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Framen: Marktplatz für adressierbares kontextuell-relevantes Marketing

Stellen Sie sich und das Startup Framen doch kurz unseren Lesern vor!

Framen ist ein in 2018 gegründetes Media-Tech Startup und bietet einen Marktplatz für adressierbares kontextuell-relevantes Marketing (addressable context advertising (ACA)). Auf Framen buchen Werbetreibende Impressionen und platzieren ihre Werbung programmatisch und zielgruppenspezifisch auf TVs in semi-öffentlichen Bereichen, sogenannten Kontexten. Hoch frequentierte Standorte wie zum Beispiel Co-Working Spaces, Hotels und Fitnessstudios können ihre TVs mit FRAMEN verbinden, um mit externen Inhalten digitale Einnahmen zu erzielen. Werbetreibende bekommen über Framen hypertargeted Zugänge zu ihren Zielgruppen – bspw. Executives, fashion-interessierte, urbane Young Professionals und digitale Nomaden.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Unserer Meinung nach ist traditionelle Werbung “out” und da wir ein großes Potenzial in ACA sehen, haben wir uns nach tiefgreifender Validierung für den vollen Fokus der Entwicklung entschieden. Außerdem motiviert es uns, unserer Vision täglich Gestalt zu geben, unser Produkt im Einklang mit Kundenbedürfnissen und neuen Technologien weiterzuentwickeln sowie natürlich die Erfolge unserer Kunden zu sehen und begleiten. 

Welche Vision steckt hinter Framen?

Framen bietet einen neuen global-lokalen TV-Channel. Damit bringen wir die unlimitierten Möglichkeiten des Internets auf den TV – Framen ist das Internet der “connected screens”. Unsere Vision ist es, die erste Wahl für ACA in Deutschland und künftig auch in Europa und global zu sein – gemessen an unseren Kunden, unseren Mitarbeitern, unseren Gesellschaftern und der Gemeinschaft, in der wir leben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

„Don’t find customers for your products, find products for your customers.“ – Seth Godin

Zu einer unserer größten Herausforderungen zählte, den sweet spot bzw. den optimalen Kundennutzen zu treffen. Wir haben eine starke Technologie entwickelt, die natürlich bereits für das anfängliche Bootstrapping bereits einen eindeutigen Nutzen darstellen musste.

Framen ist ein Plattform Ökosystem. Daher war es herausfordernd, die Dynamiken des Marktplatzes zu verstehen und eine gute Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu finden, also zwischen Screen Providern und Werbetreibenden.

Unsere Finanzierung startete mit einer kleinen Summe des WeWork Creator Funds, wodurch unsere Software eine enorme Entwicklung erleben konnte. Der Weg zu internationalen Usern kam zunächst durch eine Crowdfunding-Kampagne zustande. Auch die Aufnahme in den Early Stage-Investor Axel Springer Porsche (APX) hatte enormen Einfluss auf unser bisheriges Wachstum.

Wer ist die Zielgruppe von Framen?

Framen.io ist ein Plattform Ökosystem, auf dem unterschiedliche Akteure verbunden werden: Werbetreibende (von KMUs, über Brands bis zu Agenturen) sowie Bildschirme von Location im semi-öffentlichen Bereich wie Hotels, Co-Working Spaces, Fitnessstudios, gastronomische Betriebe und dem Einzelhandel. 

Unsere Kunden streben nach einem höheren Endkunden-Erlebnis sowie einer intelligenten Lösung, die “richtigen” Menschen lokal im passenden globalen Umfeld mit ihren Stories zu erreichen. Framen stellt diesen global-lokalen digitalen Kanal dar – ob in der lokalen Community oder “flächendeckend” global.

Wie funktioniert Framen? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Framen funktioniert für den Werbetreibenden wie eine Buchungsplattform mit Echtzeit-Monitoring. Nachdem Werbetreibende auf framen.io Kampagnenzeitraum, erzielte Impressions, Budget sowie Kernkriterien ihre Zielgruppe definiert haben, erhalten sie die optimalen Impressions in den Ausspielungslocations für ihre Kampagne. 

Im Sinne einer erhöhten Brand Safety können Werbetreibende stets einsehen, welche anderen Inhalte auf den Bildschirmen ausgespielt werden. Nach einer kurzen Freigabe des Bildschirmbesitzers kann die Kampagne live gehen. Kunden erhalten Echtzeit-Analysen und Reports über ihre Kampagne. Indem Zielgruppen hypertargeted in ihrem natürlichen Umfeld erreicht werden (Arbeit, Sport, Reise usw.), erlangen Werbetreibende wie Brands ein gestärktes Markenvertrauen und höhere Wahrnehmung um 106%.

