Frauen und Politik – Möglichkeiten und Herausforderungen

3. Frauenforum-FOODSERVICE thematisiert Frauenförderung in der Politik

Die Gleichstellung der Frau in Deutschland lässt immer noch zu wünschen übrig. Unterpräsenz in Führungspositionen und Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen gehören unverändert zur Arbeitswelt in Deutschland. Welche politischen Maßnahmen gibt es, um der Entgeltungleichheit zu begegnen? Was hat sich in der Vergangenheit als positiv für die Frauen-Förderung erwiesen? Welche Wege gibt es für Frauen sich in Führungspositionen zu beweisen? Damit beschäftigt sich das 3. Frauenforum-FOODSERVICE am 21. April in Frankfurt am Main. Vorab gibt Referentin Gitta Connemann, Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, einen Einblick in die Frauenförderung in der Politik.

Der Begriff „Gender Pay Gap“ beschreibt das Phänomen nach dem Frauen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Selbst bei gleicher Qualifikation, Karrierestufe und Arbeitszeit existiert ein Unterschied von sieben Prozent. Diese Ungleichheit ist auf Ursachen wie Berufswahl, familienbedingte Erwerbsunterbrechung und anschließende Teilzeitarbeit, schlechtere Karrierechancen sowie indirekte und sogar diskriminierende stereotype Rollenbilder zurückzuführen. Dass sich Frauen in der Arbeitswelt häufig nicht so viel zutrauen wie Männer, scheint ein weiteres Problem.

Diese Erscheinung beobachtet die Politikerin Gitta Connemann, Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, auch in ihrem Berufsfeld. „Leider engagieren sich immer noch unterproportional wenige Frauen in der Politik – und zwar auf jeder Ebene. Mit einem Frauenanteil von 33 Prozent sind wir auf der Bundesebene ja schon „Spitze“. Bei einem Anteil der Frauen in der Bevölkerung von über 50 Prozent ist dies aber zu wenig.“ Oft seien große Hemmungen der Frauen das Problem. „Wir müssen die Bereitschaft erhöhen und Frauen ermutigen, sich politisch einzubringen.“ Als Maßnahmen, um die Frauenquote in der Politik zu fördern, nennt Connemann Instrumente wie Beratung, Aufklärung und Informationen rund um die Berufsorientierung – und das so früh wie möglich. Damit sich in viel diskutierten Punkten wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf etwas tut, sollen zukünftig Schritte wie ein Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten flächendeckend umgesetzt werden. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, betont Connemann.

Für Frauen in der Arbeitswelt wünscht sich die Politikerin einerseits mehr Unterstützung von außen und andererseits mehr Mut und Selbstvertrauen von innen.

Die Flexibilität der Unternehmen ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Damit sich diesbezüglich etwas ändern kann, muss die Politik reagieren. „Das deutsche Arbeitsrecht ist da eher eine Bremse als eine Hilfe, wenn ich zum Beispiel an das Arbeitszeitgesetz denke. Aus meiner Sicht ist dieses heute nicht mehr zeitgemäß“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Dass es auch positive Beispiele für Integrationsleistungen gibt, sieht die Politikerin gerade bei klein- und mittelständischen Unternehmen wie dem Handwerk vor Ort oder bei Gewerbe- und Dienstleistern. Diese finden in dem Punkt Frauenförderung allerdings meist nur selten Beachtung.

Dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen sieht Frau Connemann eher kritisch entgegen. „Das Gesetz ist gut gemeint aber eben nicht wirkungsvoll. Denn es ändert am Ende nichts an dem eigentlichen Problem, nämlich der tatsächlichen Verbesserung der Chancen von Frauen. Weder Frauen noch Betriebe brauchen Zwang, sondern individuelle Hilfe und intelligente Begleitung.“ Maßnahmen seitens der Politik wie die Finanzierung der Berufsorientierung und -information, sollten schon früher greifen/ansetzen. „Deshalb würde ich mir eine stärkere Verankerung von Berufsbildern und Beratung bereits im Schulunterricht wünschen.“

Dass sich die beruflichen Aussichten für Frauen in höheren Positionen zukünftig verbessern, davon ist Gitta Connemann überzeugt. Gerade in ihrem Berufsfeld sieht sie hohes Potential. „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: die Politik bietet die Chance zu gestalten. Diese Chance sollten Frauen sich nicht entgehen lassen.“ Unter dem Vortragstitel „Frauen, Macht und Politik“ teilt die Politikerin den Besuchern des 3. Frauenforums weitere interessante Fakten und Ansichten zu diesem Thema mit. Fragen wie „Haben Frauen keine Lust auf Macht?“ und „Was brauchen sie als Ermutigung?“ sind nur zwei von vielen spannenden Diskussionspunkten.

3. Frauenforum-FOODSERVICE
Am Donnerstag, 21. April 2016
Von 09.30 – 17.00 Uhr
Rotfeder-Ring 1 in 60327 Frankfurt, Westhafen Pier 1

Tickets für das 3. Frauenforum-FOODSERVICE erhältlich unter: http://www.frauennetzwerk-foodservice.de/ticket-kaufen/

Quelle lottmannpr

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