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ForkOn: vollständig cloudbasiertes Flottenmanagement System – ForkX

Stellen Sie sich und das Startup ForkOn doch kurz unseren Lesern vor!

ForkOn ist ein Logistik-Startup aus Köln mit Kernkompetenzen in den Bereichen Intralogistik und Prozessoptimierung und wurde von Tim Klauke (Managing Director), Nils Herzing (Lead Finance ), Dennis Röhner (Lead Backend) und Tim Stollberg (Lead Frontend) 2017 gegründet. Seitdem ist aus der anfänglichen Idee eine Softwarelösung für effizienteres Gabelstaplerflottenmanagement zu entwickeln ein ausgereiftes, herstellerunabhängiges und vollständig cloudbasiertes Flottenmanagementsystem entstanden – ForkX.

 Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Tim Klauke (Managing Director bei ForkOn) startete seine berufliche Laufbahn im Vertrieb bei Jungheinrich, einer der größten Firmen der Intralogistik  und Hersteller von Gabelstaplern weltweit. Von Anfang an faszinierte ihn, wie essentiell effiziente Logistik für einen reibungslosen Warenfluss ist und wie sich innerbetriebliche Logistikprozesse möglich kostengünstig gestalten lassen. Im Laufe seiner neunjährigen Karriere bei Jungheinrich, hörte Tim Klauke den Kunden bei ihren Problemen mit ihrer Gabelstaplerflotte aufmerksam zu, wenn sie sich darüber beschwerten, dass die vorhandenen Softwarelösungen nicht zuverlässig die Ergebnisse lieferten, die sie sich wünschten: höhere Kostentransparenz. Immer wieder stieß er auf die gleichen Kundenwünsche und fragte sich, warum diese noch nicht erfüllt wurden. Tim Klauke wurde schnell klar, dass nur ein dritter herstellerunabhängiger Player diese Probleme lösen kann. Während des gemeinsamen Surfurlaubs mit seinem Freund und Mitgründer Nils Herzing, reifte die Idee heran, etwas an der Situation zu ändern.

Welche Vision steckt hinter ForkOn?

Wir streben danach, DIE Intralogistik Plattform zu sein, die nicht nur die Gabelstaplerflotten, sondern alle intralogistischen Flurförderzeuge einbezieht. Aufgrund unserer fortgeschrittenen technischen Infrastruktur sind wir sicher, dass wir unsere bestehenden Prozesse von Datenquellen über Gabelstaplerflotten auf weitere Vertikalen (z.B. AGVs) übertragen können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine Herausforderung war es vor allem, ein funktionierendes und solides Team aufzubauen. Wir sind ein sehr junges Team und in sehr kurzer Zeit sehr schnell gewachsen: Anfang 2019 waren wir zu fünft, mittlerweile sind wir über 25 Teammitglieder. Bisher ist die Zusammenstellung unseres Teams sehr gut gelungen. Jede/r, die/der bei ForkOn anfängt ist hochmotiviert, engagiert und möchte gemeinsam auf unser Ziel hinarbeiten. Wir lernen täglich viel dazu und sehen daher jeden vermeintlichen “Fehler” als Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen. Und wir haben gelernt, dass Kommunikation und die Einführung von Prozessen und Strukturen nicht nur Freiheit und Klarheit schaffen, sondern in Phasen des Wachstums zwingend notwendig sind. 

Wir haben für unsere Idee früh Befürworter gewonnen. Diese haben uns in einer Seed-Finanzierungsrunde im September 2018 mit finanziellen Mitteln unterstützt. Zudem konnten sie uns durch ihre Expertise wertvolle Hilfestellungen geben. Eine zweite Finanzierungsrunde haben wir im Oktober 2019 geschlossen. 

Wer ist die Zielgruppe von ForkOn?

Unsere Zielgruppe sind alle Unternehmen, die eine Gabelstaplerflotte mit mehr als 30 Geräten haben.

Wie funktioniert ForkOn? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

forkon flottenmanagement forkx

Gegenüber der Software-Lösungen der OEMs liegt unser Vorteil darin, dass wir der einzige Anbieter sind, der ein herstellerunabhängiges Flottenmanagement über Gabelstapler verschiedener Marken hinweg und somit volle Transparenz für den Kunden bieten kann. Das Hauptproblem mit dem unsere Kunden konfrontiert sind, ist ein Mangel an Transparenz in Bezug auf ihre Gabelstaplerflotte: Sie haben viele (unbekannte und ungenutzte) Daten über ihre Flotte, aber keine Möglichkeit, diese Daten an einer Stelle zu verbinden und zu analysieren.