Die Vorteile für Bildschirmbesitzer liegt vor allem bei einer zusätzlichen Einnahmequelle durch Freigabe der Bildschirmzeit für externe Inhalte. Außerdem bieten sie aktuelle, zielgruppen-relevante Inhalte wie Inspirationen und News für ihre Gäste und damit eine durch Werbung finanzierte Entertainment-Möglichkeit. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Corona Zeit hat uns auf jeden Fall eine große Chance gegeben! Besitzer von potenziellen Werbescreens – seien es Hotels, Fitnessstudios oder Restaurants – sind auch derzeit über jeden weitere Umsatz erfreut, der ihnen gleichzeitig ein stärkeres Kundenerlebnis bringt. Framen demokratisiert den Markt, indem Medienbudgets an die Screen Provider für die Bereitstellung der TVs zurückfließen.

Hypertargeted Impressionen für eine starke Markenkommunikation ist auch zu rezessiven Zeiten relevant, wie Harvard Business Review bestätigt. Großveranstaltungen und Orte wie Bahnhöfe und Flughäfen mit einer hohen Personenaufkommen werden von der Gesellschaft weitestgehend vermieden. Menschen halten sich jedoch nach wie vor in semi-öffentlichen Locations ihres natürlichen Lebens. Genau hier ermöglicht ihnen Framen digitale Werbung im lokalen Kontext, womit wir Screens in semi-öffentlichen Bereichen meinen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Zum einen haben wir uns mit Apotheken zusammengetan um denen die Möglichkeit zu geben, Echtzeit News zu streamen. Unser Anliegen ist es, dass besonders zu Zeiten, in denen eine Informationsversorgung gewährleistet sein muss, auch den non-digital natives und der älteren Generation im Allgemeinen ein Stück Sicherheit mit den wichtigsten Nachrichten vermittelt werden. Unsere Technologie ermöglicht, in Echtzeit den Informationsfluss auf mikro-lokaler Ebene (wie Kommunen, Städten, Behörden, Gesundheitsamt) im relevanten Kontext sicherzustellen und somit war es für uns eine Selbstverständlichkeit, unsere Technologie für Kommunen und Behörden kostenlos zu Verfügung zu stellen und einen  sozialen Beitrag in schwierigen Zeiten zu leisten.

Zum anderen möchte jeder Werbetreibende gerade jetzt Sichtbarkeit und Relevanz im Markt erlangen. Wie Studien des Harvard Business Review zeigen, bedeutet dies für eine erfolgreiche Marketingstrategie, dass Marketeers ihre Zielgruppen neu zu definieren: Anstatt eine Kategorisierung von Konsumenten nach Lifestyle oder demografischen Daten, sollte man lieber eine Einteilung nach emotionaler Reaktion und Verhalten auf die Krise vornehmen. Framen ermöglicht ihnen mit der hypertargeted Kommunikationslösung im passenden kontextuellen Umfeld ihre Werbung und Stories zu platzieren. Dabei merken wir, dass nicht nur verstärkt Impressionen in Co-Working Spaces gebucht werden, sondern mittlerweile auch wieder die Nachfrage nach Screens in Hotels und weiteren Freizeit Locations steigt. 

Framen, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen einen immer stärker werdenden Shift von Point of Sale (POS) zu Point of Experience. Framen schafft es mit einer konzeptuell relevanten Werbemöglichkeit gemeinsam mit und für Marken, eine Erlebniswelt zu kreieren. Durch das datenbasierte Prognostizieren  des Verhalten von Zielgruppen, bieten wir Werbetreibenden einen Kanal ohne Streuverlust an und versorgen Menschen im Raum gleichzeitig mit für sie relevante und interessante Inhalte. Unser Ziel ist es, der Kanal für ACA zu sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Am Anfang hatten wir das typische Chicken-egg-problem: Die Balance zwischen Supply (Screen Provider) und Demand (Werbetreibende) war zu Beginn nicht einfach zu managen. Analysiert die Dynamiken und Abhängigkeiten in eurem Geschäftsmodell und arbeitet mit den richtigen Partnern zusammen.

Die Stärke liegt in den Unterschieden, nicht in den Gemeinsamkeiten. Sucht euch ein diversifiziertes Team. Das Zusammenarbeiten mit Talenten aus allen Bereichen bringt neue Blickwinkel, inspirierende Ideen und innovative Lösungsansätze mit sich. 

Schafft ein bestimmtes Rauschen um eure Marke. Nach diesem Motto solltet ihr schon frühzeitig in Marketing zu investieren und euch im lokalen Ökosystem etablieren. Das unterstützt nicht nur eure Markenbekanntheit und schafft Vertrauen bei euren potentiellen Kunden, sondern auch potenzielle Finanzierungen, Unterstützung durch Mentoren und den Austausch mit anderen Start-ups.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jimmy Weber für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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