In sechs Monaten von der Geschäftsidee zum Unternehmen

Gezielte Beratung, Seminare von Profis, gemeinsames Büro, Kontakte zu etablierten Firmen: Die gemeinnützige Founders Foundation startet ein Ausbildungsprogramm für Gründer in Ostwestfalen-Lippe. Das Projekt soll zum Modell für andere Regionen werden.

Berlin, München, Hamburg: Metropolen ziehen Gründer an. Die Flächenregionen tun sich deutlich schwerer mit einer lebendigen Start-up-Kultur. Die gemeinnützige Founders Foundation möchte das ändern. In einem halben Jahr können Gründer hier jetzt lernen, wie sie aus ihrer Geschäftsidee eine Firma machen. Das trainieren erfahrene Unternehmer vom 1. September an mit der nächsten Gründergeneration bei dem Ausbildungsprogramm Founders Camp in Bielefeld. Die Teilnahme kostet die Gründer nichts. Für die Plätze können sich Menschen ab sofort mit ihren Geschäftsideen bewerben (unter www.founders-camp.de).

Die Gründer lernen am eigenen Beispiel. Alle Teilnehmer entwickeln zusammen im ausgebauten Coworking-Loft der Founders Foundation in der Bielefelder Altstadt ihre Ideen vom Prototypen bis zum Markttest. Ihnen helfen Mentoren aus der deutschen Start-up-Szene. Zum Beispiel Christian Miele, Vice President des Wagniskapitalgebers e.ventures und Prof. Dr. Jan Brinckmann, Entrepreneurship-Professor an der renommierten ESADE Business School in Barcelona und erfolgreicher Business Angel. Brinckman beschreibt das Konzept des Camps so: „Wir haben hier die Chance, die Gründer von morgen auszubilden. Durch die persönliche Begleitung wollen wir Talente mit unterschiedlichen Biografien fördern und ihnen das Know-how und Durchhaltevermögen vermitteln, aus denen erfolgreiche Geschäftsideen hervorgehen.”

Ein Modell für Flächenregionen
Ostwestfalen-Lippe (OWL) steht vor ähnlichen Herausforderungen wie viele Flächenregionen in Deutschland: Das Fundament der Wirtschaftskraft in OWL sind etablierte Unternehmen, viele von ihnen Weltmarktführer auf ihrem Gebiet. Auf 100.000 Einwohner werden in OWL 92 Patente angemeldet -mehr als im Bundesdurchschnitt. Gut 55.000 Menschen studieren in der Region, das Potenzial für Start-ups ist groß. Doch derzeit gibt es deutlich weniger Gründungen als im deutschen Durchschnitt. Hier setzt die Founders Foundation an: Sie bildet Gründer aus, damit aus Ideen konkrete Pläne und Firmen entstehen. Sebastian Borek ist Mitgründer und Geschäftsführer der Founders Foundation, selbst erfolgreicher Unternehmer mit internationaler Erfahrung sowie Verankerung im Mittelstand. Er erklärt die Mission: „Wir brauchen Gründer nicht nur in den Metropolen. OWL hat Zukunft, hier wollen wir die Ausbildung von Gründern professionalisieren.“ In OWL erprobt die Founders Foundation ihr Konzept und entwickelt es weiter. Diese Erfahrungen aus dem Pilotprojekt können dann Flächenregionen nutzen, die auch eine starke Start-up-Community aufbauen wollen. Die Founders Foundation will das Modell zu einem späteren Zeitpunkt in andere Gegenden übertragen.

Großer Andrang bei Gründer-Workshops
Es gibt viele junge Gründungswillige In Ostwestfalen-Lippe (OWL). Das zeigt der Andrang bei den ersten Projekten der Founders Foundation. Seit dem Start im Februar hat das Team bei sieben Veranstaltungen vorrangig in Paderborn und Bielefeld ungefähr 350 Menschen vernetzt. Der erste Workshop-Wochenende für Gründer im April war überbucht: 65 Menschen hatten sich beworben, 40 konnte die Founders Foundation trainieren.

Bei den Workshops und dem neuen Ausbildungsprogramm Founders Camps setzt die Founders Foundation auf Kooperationen und starke Partner vor Ort in OWL: etablierte Unternehmen und Hidden Champions, exzellente Hochschulen, das Fraunhofer Institut, das Denkwerk Herford, die Industrie-und Handelskammern, das Technologie-Netzwerk it´s OWL.

Ziel der Founders Foundation ist es, ein neues Ökosystem zu schaffen, das die unternehmerische Kraft der Gründerszene mit der Industrie und Forschung in Ostwestfalen-Lippe verbindet. Das Pilotmodell orientiert sich an international erfolgreichen Gründerstandorten, angepasst an die
besondere Charakteristik der Flächenregion. Es ist langfristig ausgerichtet und soll eine lebendige Start-up-Szene initiieren, u. a. mit den Schwerpunkten Big Data, Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0. Die Bertelsmann Stiftung wird in den nächsten fünf Jahren bis zu 17 Millionen Euro investieren.

„Ich würde heute hier gründen“, sagt Verena Pausder, geborene Delius, mehrfach ausgezeichnete Unternehmerin, Gründerin des Kinder-App-Entwicklers Fox & Sheep. Pausder ist als Mentorin beim Founders Camp dabei. Sie sagt: „Ich halte das Modell für sehr zeitgemäß und das Ausbildungsangebot mit dem engen Kontakt zu Konzernen und Forschung für unschätzbar wertvoll. Die Founders Foundation kann der nächsten Generation den Weg entscheidend ebnen.“

Bild: Founders Foundation 2016 Credit Kristine Kruse Academy Class

Quelle Founders Foundation gGmbH

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