Um einen Status zu erreichen, bei dem die Gabelstaplerflotte optimal verwaltet und effizient gesteuert wird, ist nicht nur viel Zeit und Mühe nötig: Aufgrund der großen Datenmenge ist es heutzutage nicht mehr möglich, die Daten mit dem menschlichen Gehirn richtig zu strukturieren und in der Form aufzubereiten, wie es in ForkX möglich ist. Mit unserer Softwarelösung sind Kunden zum ersten Mal in der Lage, alle verfügbaren Informationen aus verschiedenen Systemen an einem Ort zu konsolidieren und nutzbar zu machen – in ForkX.

 Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Um Unternehmen in der Krisenzeit kurzfristig helfen und unterstützen zu können, haben wir uns entschieden, unser Geschäftsmodell zu erweitern: Im Rahmen eines Audits nimmt ForkOn eine Beraterfunktion ein und analysiert die Gabelstaplerflotte auf Effizienz, um kurzfristig Einsparungspotenziale aufzudecken. So können Unternehmen Kosten sparen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Um unsere Vision zu verwirklichen, arbeiten wir zusätzlich kontinuierlich daran, unsere Software ForkX weiterzuentwickeln und neue Features zu implementieren. Wir nutzen die bei unseren Kunden momentan etwas ruhigere Zeit mit Ihnen in den direkten Austausch zu gehen, ihre Wünsche in die Realität umzusetzen und unsere Software nah an unseren Kunden kontinuierlich zu verbessern.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Seit Mitte März ist das gesamte Team von ForkOn im Home Office tätig. Teammeetings führen wir auf Zoom oder Google Hangouts per Videokonferenz durch. Anfangs war es auch für uns eine Umstellung, nicht wie gewohnt ins Büro zu gehen, aber mit der Zeit haben wir es gut geschafft, uns auch von zu Hause aus zu organisieren. Durch unseren zweiten Standort in Heidelberg, war die Situation auch nicht ganz neu für uns: Schon vor Corona haben wir regelmäßige Videokonferenzen geführt und sind es somit gewohnt, von mehreren Standorten aus miteinander zu arbeiten. Zusätzlich sind unsere allgemeinen Geschäftsprozesse sehr digital aufgestellt: Eine erste kostenlose Einführung durch unsere Software bieten wir unseren Interessenten per Webinar an. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir sehen die Chance definitiv in der Weiterentwicklung unserer Software. Wir können die Kundenwünsche in die Software einfließen lassen. Da unsere Software darauf ausgelegt ist, unseren Kunden Zeit und Kosten zu sparen, ist die derzeitige Situation ein Türöffner für uns. Zudem glauben wir fest daran, dass das Thema Digitalisierung jetzt noch besser verstanden und in Unternehmen implementiert wird.  

ForkOn, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, ForkX zu internationalisieren und nicht nur Kunden in der DACH-Region, sondern weltweit zu gewinnen. Die Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen, gepaart mit unseren langjährigen Erfahrungen, führen zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Softwarelösung. Um einen möglichst großen Kundennutzen zu schaffen ist unser langfristiges Ziel, ForkX auch auf andere Bereiche der Intralogistik auszuweiten und weitere Verticals in unsere Softwarelösung aufzunehmen. Wir freuen uns diese Schritte gemeinsam mit unserem stetig wachsenden Team zu erreichen! Weiterhin sind wir gespannt auf Kundenfeedback unseres neuen Software Releases. Zu sehen, dass unsere Kunden unsere Produkte nutzen und mögen, Kosten sparen und uns anschließend Weiterempfehlen, ist für uns das schönste Feedback.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir haben im Laufe der Zeit festgestellt, dass es immer Phasen gibt, in denen alles sehr gut läuft und auch Phasen, in denen es nicht gut läuft. Im Rückblick stellen sich diese vermeintlich „schlechten“ Phasen als sehr wertvoll heraus. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass es beim Gründen im Grunde darum geht, sich zum Erfolg zu „scheitern“. Wir versuchen so viel zu testen und auszuprobieren wie es geht, um aus Fehlern zu lernen und besser zu werden. Außerdem helfen uns Meditation und praktizierter Stoizismus zusätzlich, die Dinge entspannt zu sehen, wenn wir mal in einer schlechten Phase stecken.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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