Lernen Verantwortung abzugeben

Foxymatch: Eine Scoring-Software zum faktenbasierten Influencer-Matching?

Stellen Sie sich und das Startup Foxymatch doch kurz unseren Lesern vor!

Foxymatch ist ein Software as a Service-Angebot, dass Unternehmen und Brands mithilfe künstlicher Intelligenz bei der Vergrößerung ihrer Stammkundenbasis oder Erschließung neuer Märkte unterstützt. Diese Scoring-Software beinhaltet ein weltweites Verzeichnis mit Insights der Audience – zum Beispiel Alter, Nutzerverhalten, Interaktionsrate aller relevanten Influencer. Der Auftraggeber stellt uns seine Stammkundendaten zur Verfügung, die unsere KI auswertet und mit Milliarden von Nutzerdaten vergleicht.

Die Followerschaft, die den Bestandskunden am ähnlichsten ist, heißt „Lookalike Audience“. Jeder Influencer erhält einen Score-Wert. Je höher der Score, desto geeigneter ist der Influencer als Markenbotschafter. Expertise zur Arbeit mit Influencern erlangten wir über die Foxybox, unsere monatliche Abo-Box gefüllt mit Beautyprodukten und Kosmetika. Diese haben wir rein über Influencer-Marketing beworben.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Grundsätzlich ist mir die Freiheit wichtig. Ich kann mich und meine Ideen selbst verwirklichen, Personalentscheidungen autark treffen und muss niemanden um Erlaubnis fragen, wenn ich zwischendurch einen Kaffee trinken gehe.

Welche Vision steckt hinter Foxymatch?

Über die schon angesprochene Vermarktung von Foxybox sind uns erhebliche Lücken im Influencer-Marketing aufgefallen. Diese Erkenntnis ist für größere Unternehmen noch viel wertvoller als für uns. Nicht nur in Hinblick auf die Budgetierung, sondern auch für die Digitalisierung. Viele Konzerne schließen nach und nach einzelne Filialen, weil die jungen Kunden hauptsächlich im Onlineshop bestellen. Die richtigen Markenbotschafter schaffen es allerdings auch den POS wiederzubeleben. Wir setzen uns dafür ein, dass Marketer diejenigen Influencer in ihre Planung einbeziehen, die tatsächlich die passende Zielgruppe erreichen, und keine Accounts unterstützen, die nur vorgeben Resultate zu erzielen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben uns bewusst ausschließlich selbst finanziert. Viele Start-ups, die direkt zu Beginn Hilfe von Investoren annehmen, stehen sich dadurch selbst im Weg. Denn selbstverständlich muss der Investor in wichtige Entscheidungen einbezogen werden. Dadurch steht der finanzielle Gewinn vor der konkreten Ideenumsetzung und verlangsamt den Prozess. Aus diesem Grund meiden Start-ups eine solche Hierarchie. Sie hat jedoch den Vorteil einer direkten Strukturierung im Unternehmen. Wenn ein Start-up schnell wächst und aus neun Mitarbeitern auf einen Schlag fünfzehn werden, fehlen Kontrollen, Einarbeitungen und Ansprechpartner. Das macht die Suche nach passenden, selbstständig arbeitenden Mitarbeitern zu einer Herausforderung.   

Wer ist die Zielgruppe von Foxymatch?

Foxymatch ist für Unternehmen mit reichlich Stammkundendaten gedacht, die ihre Vertriebswege digitalisieren und weiterhin die Kontrolle über das Marketing behalten wollen. 

Wie funktioniert Foxymatch? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bei Beauftragung einer Agentur für Influencer-Marketing liegt der Auftrag zwar in professionellen Händen, der Auftraggeber kann allerdings nicht nachvollziehen, wie hoch die Erfolgsquote für genau seine Zielgruppe bei den ausgewählten Influencern ist. Unsere Scoring-Software ermittelt anhand der Bestandskundendaten, die uns der Auftraggeber verschlüsselt zukommen lässt, einen Wert zwischen 1 und 100 für jeden in Frage kommenden Influencer. Um diesen Wert zu ermitteln, erfasst die dazugehörige KI-Box die Kundendaten und gleicht sie mit den Parametern der einzelnen Instagram-Accounts ab. Diese findet sie auf der angeschlossenen Influencer-Plattform voller Insights.

Dadurch differenziert die KI auf Fragen hin wie „Wie viele Follower sind weiblich und zwischen 20 und 25 Jahre alt?“ oder „Welche Influencer verfügen über eine Eco-Fashion-affine Followerschaft?“. Die Influencer werden den Bestandskunden zugeordnet. Foxymatch gibt die Auswahl der Lohnenswertesten an den Kunden weiter, der so genau seine Audience erreicht und nur bezahlt, was ihm etwas bringt. Diese Methode ist derzeit einzigartig. 

Wie ist das Feedback?

Unsere Pilotprojekte verliefen sehr erfolgreich. So erzielten wir zur Freude unseres Kunden Nø Cosmetics mit 13 Influencern und Micro-Influencern auf Instagram eine Gesamtreichweite von 5.631.000 Impressions. Dazu kommen über acht YouTuber mit einer Reichweite von 734.000 Impressions. Derzeit beschäftigen wir uns mit dem Finetuning der KI, um noch präzisere Ergebnisse zu erzielen.

Foxymatch, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Um ehrlich zu sein, will ich gar nicht wissen, wo Foxymatch und ich in fünf Jahren stehen. Das Reizvolle an der Selbstständigkeit ist doch gerade nicht zu wissen, was der nächste Tag an Überraschungen bereithält und welche neuen Ideen aufkommen. Grundsätzlich möchten mein Team und ich Foxymatch, Foxybox und das dazugehörige Lifestyle-Magazin Foxymag weiter ausbauen. Daran anknüpfende Projekte sind nicht auszuschließen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Urvertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist unverzichtbar. Auch wenn Projekte scheitern, nicht an dem großen Ganzen zweifeln.

Die wichtigste Aufgabe eines Unternehmers ist es, sich selbst „arbeitslos“ zu machen. Nur so steht genügend Zeit und Kapazität zur Verfügung um das Unternehmen in die richtige Richtung zu steuern. Der Gründer sollte so schnell wie möglich am und nicht im Unternehmen arbeiten.

Lernen, Verantwortung abzugeben und seine Schwächen durch gute Mitarbeiter auszufüllen, um den Fokus auf die eigenen Stärken zu legen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jakob Kiender für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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