Mittwoch, Oktober 20, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Freachly Online-Marketing-Plattform speziell für lokale Unternehmen

Stellen Sie sich und das Startup Freachly doch kurz unseren Lesern vor!

Mario: Hi, ich bin Mario Geiß. Gemeinsam mit Steffen Allesch habe ich vor drei Jahren Freachly gegründet. Mit Freachly haben wir die erste Online-Marketing-Plattform speziell für lokale Unternehmen geschaffen. Unser Ziel: eine One-Stop-Solution, auf der Restaurants, Beauty-Studios und kleine Läden alles finden, was sie brauchen, um online zu überzeugen, und neue Kunden für sich zu gewinnen. Genau dann, wenn diese Kunden nach einem Angebot wie dem ihren suchen. 2017 sind wir mit einer Influencer-Automatisierung gestartet, inzwischen bieten wir unseren Kunden insgesamt sechs Software-Tools: Instagram Account Management, Fotoshootings, Werbeanzeigen auf Instagram und Facebook, eine Content-Distribution-Lösung und ganz neu – ein Tool zum Sammeln von Kundenbewertungen. Das Besondere: Durch die Umsetzung als SaaS-Lösungen gewährleisten wir höchste Qualität zum bezahlbaren Preis.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Steffen: Eigentlich wollte ich Investment-Banker werden. Deshalb hab ich gezielt sehr viele Praktika bei den ganz großen Banken gemacht – wie Rothschild, Morgan Stanley oder Goldman & Sachs. Da lernt man viel: hart arbeiten, viel arbeiten und vor allem lernt man, sorgfältig zuarbeiten. Was mir gefehlt hat: etwas gestalten, etwas verändern, etwas tun, was einen schnellen Impact hat. Das geht mit einem Startup. 

Mario: Mit einem Startup ist man einfach, sowohl operativ als auch strategisch, vollverantwortlich mit sehr realen Problem- und Fragestellungen konfrontiert. Man ist gezwungen, unter Zeitdruck optimale Lösungen zu finden und tragfähige Entscheidungen zu treffen. Selbständigkeit, die Möglichkeit, sich etwas aufzubauen, hat mich aber tatsächlich immer schon begeistert.

Welche Vision steckt hinter Freachly?

Steffen:Ganz einfach: auf der einen Seite ist da die Welt in unseren Nachbarschaften. Die Restaurants, die Buchläden, die kleinen Fashion-Shops, all das, was wir gerade vermissen. Diese Welt ist mit dem Siegeszug des Online-Handels so ein bisschen zu einem bedrohten Ökosystem geworden. Auf der anderen Seite tun sich gerade für lokale Unternehmen online ganz neue Möglichkeiten auf. Heutzutage wird eben weniger offline durch die Einkaufsstraßen flaniert, dafür wird online gesurft. Im Durchschnitt bis zu zwei Stunden täglich. Mit den Möglichkeiten des Online-Marketings und vor allem des Social-Media-Marketings können lokale Unternehmen ihre Schaufenster gewissermaßen in die digitale Welt hinein öffnen. Und – sie können dort sehr gezielt ihre Zielgruppen erreichen, genau die richtigen, am richtige Ort, zum richtigen Zeitpunkt. Mit Freachly sorgen wir dafür, dass lokale Unternehmen diese Chancen für sich nutzen können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Mario:Die größte Herausforderung ist sicher immer erst einmal die Startphase: Aus einer Idee ein Geschäftsmodell entwickeln, ein Team formen, einen Prototyp bauen, das Produkt zum ersten Mal verkaufen – also aktiv jemanden davon überzeugen, dass er für das Produkt bezahlt. Das ist eine Challenge. Ist die geschafft, kommt die nächste: das ganz normale Unternehmerdasein und das heißt: jeden Tag steht man vor neuen Herausforderungen, teilweise kleinen, teilweise sehr großen. Für Startups typisch dabei: das schnelle Wachstum, das Tempo der Veränderungen. Von einem Team mit etwa 10 Leuten hin zu einem Team von 60, 65 Mitarbeitern, in dem man dann Strukturen einziehen muss, einen Kulturwandel begleiten, das ist eine supergroße Herausforderung vor allem für First-Time-Gründer wie uns.

