aus Berlin. 2010 haben wir ein neues Peer-to-peer-Versicherungsmodell entwickelt, das Schadensfreiheit mit jährlichen Beitragsrückzahlungen belohnt und so Versicherungen für den Kunden günstiger und fairer macht.
Dabei werden Versicherte mit derselben Versicherungsart online zu kleinen Gruppen zusammengeschlossen. Von den gezahlten Versicherungsbeiträgen fließt ein Teil in einen Rückzahlungstopf. Wenn im Laufe eines Jahres kein Schaden passiert, bekommt jeder im darauffolgenden Januar einen Teil aus dem Topf wieder. Möglich ist dies für Versicherungen, die neu über unsere Plattform www.friendsurance.de abgeschlossen werden, und auch als Ergänzung für laufende Verträge, ohne dass dabei Zusatzkosten entstehen.
Bislang erhielten über 80% der Nutzer eine Beitragsrückzahlung. Im Sachversicherungsbereich beträgt die Rückzahlung durchschnittlich ein Drittel der eingezahlten Beiträge. Unser „Schadensfrei-Bonus“ schafft aber nicht nur Mehrwert für Versicherte, sondern auch für die Versicherungsunternehmen, mit denen wir kooperieren. Diese profitieren von einer gesteigerten Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. Gleichzeitig sparen sie Kosten, denn der Schadensfrei-Bonus schafft positive Anreize gegen Versicherungsbetrug.
Mit unserer Idee haben wir bereits rund 70 Versicherungspartner, eine große fünfstellige Kundenzahl sowie internationale Investoren überzeugt. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass unsere Idee weltweit bereits über ein Dutzend Nachahmer gefunden hat und so ein eigenes Segment für Peer-to-peer-Versicherungen entsteht. Wir glauben, dass sich dieser internationale Trend fortsetzen und Peer-to-peer-Versicherungen mittelfristig ein selbstverständlicher Bestandteil der Versicherungsindustrie sein werden.

Wie ist die Idee zu Friendsurance entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee ist inspiriert von Versicherungen in ihren Ursprüngen, als sich Menschen in kleinen Gruppen wie Dorfgemeinschaften gegenseitig im Schadensfall unterstützt haben. Dies war einfach und effizient, jedoch im Umfang der Absicherung begrenzt.
Heute können große Versicherungsunternehmen Schäden jeder Höhe tragen, doch treiben Verwaltung, Marketing und Betrug die Kosten in die Höhe. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gab jeder Deutsche 2014 über 2.100 € für private Versicherungen aus. Viele davon werden nie oder nur selten in Anspruch genommen. Einer repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge wünschen sich 88% der Deutschen, dass Schadensfreiheit mehr honoriert wird. In der privaten Krankenversicherung und im Kfz-Bereich gibt es bereits Bonusprogramme, die umsichtiges Verhalten mit Prämien belohnen. In den meisten anderen Versicherungsbereichen mangelt es aber noch an vergleichbaren Modellen.
Diese Lücke haben wir 2010 erkannt und vor diesem Hintergrund unser Peer-to-peer-Versicherungsmodell entwickelt. Janis Meyer-Plath und ich sind beide BWLer und kannten uns schon länger.Unseren Mitgründer Sebastian Herfurth, von Hause aus Jurist, haben wir in dieser Zeit kennengelernt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Im Versicherungsbereich gibt es viele regulatorische Hürden, die es zu überwinden galt. Außerdem mussten wir viel Zeit in den Beziehungsaufbau mit unseren Versicherungspartnern investieren – bis die erste Partnerschaft stand, hat es ein Jahr gedauert. Heute haben kooperieren wir bereits mit rund 70 Versicherungsunternehmen.
Finanziert werden wir von institutionelle und private Investoren der Internetszene, darunter VantageFund, e.ventures, die German Startups Group und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung sowie Horizons Ventures, Investmentunternehmen des reichsten Manns Asiens Li Ka-Shing.

Wer ist die Zielgruppe von Friendsurance?
Grundsätzlich richten wir uns an jeden, der versichert ist und für Schadensfreiheit belohnt werden möchte.

Wie funktioniert Friendsurance?
Bei unserem Peer-to-peer-Versicherungsmodell werden Versicherte online zu kleinen Gruppen gebündelt, deren Mitglieder sich im Schadensfall im Rahmen der Selbstbeteiligung gegenseitig finanziell unterstützen. Dazu wird eine Selbstbeteiligung in den Vertrag aufgenommen bzw. eine bereits vorhandene Selbstbeteiligung erhöht. Die höhere Selbstbeteiligung führt zu einem niedrigeren Versicherungsbeitrag. Die Differenz zwischen dem alten und dem neuen Beitrag fließt in einen Rückzahlungstopf. Bleiben im Laufe eines Jahres Schäden aus, bekommt jeder im folgenden Januar einen Teil aus dem Topf als Rückzahlung wieder. Im Schadensfall muss der Versicherte die neue Selbstbeteiligung nicht alleine tragen, da kleine Schäden innerhalb der Selbstbeteiligungsgrenze aus dem Topf beglichen werden. Oberhalb der Selbstbeteiligungsgrenze kommt die traditionelle Versicherung zum Tragen. Auf diese Weise bekommen Versicherte die Chance auf eine Beitragsrückzahlung, ohne Risiko draufzahlen zu müssen.

Friendsurance,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere Vision ist es Versicherungen kundenfreundlicher zu machen – und das nicht nur in Deutschland, sondern international.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Man sollte keine Angst vor Fehlern haben, diese aber möglichst schnell machen. In den USA spricht man gerne von „fail fast“. Je nach Modell bedarf es allerdings auch einer guten Portion Beharrlichkeit, also im Prinzip einem „succeedslowly“. Gerade bei uns, in einer eher konservativen und stark regulierten Branche, war das enorm wichtig.

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Wir bedanken uns bei Tim Kunde für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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