Steffen:Große Unterstützung erfahren haben wir dabei durch unsere Investoren HV Capital und SB21. Nicht nur finanziell.

Wer ist die Zielgruppe von Freachly?

Steffen: Alles, was einen Ladentresen hat, quasi: Restaurants, Cafes, Plattenladen, Nagelstudio, Fitness-Center aber auch die KFZ-Werkstatt nebenan, oder der Tischler vor Ort.

Wie funktioniert Freachly? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Mario: Unser Geschäftsmodell ist ein Subscription-Modell. Das heißt, wir bauen Software-Tools, die der lokale Unternehmer für ein monatliches Entgelt nutzen kann. Unser Alleinstellungsmerkmal ist sicher das unschlagbare Preis-Leistungs-Verhältnis. Agenturen sind nicht wirklich eine Alternative für unsere Kunden. Zu teuer. Fotografieren, posten, Portale pflegen, Facebook-Ads schalten – das können lokale Unternehmen natürlich selbst tun. Lohnt sich aber im Vergleich nicht: zu viel Aufwand. Und letztlich zu viel Zeit, die sie lieber in das stecken, für das sie wirklich brennen: ihre Produkte, ihren Service, ihr Business. Wir sind quasi der smarte Marketingbegleiter für die Hosentasche des lokalen Unternehmers.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Steffen: Logischerweise sind viele Kunden von uns durch die Lockdowns direkt oder indirekt betroffen. Auf der anderen Seite hat die Corona-Krise uns dann auch geholfen: Das Service-Portfolio vieler Kunden hat sich z. B. verändert. Da gab es Restaurants, die plötzlich ein Take-Away- oder Liefergeschäft gestartet haben. Oder einen Friseur, bei dem jetzt online Termine reserviert werden mussten. Das war für uns wiederum eine Chance, darauf durch unsere Dienstleistungen aufmerksam zu machen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Mario:Diese Entwicklung haben wir sehr schnell in unserem Service-Portfolio reflektiert. Zum Beispiel das Feature Ads-Management, also das Managen von Werbeanzeigen auf Social-Media-Kanälen – das haben wir explizit zu Beginn der Corona-Krise gelauncht, um den Kunden auch diesen Kanal zu öffnen. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Steffen: Soziale Marketingkanäle gewannen in der Krise zunehmend an Bedeutung für lokale Unternehmen. Sie erlebten, dass sie über die sozialen Medien auch im Lockdown Kontakt zu ihren Kunden halten konnten. Davon haben wir sehr profitiert. Folge: In Q3 hatten wir ein Rekordquartal. Unser gesamtes Leistungsportfolio war so stark nachgefragt wie noch nie. Das hat uns auch bestätigt, was wir immer dachten: Social-Media-Marketing ist wichtig. Und mit unserem preiswerten Total-Marketing-Ansatz haben wir einen Nerv getroffen.

Freachly, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Mario: Wir sind Category Leader in ganz Europa. Wir haben uns in den Köpfen der Merchants etabliert als die ultimative Brand für lokales Marketing. Auf unserer Plattform bieten wir lokalen Unternehmern ein umfassendes und gut strukturiertes Angebot smarter Software-Lösungen. Damit ihre Produkte und Services in den Momenten, in denen es darauf ankommt, bei ihrer Zielgruppe überzeugen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Steffen: Nur drei? Elementar ist auf jeden Fall: Früh anfangen, das Produkt zu verkaufen und am Markt zu erproben. Sich früh Feedback einholen von potentiellen Kunden.

Mario: Auch wichtig: Die Zielgruppe klar definieren. Und wenn finanziell irgend möglich, mit Menschen arbeiten, die schon viel Erfahrung gesammelt haben. Sich Erfahrung quasi einkaufen.

Steffen: Was man aber außerdem noch unbedingt im Gepäck haben sollte: mentale Stärke, den Willen, hart zu arbeiten und viel Durchhaltevermögen. 

Wir bedanken uns bei Mario Geiß und Steffen Allesch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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